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Public sector

eGovernment Benchmark Report 2024: stetiges Wachstum digitaler Behördendienste

Laut dem jüngsten eGovernment-Benchmark-Report der Europäischen Kommission haben die europäischen Staaten bei der Bereitstellung digitaler Behördendienste stetige Fortschritte gemacht.

Es gibt dennoch Raum für Optimierungen, insbesondere bei grenzüberschreitenden Diensten und bei Dienstleistungen, die von regionalen und kommunalen Behörden erbracht werden.

Interoperabilität ist der Schlüssel

Interoperabilität ist ein zentraler Punkt der digitaler Politiklandschaft in Europa und ein Aspekt der digitalen Verwaltung, über den der jährliche eGovernment-Benchmark-Bericht der Europäischen Kommission Aufschluss gibt. Das von Capgemini, Sogeti, IDC und dem Politecnico di Milano durchgeführte Benchmarking zeigt, dass wichtige IT-Bausteine, die so genannten Key Enablers, in den letzten 12 Monaten im Vergleich zu den anderen gemessenen Dimensionen die größten Fortschritte gemacht haben.

Erfahren Sie, welche Länder die Nase vorn haben und worauf die anderen Länder ihr Augenmerk richten sollten, um interoperable, auf den Menschen ausgerichtete elektronische Behördendienste zu schaffen. Hier können Sie die Ergebnisse über ein interaktives Dashboard hier im Detail einsehen.

Die Ergebnisse: eGovernment Benchmark 2024

Resilienz und Datensouveränität erreichen

Die 21. Ausgabe des eGovernment Benchmark Reports der Europäischen Kommission betrachtet neben der digitalen Transformation der Regierungen im Zeitraum 2022/23 auch allgemeinere Trends innerhalb der letzten vier Jahre. Für die europäischen Staaten wird es immer wichtiger, die Entwicklung resilienter und souveräner digitaler Behördendienste zu priorisieren, wie es in den Zielen der Europäischen Kommission für die digitale Dekade vorgesehen ist. Der jüngste Report verzeichnet einen stetigen Anstieg bei der Verfügbarkeit digitaler Behördendienste.

Insgesamt haben 37 europäische Länder an dem Benchmarking teilgenommen, darunter die 27 Mitgliedstaaten der EU. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Nutzerfreundlichkeit als die ausgereifteste der vier gemessenen Dimensionen ihren Aufwärtstrend fortsetzt. Andererseits haben sich die grenzüberschreitenden Dienste verhältnismäßig zwar verbessert, jedoch bieten weiterhin nur 33 Prozent der europäischen Staaten grenzüberschreitenden Nutzern die Möglichkeit, sich mit ihrer nationalen eID zu authentifizieren, was für ein interoperables Europa unerlässlich sein wird.

Der Report untersucht zudem die wachsende Bedeutung von KI-induzierten Aktivitäten und stellt fest, dass 29 Prozent der Portale in Europa inzwischen Live-Support mit KI-Funktionen an.

Diese und andere Ergebnisse des Benchmarkings bilden die Fortschritte der europäischen Behörden bei der digitalen Transformation entlang der folgenden vier Dimensionen ab:

  • Nutzerfreundlichkeit – Zu welchem Ausmaß werden die Behördendienste online angeboten? Sind die Websites für die Nutzung auf Mobilgeräten geeignet? Welche Online-Support- und Feedbackfunktionen gibt es? Diese Dimension hat eine europaweite Durchschnittsbewertung von 93 Punkten.
  • Transparenz – Stellen die öffentlichen Verwaltungen klare, offen kommunizierte Informationen über ihre Digital-Government-Strategien und die Art und Weise, wie ihre Dienste erbracht werden, zur Verfügung? Sind ihre Richtlinien und die Entwicklung digitaler Dienste sowie die Art und Weise, wie die personenbezogenen Daten der Bürger verarbeitet werden, transparent? Mit derzeit 67 Punkten hat sich diese Dimension gegenüber dem Vorjahr (62 Punkte) verbessert.
  • Key Enablers – Welche technologischen Voraussetzungen sind für die Erbringung elektronischer Behördendienste vorhanden? Mit 78 Punkten hat sich die Leistung auf dieser Dimension gegenüber dem Vorjahr um 4 Punkte verbessert.
  • Grenzüberschreitende Dienste – Wie leicht können Bürger aus dem Ausland auf die Online-Dienste zugreifen und sie nutzen? Welche Online-Support- und Feedbackfunktionen gibt es für grenzüberschreitende Nutzer? Mit insgesamt 66 Punkten hat diese Dimension einen großen Sprung von 57 Punkten im letzten Jahr gemacht, hat aber immer noch den größten Spielraum für Verbesserungen.

