Begrenzte digitale Kompetenzen stellen für Geflüchtete und andere benachteiligte Gruppen eine große Hürde bei der Arbeitssuche dar. Madiha Khan, die 2006 aus Pakistan nach Großbritannien kam, weiß das nur zu gut.

Und doch waren die vergangenen sechs Jahre für Madiha eine äußerst ereignisreiche Zeit. 2020 kam sie zu Capgemini, nachdem sie das technische Qualifizierungsprogramm CodeYourFuture abgeschlossen hatte. Das Programm soll Menschen aus benachteiligten Verhältnissen dabei unterstützen, eine Karriere im Software Engineering zu beginnen.

Heute ist Madiha als Senior Software Engineer in London erfolgreich tätig und war Finalistin bei den Women in Tech Excellence Awards. Ihr Werdegang zeigt eindrucksvoll, welche lebensverändernden Möglichkeiten die Zusammenarbeit von Capgemini mit CodeYourFuture bietet.

Der Hintergrund

Capgemini arbeitet mit CodeYourFuture2019 zusammen. Dabei bieten Mitarbeitende Schulungen und Mentoring an und wirken zudem an der gemeinsamen Gestaltung und Weiterentwicklung der Programme mit. Jedes Jahr unterstützt Capgemini CodeYourFuture bei der Durchführung dieser Programme, die von Einführungskursen bis hin zu fortgeschrittenen Programmierkursen reichen. Absolvent:innen der fortgeschrittensten Kurse werden außerdem beim Erwerb von Kompetenzen für den Berufseinstieg unterstützt, die ihnen dabei helfen, qualifizierte Positionen im Technologiesektor zu finden. Inzwischen hat Capgemini einen Meilenstein erreicht: Mehr als 100 Absolvent:innen der Programme wurden eingestellt.

Madiha gehörte zum allerersten Jahrgang von Teilnehmenden. In gewisser Weise hat sich für sie der Kreis geschlossen, denn heute betreut sie einen internen CodeYourFuture-Community-Kanal, über den die Mitglieder Wissen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.

„Die Arbeit hier hat mich als Person verändert“, sagt sie. „Ich hatte eine lange berufliche Auszeit genommen, um mich um meine Kinder zu kümmern, und hatte wenig Vertrauen in meine Fähigkeiten. Aber Capgemini hilft einem dabei, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und die Unterstützung zu finden, wenn man sie braucht. Das hat einen großen Anteil daran, dass ich heute dort bin, wo ich bin.“

Madihas Talente wurden früh erkannt, als sie die Aufgabe erhielt, ein Projekt zu leiten, das ursprünglich nur für zwei Monate vorgesehen war. Aufgrund des Erfolgs unter ihrer Leitung wurde das Projekt jedoch drei Jahre lang fortgeführt. Sie hat an verschiedenen Projekten im privaten und öffentlichen Sektor gearbeitet und sich umfassende Kenntnisse in den Bereichen Platform Engineering, Architektur und DevOps Engineering [Development and IT Operations] angeeignet. Aufgrund ihres proaktiven Lernansatzes und ihrer Fähigkeit, wirkungsvolle Ergebnisse für Kunden zu erzielen, wurde Madiha in ein beschleunigtes Entwicklungsprogramm aufgenommen, befördert, allein zweimal innerhalb eines Jahres, und arbeitet heute in einer Führungsrolle.

„Ich programmiere immer noch“, sagt sie, „aber mittlerweile arbeite ich im Bereich DevOps und beschäftige mich damit, wie wir KI in unsere Engineering-Workflows integrieren können, um unsere Umsetzung zu beschleunigen. Ich glaube, es wäre langweilig, wenn ich nicht weiterhin ein bisschen programmieren würde. Aber meine Leidenschaft ist die Arbeit mit Nachwuchstalenten und Menschen dabei zu helfen, ihre Karriere und ihre Ziele zu gestalten. Manchmal wissen Auszubildende nicht, wohin sie sich entwickeln möchten. Dann ist es gut, ihnen dabei zu helfen, zu verstehen, welche Möglichkeiten sie haben und wie sie diese ergreifen können, so wie andere es für mich getan haben.“

Weiterentwicklung der Partnerschaft

Zum Team der Kolleg:innen, das dabei hilft, diese lebensverändernden Möglichkeiten zu schaffen, gehört auch Anahita Mahmoudi, eine Führungskraft im Bereich Business Analysis im Digital-Customer-Experience-Team von Capgemini UK.

