SAP Consultant bei Capgemini: Von der Übersetzerin zur SAP-Projektleiterin

Von Frankreich nach Frankfurt – von der Übersetzerin zur SAP-Projektleiterin. Simonas Karriere startete als Praktikantin in einem deutsch-französischen SAP-Projekt. Dabei wurde ihr SAP-Interesse geweckt. Innerhalb kürzester Zeit hat sie Verantwortung für Projekte im Bereich Finanzbuchhaltung übernommen.

Simona Kohmann ist seit 2014 als SAP Application Consultant bei Capgemini am Standort Frankfurt tätig. In ihren SAP-Projekten unterstützt sie Unternehmen, Prozesse der Finanzbuchhaltung mit dem Einsatz von SAP zu automatisieren und zu beschleunigen. Im Interview gibt sie einen Einblick in ihre Aufgaben als SAP-Beraterin und erzählt, wie sie bei Capgemini schnell Verantwortung übernehmen durfte und in ihrer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung gefördert wird.

Vom Übersetzen von SAP-Texten…

Wie hat deine Karriere bei Capgemini begonnen?

Mit einem Praktikum in einer SAP-Unit am Standort Straßburg, Frankreich. Ich hatte meinen Master in Sprachwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Frankreich absolviert, weil Französisch Inhalt meines Studiums war. Capgemini suchte damals einen Übersetzer für ein deutsch-französisches SAP-Projekt, der die französischsprachigen Berater*innen in der Kommunikation mit einem deutschsprachigen Kunden unterstützen konnte. Dabei stellte ich fest, wie schwer die Texte für mich zu übersetzen waren, wenn ich die Technik und die Hintergründe nicht verstand. Daraufhin habe ich mich mit den SAP-Beratern zusammengesetzt und mich Stück für Stück in SAP eingearbeitet. Ich fand es einfach super interessant, weil SAP ein Mix aus Technik und Fachprozessen ist. Durch SAP können wir Prozesse mit einer Software gestalten, was wiederum zu meinem BWL-Studium passte.

Wie ging es nach deinem Praktikum weiter?

Durch dieses erste Projekt als Übersetzerin hatte ich einige deutsche Kolleginnen und Kollegen von Capgemini kennengelernt und mich dann intern auf eine Stelle in Frankfurt beworben. Dort bin ich dann direkt in Vollzeit als Junior SAP-Beraterin eingestiegen. Aktuell liegt mein Beratungsschwerpunkt in Prozessen des Finance to Manage mit Schwerpunkt Logistikintegration in das Hauptbuch sowie den debitorischen und kreditorischen Geschäftprozessen.

Warum wolltest du deine SAP-Karriere bei Capgemini fortführen?

Ich wollte mich damals weiterhin mit SAP beschäftigen und als Beraterin tätig sein. Das wurde mir ermöglicht und von Capgemini stark gefördert: In Frankreich durfte ich drei Kunden betreuen, wodurch ich drei verschiedene Prozesse erlebt habe. So bekam ich die Möglichkeit, SAP von Grund auf zu erlernen und verschiedene Kunden, Prozesse und Projektphasen kennenzulernen. All das hat mir gut gefallen und so habe ich Capgemini als Arbeitgeber sehr schätzen gelernt. Besonders gefällt mir hier, wie die Kolleginnen und Kollegen im Team miteinander umgehen. Es werden viele gemeinsame Aktivitäten auf und nach der Arbeit angeboten, was die Kollegialität und den Teamspirit positiv beeinflusst.

… zum Abbilden komplexer Geschäftsprozesse als SAP-Projektleiterin…

Was sind deine zentralen Aufgabenbereiche als SAP-Consultant?

Ich bin nun in erster Linie die Schnittstelle zwischen der Finanzbuchhaltung und dem SAP-System. Das heiß, ich verstehe einerseits die Bedürfnisse und Anforderungen von Finanzabteilungen, andererseits kenne ich das SAP-System und seine Möglichkeiten. Ich helfe also den Mitarbeitenden in Unternehmen, die operativ mit SAP arbeiten, ein Systemverständnis zu bekommen oder dieses zu vertiefen. Außerdem schaue ich mir an, wie SAP deren Prozesse und Anforderungen am besten unterstützen kann. Dabei geht es auch um Automatisierung und Prozessbeschleunigung: Beim sogenannten ausnahmebasierten Arbeiten soll sich der Finanzbuchhalter auf komplexere Aufgaben fokussieren können, einfache administrative Aufgaben soll das System übernehmen. Daher müssen wir SAP so aufsetzen, dass es die Finanzbuchhaltung optimal unterstützt.

