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Digitale Souveränität im öffentlichen Sektor: Die Handlungsfähigkeit des Staates sichern

Die Digitalisierung hat dem öffentlichen Sektor weitreichende neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch neue Risiken mit sich gebracht.

Angesichts wachsender geopolitischer Instabilität und zunehmender Cyberbedrohungen müssen Organisationen des öffentlichen Sektors die Kontrolle über die digitale Infrastruktur, die Daten und die Technologien zurückgewinnen, auf die sie angewiesen sind.

Digitale Souveränität ermöglicht es ihnen, die Handlungsfähigkeit des Staates zu sichern und digitale Entscheidungen selbstbestimmt und mit möglichst wenig Einflussnahme von außen zu treffen.

Unser neuer Point of View:

  • untersucht, was digitale Souveränität für Organisationen des öffentlichen Sektors bedeutet
  • zeigt Praxisbeispiele aus dem öffentlichen Sektor
  • empfiehlt ein strukturiertes Vorgehen, um Risiken zu bewerten und zu entscheiden, welches Maß an Kontrolle wo erforderlich ist.

65 % der Organisationen des öffentlichen Sektors geben an, dass das Erreichen digitaler Souveränität eine strategische Priorität ist. Die größten Bedenken betreffen Datensouveränität (77 %), Cybersicherheit (72 %), Cloud (68 %) und KI (61 %).

Data and AI in government 2026: From AI ambition to operational maturity, Capgemini Research Institute, September 2026

Digitale Souveränität ist mehr als Cloud

Cloud-Souveränität ist zu einem Eckpfeiler der Politik in der Europäischen Union geworden. Sie ist jedoch nur ein Teil des Gesamtbilds. Um eine wirksame Strategie für digitale Souveränität zu entwickeln, müssen Organisationen Risiken in acht Bereichen bewerten, die ihren digitalen Diensten und ihrem Betrieb zugrunde liegen – von KI bis Energie.

Unser Point of View empfiehlt, vier Perspektiven anzuwenden – Daten und KI, Technologie, Betrieb sowie Recht und Rechtsraum –, um die größten Risiken zu verstehen und zu mindern.

Assessing sovereignty risk in the public sector: a four-part approach

Werden Ihre Daten unter nationalen Kontrollen verarbeitet, und werden Ihre KI-Modelle im eigenen Land mit vertrauenswürdigen Daten trainiert? Kontrollieren Sie die Verschlüsselung, und wer hat Zugriff?

Sind Ihre digitalen Dienste jederzeit verfügbar, auch in Krisensituationen? Wie abhängig sind Sie von ausländischen Anbietern? Entsprechen Ihre Architekturen den Sicherheitsstandards?

Wer hat Administratorzugriff, und wurden diese Zugriffsberechtigungen entsprechend geprüft? Könnten Sie Ihre Dienste bei Störungen aufrechterhalten? Sind Sie bei der Energieversorgung von ausländischen Quellen abhängig?

Können ausländische Stellen die Offenlegung von Daten erzwingen oder Dienste beeinträchtigen? Wie sind Eigentums- und Nutzungsrechte geregelt? Und erfüllt Ihre Lieferkette die regulatorischen Anforderungen?

Souveränität ist ein Spektrum

Nicht jede digitale Anwendung erfordert dasselbe Maß an Souveränität. Eine eingeschränkte Kontrolle über eine Park-App ist zum Beispiel möglicherweise ein akzeptables Risiko. Fehlende Kontrolle über ein Flugsicherungssystem könnte dagegen äußerst gefährlich sein.

Deshalb ist es wichtig, zunächst ein vollständiges Bild der Risiken über die gesamte digitale Wertschöpfungskette hinweg zu gewinnen, um auf jeder Stufe das richtige Maß an Souveränität sicherzustellen.

Get started with our Digital Sovereignty Assessment

Unser Experte

Stefan Zosel

Stefan Zosel

Capgemini Government Cloud Transformation Leader
Die Sovereign Cloud ist ein wichtiger Motor für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors und eröffnet neue Möglichkeiten für die datengesteuerte Verwaltung. Sie bietet eine Möglichkeit, europäische Werte und Gesetze mit Cloud-Innovationen zu verbinden und ermöglicht es den Behörden, moderne und digitale Dienste für die Bürger anzubieten. Da Behörden immer mehr Daten sammeln, ist die Souveräne Cloud der richtige Ort, um Dienste auf diesen Daten aufzubauen und mit Gaia-X-Diensten zu integrieren.