Sie engagiert sich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft ehrenamtlich und als Mentorin für CodeYourFuture. „Ich habe 2012 bei Capgemini angefangen und engagiere mich seit zehn Jahren für humanitäre Initiativen und Initiativen für sozialen Wandel“, sagt Anahita. „Ich arbeite seit dem Start im Jahr 2018 mit CodeYourFuture zusammen.“

Das Engagement von Capgemini geht über die Bereitstellung von Schulungen hinaus und eröffnet Menschen Wege in Tech-Berufe, die diese Möglichkeit sonst möglicherweise nie gehabt hätten. Die Teilnehmenden profitieren von kostenloser Kinderbetreuung und kostenlosen Kursmaterialien, die ihnen dabei helfen, am Kurs teilzunehmen und ihn abzuschließen. Die Kursinhalte wurden kontinuierlich weiterentwickelt, damit sie aktuell bleiben und sowohl den Anforderungen der Arbeitgeber als auch den Bedürfnissen der Teilnehmenden entsprechen. Das Programm unterstützt sie außerdem auf ihrem Weg, indem es ihnen Einblicke in das Arbeitsumfeld ermöglicht und ihnen hilft, Portfolios zur Vorbereitung auf Bewerbungen aufzubauen.

Anerkennung folgte auch. Die Partnerschaft wurde sowohl im Technologiesektor als auch für ihren Beitrag zu Gesellschaft und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Eine weitere jüngste Entwicklung war die Einführung eines eigenen Ausbildungswegs für Business Analysts, an dessen gemeinsamer Konzeption Anahita federführend beteiligt war.

„Ich hatte gesehen, wie das Programm das Leben von Menschen verändert, die Software Engineers werden möchten“, erklärt sie. „Und ich wollte, dass noch mehr Menschen diese Erfahrungen machen können. Ich war Capability Lead für Business Analysts, eine Beratungsrolle. Warum sollten wir nicht auch zukünftige Business Analysts ausbilden können? Unser erster Jahrgang von Business Analysts hat das Programm bereits abgeschlossen und ist nach der Teilnahme am Programm zu Capgemini gekommen. Das ist ein weiterer Meilenstein.“

In einer Zeit, in der in Großbritannien weniger Software Engineers eingestellt werden, können verschiedene Ausbildungswege wie dieser dazu beitragen, dass das Programm weiterhin auf die tatsächlichen Anforderungen der Unternehmen ausgerichtet bleibt.

Die gute Leistung fortsetzen

Anahitas Erfahrungen haben sie in ihrer Überzeugung bestärkt, dass Unternehmen und Einzelpersonen die Verantwortung haben, ihren Gemeinschaften etwas zurückzugeben und dafür auch etwas zurückbekommen.

„Ich habe CodeYourFuture ganz praktisch unterstützt, durch persönliches Mentoring, die Durchführung einiger ‚Soft-Skills‘-Trainings und die Unterstützung bei Gesprächen mit Teilnehmenden. Dabei habe ich einige wirklich erfüllende Momente erlebt“, sagt sie.

Anahita würde sich wünschen, dass das Programm international ausgeweitet wird und auch Regionen erreicht, in denen der Zugang zu Bildung für junge Menschen schwierig ist. Es geht darum, durch „our power for impact“ echte humanitäre Veränderungen zu bewirken.

Für Madiha ist diese Wirkung deutlich spürbar.

„Im Grunde geht es darum, Barrieren abzubauen“, sagt sie. „Der Kurs wird finanziert. Die Kinderbetreuung wird übernommen. Man bekommt einen Laptop. Das bedeutet, dass man sich um nichts sorgen muss und sich hinsetzen, konzentrieren und anfangen kann, etwas zu erreichen. Das ist das Schöne daran. Und natürlich geht es auch darum sicherzustellen, dass zukünftige Jahrgänge von CodeYourFuture-Absolvent:innen durch Technologie gestärkt werden.“

Für beide ist es eine Vision für die Zukunft, die mehr ist als nur eine gute Geste. Es ist ein nachhaltiger Weg nach vorn, der echte und positive Veränderungen bewirkt. Madiha bringt es so auf den Punkt: „Es ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“