Das Prozessdesign ist dabei ein wichtiger Bestandteil: Gemeinsam mit dem Buchhalter analysieren wir alle Prozesse innerhalb eines Gesamtzyklus wie der Logistikintegration, da sie oftmals mit anderen Prozessen im Unternehmen zusammenhängen. Dann überlegen wir, wie wir die einzelnen Schritte vereinfacht und automatisiert darstellen können. Anschließend setzen wir diese definierten Prozesse in SAP um und testen sie. In diesem Bereich bin ich dafür verantwortlich, dass die ganze Strecke mit ihren Teilstrecken einheitlich läuft. Das wird auch als End-to-End-Design bezeichnet: Ich schaue von oben drauf, dass alles ineinandergreift und führe die Teams, die an den Teilprozessen arbeiten, damit am Ende alles zusammenpasst.

An welchem SAP-Projekt arbeitest du aktuell?

An meinem jetzigen Projekt, einem umfassenden Implementierungsprojekt für einen großen Retailer, arbeite ich schon seit über zwei Jahren. Wir stellen für den Kunden alle Prozesse auf SAP um. Allein die Prozessanalyse und das -design hat ein Jahr gedauert, weil alle Prozesse von Grund auf mit den dazugehörigen Business Anforderungen erfasst werden mussten. Die Prozesse wurden dann in Fit-Gap Analysen mit Best Practice Prozessen aus SAP abgeglichen, um Verbesserungspotentiale zu erkennen und die Standardisierung sowie Harmonisierung der Prozesse im Rahmen von SAP zu gewährleisten.

In der anschließenden Implementierungsphase haben wir das System aufgesetzt. Wir mussten dabei sicherstellen, dass alle finanzrelevanten Informationen im Backend der Finanzbuchhaltung und des Controllings landen. Wir sprechen hier auch davon, die Werteflüsse transparent im System abzubilden.

Im Anschluss haben wir im Systemintegrationstest sichergestellt, dass alle beteiligten Systeme richtig miteinander kommunizieren und somit die E2E-Prozesse technisch und fachlich mit allen Prozessvarianten richtig abgebildet wurden. Nach einem erfolgreichen User- Acceptance-Test, bei dem die Lösung durch die Enduser geprüft und freigegeben wurde, sind wir nun live.

In der aktuellen Transition-Phase beheben wir noch kleinere Systemfehler. Aber im Großen und Ganzen ist das System stabil und die User können ihr Tagesgeschäft steuern, sodass wir nun die Übergabe an das Support-Team organisieren, das sich um den Betrieb im Application-Lifecycle-Management kümmert.

Arbeitest du gleichzeitig an mehreren Projekten?

Nein, denn wir sind meistens vier Tage die Woche bei unseren Kunden vor Ort, freitags arbeiten wir von Zuhause. Zuletzt halten wir unsere Workshops mit dem Kunden auch vermehrt virtuell ab. Bei kleineren Projekten kann es jedoch auch sein, dass man parallel zum Projekt an internen Aufgaben arbeitet oder den Vertrieb bei Angebotspräsentationen unterstützt.

… durch Förderung der SAP-Karriere durch Capgemini

Wie hast du dir dein ganzes SAP-Wissen angeeignet?

Kurz nachdem ich in Frankfurt bei Capgemini angefangen hatte, war ich in einem Projekt mit der Erstellung von SAP-Trainingsmaterial beschäftigt. Dabei habe ich viel über das System und die Prozesse gelernt. Gleichzeitig war ich im GetStarted Programm von Capgemini: Während eines fünfwöchigen Intensivkurses in Indien habe ich mit internationalen Kolleg*innen SAP erlernt. Später habe ich meine praktischen Skills in den einzelnen Projekten erweitern und vertiefen können. Nach der Zeit in Indien war ich von Anfang bis Ende an einem umfassenden Implementierungsprojekt beteiligt. So konnte ich alle Phasen vom Prozessdesign über die Implementierung bis zum Testing und den Trainings begleiten.

Ein Quereinstieg, ohne großes IT-Know-how, ist also bei Capgemini möglich?