Obwohl die leistungsschwächeren Dienste und Länder langsam zu den Spitzenreitern aufschließen, macht der jüngste E-Government-Benchmark erneut auf die Notwendigkeit aufmerksam, Dienstleistungslücken in drei Bereichen zu schließen: Erstens bei den grenzüberschreitenden Nutzern im Vergleich zu den nationalen Nutzern, zweitens bei den Bürgerinnen und Bürgern, die mit mehr digitalen Barrieren konfrontiert sind als die Unternehmen, und drittens bei der Diskrepanz zwischen zentralen und lokalen Behördendiensten, bei denen die digitale Verfügbarkeit ersterer Leistungen deutlich überwiegt.

Weitere Informationen finden Sie zudem in der Pressemitteilung hier.

eGovernment – Benchmarking der Fortschritte in Europa

Entdecken Sie, welche Länder bei der digitalen Transformation der Behördendienste in Europa führend sind.

Highlights

Die EU-Spitzenreiter sind Malta (97 Punkte) und Estland (92 Punkte), die ihre Führungsposition verteidigen, dicht gefolgt von Luxemburg (90 Punkte) und Island (90 Punkte). Darauf folgen Finnland (88 Punkte), Litauen (86 Punkte), Dänemark (85 Punkte), Niederlande (85 Punkte), Lettland (85 Punkte), Schweden (82 Punkte), Österreich (82 Punkte) und Portugal (81 Punkte). Die Gesamtleistung der EU27 liegt im Durchschnitt bei 76 Punkten.
Die höchsten Werte in den weiteren europäischen Ländern verzeichnen die Türkei (83 Punkte) und Norwegen (82 Punkte).

Quelle: eGovernment Benchmark Insight Report 2024

Nicht alle Länder in der EU27 befinden sich in der gleichen Phase ihrer digitalen Transformation, was durch den Abstand zwischen den 10 höchstplatzierten und den 10 letztplatzierten Ländern veranschaulicht wird. Die Ergebnisse zeigen, wie sich der Abstand zwischen den Spitzenreitern und den Schlusslichtern im letzten Vierjahreszeitraum entwickelt hat. Während der Unterschied zwischen den Spitzenreitern und den Schlusslichtern ursprünglich 28 Punkte betrug, liegt er jetzt bei 23 Punkten. Dieser Rückgang zeigt, dass die Unterschiede in der Verfügbarkeit von digitalen Behördendiensten abnehmen. Die Anstrengungen, die die Regierungen unternehmen, sind von entscheidender Bedeutung für ein umfassendes, belastbares digitales Umfeld in der EU.

Quelle: eGovernment Benchmark Insight Report 2024

Innerhalb Europas ist die Verfügbarkeit von digitalen Behördendiensten für grenzüberschreitende und nationale Nutzer sehr unterschiedlich. Nationale Nutzer können 88% aller angebotenen Dienste digital nutzen, während es bei den grenzüberschreitenden Nutzern nur 56% sind. Das bedeutet, dass den grenzüberschreitenden Nutzern im Durchschnitt 32 % aller Dienste nicht zur Verfügung stehen, verglichen mit der Online-Verfügbarkeit der nationalen Dienste. In den letzten vier Jahren hat sich die Differenz von zuletzt 35% leicht verringert.

Quelle: eGovernment Benchmark Insight Report 2024

Dienstleistungen für den Bürger: Nutzerfreundlichkeit durch Design

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