Wie KI und digitale Kontinuität die Transformation in Aerospace & Defense vorantreiben 

Die Engineering-Organisationen der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie stehen vor einem grundlegenden Wandel. Geopolitische Unsicherheiten, fragile Lieferketten, steigende Cybersecurity-Anforderungen, Fachkräftemangel sowie die zunehmende Bedeutung softwaredefinierter Systeme erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Entwicklungsprozesse zu modernisieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern. 

Viele Unternehmen erkennen die Dringlichkeit dieser Transformation bereits heute. 81 % der befragten Organisationen sehen den Mangel an qualifizierten Fachkräften und Engineering-Kompetenzen als eine wesentliche Bedrohung für ihre Geschäftstätigkeit, gleichzeitig fühlen sich jedoch nur 46 % ausreichend darauf vorbereitet, dieser Herausforderung zu begegnen. Zudem befürchten 65 % der Unternehmen, künftig Programmanteile, Wertschöpfungsanteile oder den Zugang zu hochqualifizierten Engineering-Talenten zu verlieren, wenn sie ihre Transformation nicht schnell genug vorantreiben.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich Augmented Engineering zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. 

„Realizing augmented engineering: The role of AI and digital continuity in aerospace and defense transformation“, ein neuer Bericht des Capgemini Research Institute, zeigt die zentrale Rolle der zwei sich gegenseitig verstärkenden Fähigkeiten auf, die Engineering-Organisationen gezielt unterstützen und befähigen: Digitale Kontinuität und KI-gestütztes Engineering. Der Bericht basiert auf den Ergebnissen einer globalen Befragung von 200 Aerospace- und Defense-Organisationen mit jeweils zwei Befragten pro Unternehmen aus den Bereichen Digital Continuity und KI in Engineering-Funktionen sowie ergänzenden Interviews mit zehn Branchenexpertinnen und -experten. 

Die prägenden Veränderungen im Augmented Engineering 

Augmented Engineering rückt ins Zentrum der Wettbewerbsfähigkeit

Aerospace-&-Defense-Unternehmen setzen zunehmend auf Augmented Engineering und KI-gestütztes Software Engineering, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, die Programmleistung abzusichern und ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.  

Digitale Kontinuität ist die Grundlage, aber noch begrenzt 

Nur 6 % der Unternehmen haben eine durchgängige digitale Kontinuität über den gesamten Lebenszyklus hinweg erreicht. Die meisten arbeiten weiterhin mit fragmentierten Systemen, die Rückverfolgbarkeit, Interoperabilität und Zusammenarbeit erschweren.  

Einführung von KI wird nicht skaliert  

Lediglich 17 % der Unternehmen haben KI bereits funktionsübergreifend in ihre Aerospace-&-Defense-Engineering-Workflows integriert. Die meisten Implementierungen beschränken sich weiterhin auf einzelne Anwendungsfälle.  

Engineering-Rollen verändern sich schneller, als Unternehmen reagieren können 

Ingenieurinnen und Ingenieure verlagern ihren Schwerpunkt zunehmend auf Aufsicht und Entscheidungsfindung. Gleichzeitig benötigen 68 % der Mitarbeitenden eine Weiterqualifizierung oder Umschulung, und vielen Unternehmen fehlen noch klare Betriebsmodelle für die Zusammenarbeit von Mensch und KI. 

Führung erfordert Integration, nicht nur Einführung 

Nur 10 % der Unternehmen kombinieren fortgeschrittene digitale Kontinuität mit skalierbaren KI-Fähigkeiten im Engineering.  

Bessere Ergebnisse entstehen durch systemische Integration 

Die Kombination von digitaler Kontinuität und KI führt zu Verbesserungen bei Compliance, Geschwindigkeit, Kosteneffizienz, Produktivität der Belegschaft sowie Resilienz der Lieferketten. 

Unternehmen, die digitale Kontinuität und KI erfolgreich integrieren, schaffen die Grundlage für nachhaltige Transformation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. 

Sieben Prioritäten für Aerospace- und Defense-Unternehmen 

  • Aufbau einer durchgängigen digitalen Engineering-Basis über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. 
  • Einführung klarer Organisationsmodelle für die Zusammenarbeit von Menschen und KI. 
  • Nutzung von closed-loop Betriebs- und Felddaten zur kontinuierlichen Verbesserung von Produkten und Systemen. 
  • Industrialisierung bewährter wiederholbarer, messbarer und skalierbarer KI-Anwendungsfälle über einzelne Pilotprojekte hinaus.  
  • Aufbau eines Engineering Decision Intelligence Layer, um Abhängigkeiten zu koordinieren, Risiken zu managen und Leistung zu messen. 
  • Schaffung einer sicheren Daten-Infrastruktur für den skalierbaren KI-Einsatz. 
  • Verankerung von Qualität, Sicherheit und Compliance als integrale Bestandteile aller KI-gestützten Engineering-Prozesse. 

Fazit

Augmented Engineering entwickelt sich zu einem zentralen Enabler für die Transformation der Aerospace- und Defense-Industrie. Die Kombination aus Digital Continuity und künstlicher Intelligenz ermöglicht es Unternehmen, komplexe Entwicklungsprogramme effizienter zu steuern, Innovationszyklen zu beschleunigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. 

Für Aerospace- und Defense-Organisationen bietet Augmented Engineering die Chance, Engineering Excellence, Resilienz und technologische Souveränität gezielt auszubauen und gleichzeitig die Grundlage für die nächste Generation digitaler Entwicklungsprozesse zu schaffen. 

Der neue Capgemini-Report richtet sich an Führungskräfte und C-Level-Executives in Aerospace- und Defense-Organisationen ebenso wie an OEMs, Zulieferer und MRO-Anbieter. Besonders relevant ist er für CEOs, CTOs, CIOs, CDOs und Chief AI Officers bzw. Heads of AI sowie für alle Verantwortlichen, die Engineering-, Daten- und Transformationsagenden vorantreiben. 

Lesen Sie im Bericht, welches Potenzial Augmented Engineering in Aerospace & Defense bietet.