Ja. Im Grunde genommen haben SAP-Anwendungsberater zwei Möglichkeiten: Entweder sie kommen aus einem IT-Background und müssen sich vertieft mit BWL-Prozessen auseinandersetzen. Oder es ist wie bei mir – sie haben einen BWL-Hintergrund und müssen SAP und erlernen und ein technisches Verständnis entwickeln. Am besten geht das, indem man das System einfach ausprobiert. Aber ein Grundinteresse für Prozesse und IT muss da sein.

Wie viel Fachwissen zum Thema Finanzbuchhaltung sollten SAP-Berater in deinem Schwerpunkt-Bereich mitbringen?

Ein Grundverständnis ist wichtig – ganz ohne wird es schwierig. Die Grundbegriffe und Konzepte der Finanzbuchhaltung sollten SAP-Berater auf jeden Fall kennen und sie in den Kontext der Kunden einordnen können. Außerdem sollten sie das Interesse mitbringen, Neues eigenständig in kürzester Zeit zu lernen.

Stichwort Capgemini Karrieremodell: Du hast dich schnell weiterentwickelt, wie genau kam es dazu?

Ich bin als Junior eingestiegen und bin relativ schnell vorangekommen. Ich habe sehr viel von meiner tollen damaligen Projektleiterin gelernt, die mich so gefördert hat, dass ich ihre Rolle später übernehmen konnte. Ich war damals mit 27 Jahren noch vergleichsweise unerfahren. Aber die anderen Projektleiter*innen und Teammitglieder haben mir vertraut – eine echte Stärke von Capgemini. Daher fiel es mir leicht, diese Verantwortung zu übernehmen. Ich bin stolz, dass ich dieses erste Projekt – auch dank eines besonders guten Teams – erfolgreich bis zum GoLive für die Finanzprozesse betreut habe.

Ich habe die Verantwortung, die mir gegeben wurde, angenommen. Es war also das Zusammenspiel zwischen Capgemini und mir, das super funktioniert hat. Capgemini legt viel Wert darauf, seine Mitarbeitenden entsprechend ihrer Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Förderung und Forderung gehören dabei zusammen.

Du hast also bei diesem Projekt überzeugt und wurdest dann gefördert?

Genau, Capgemini hat durch dieses große Projekt, bei dem ich erstmals mehr und mehr Verantwortung übernommen habe, erkannt, dass das Organisieren und Koordinieren zu meinen Stärken gehört und dass ich Führungskompetenzen habe. Diese konnte ich dann in entsprechenden Weiterbildungen und Aufgaben ausbauen. Schließlich gab mir Capgemini immer mehr Führungsverantwortung, die ich in der SAP-Beratung und Prozesstransformation ausüben kann. Inzwischen habe ich auch Personalverantwortung in den Standorten Köln, Frankfurt und Stuttgart.

Wie hat dich Capgemini neben den Weiterbildungen in deiner Entwicklung unterstützt?

Ich habe an „Inspire to lead“ teilgenommen, einem Mentorenprogramm speziell für Frauen mit Führungsambitionen. Dabei habe ich für neun Monate eine Mentorin aus einer höheren Ebene bekommen. Wir haben uns einmal monatlich getroffen und zu Themen ausgetauscht, die mir und ihr wichtig waren.

Dieses Jahr nehme ich zum ersten Mal an dem internationalen Mentorenprogramm „Connect and drive“ für Persönlichkeitsentwicklung und internationale Vernetzung teil. Aufgrund der Pandemie findet es 2020 zum ersten Mal virtuell statt, normalerweise kommen wir in Paris und Indien zusammen. Bei diesem Programm nehmen ca. 100 Capgemini Mitarbeitende aus der ganzen Welt teil. Dabei geht es um mich als Führungskraft – als Individuum sowie als Teil von Capgemini. Aktuell bereiten wir ein Innovationsthema im Bereich Social Responsibility vor, welches wir dann dem Gruppen Board vorstellen.

Zum Abschluss: Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Ich würde sehr gerne einen Blick in andere Branchen wie die Automobilindustrie werfen, um deren Prozesse kennenzulernen. Zudem würde ich gerne strategische Kunden weiterentwickeln und mit ihnen auf einer höheren operativen Ebene verhandeln. Bisher bin ich jedoch sehr zufrieden mit den Chancen, die ich erhalten habe, und ich freue mich auf neue Herausforderungen.

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SAP Consultant bei Capgemini: Von der Übersetzerin zur SAP-Projektleiterin