Nachhaltigkeitsberichterstattung steht an einem Wendepunkt. Mit Anforderungen aus CSRD, LkSG oder EUDR steigt der Umfang und die Komplexität der Berichterstattung. Immer mehr Daten, Standards und Stakeholder treffen auf bestehende, oft manuelle Prozesse.

Gemeinsam mit unserem Partner osapiens greifen wir genau diese Entwicklung in dem kürzlich veröffentlichten Buch „Automated Sustainability Reporting with osapiens HUB for Dummies“ auf.

Eine zentrale Erkenntnis daraus: ESG Reporting entwickelt sich vom reinen Compliance-Instrument zu einem steuerungsrelevanten Datenfundament, vergleichbar mit Finanzkennzahlen.  

ESG Reporting ist nicht mehr das Endziel

Nachhaltigkeitsberichterstattung hat sich grundlegend verändert. Was früher vor allem der Kommunikation diente, ist heute eine wichtige Grundlage für Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Wertschöpfung, mit nachweislichem Einfluss auf Performance und Return on Investment.1

Getrieben wird diese Entwicklung durch Standards wie ESRS, ISSB oder GRI, aber auch durch wachsende Erwartungen von Banken, Kund*innen und Investierenden. Allein 2025 wurden rund 45.000 Lieferanten über CDP zur Offenlegung von ESG-Daten aufgefordert.2

ESG-Daten sind jedoch längst mehr als eine Grundlage für die Berichterstattung. Sie helfen Unternehmen dabei:

  • Risiken entlang der Wertschöpfungskette zu erkennen (z.B. Lieferkettenabhängigkeiten, Wasserstress, Emissions-Hotspots oder Defizite bei sozialen Standards)
  • Chancen und Effizienzpotenziale zu identifizieren (z.B. durch Energieeinsparungen, Ressourceneffizienz oder Prozessoptimierung)
  • Strategische Entscheidungen datenbasiert zu treffen (z.B. durch Szenarioanalysen zu Energiepreisen, regulatorischen Entwicklungen oder Investitionsoptionen)

Dafür müssen ESG-Daten strukturiert, vergleichbar und entscheidungsrelevant sein.

Klassische Reporting-Ansätze stoßen an ihre Grenzen

Viele Organisationen arbeiten jedoch weiterhin mit fragmentierten Ansätzen. ESG-Daten liegen in verschiedenen Systemen und Formaten vor. Gleichzeitig existieren getrennte Prozesse für Reporting, Beschaffung oder externe Anfragen.

79Prozent der Unternehmen nehmen Silo-Strukturen als Hemmnis für ihren Fortschritt wahr3

Wie wir im osapiens Buch beschreiben, fließt ein großer Teil des Aufwands in Datensammlung und Abstimmung. Manuelle Ansätze wie Tabellen oder PDFs stoßen dabei schnell an ihre Grenzen, da sie weder effizient skalierbar sind noch eine konsistente Datennutzung ermöglichen. Für Analyse und Steuerung bleibt entsprechend wenig Raum.

Ein Reporting Tool allein reicht nicht aus

Die zentrale Herausforderung liegt im Umgang mit Daten. Wirksame Steuerung erfordert eine einheitliche Datenbasis, in der ESG-Daten systemübergreifend zusammengeführt werden und klare Verantwortlichkeiten sowie Definitionen gelten.

Viele ESG-Lösungen schaffen die Grundlage dafür, indem sie Daten zentral bündeln. Für belastbare ESG-Informationen braucht es jedoch zusätzlich klare Prozesse und Verantwortlichkeiten, damit Daten prüfbar und nachvollziehbar bleiben.

ESG messbar machen

Für den Übergang von ESG-Reporting zu Unternehmenssteuerung haben sich sechs Handlungsfelder bewährt:

So entsteht ein konsistenter Ansatz, der Reporting, Steuerung und Entscheidungsfindung miteinander verbindet.

ESG als Steuerungsinstrument nutzen

Wenn ESG-Daten strukturiert und integriert vorliegen, verändert sich ihre Rolle. Aus einzelnen Informationen entsteht eine konsistente Datenbasis, die sowohl strategische als auch finanzielle Unternehmensentscheidungen unterstützt.

ESG wird so zu einem Instrument, das hilft, Risiken zu managen, Effizienz zu steigern und langfristige Resilienz zu stärken.

Sind Sie bereit für den nächsten Schritt? Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wo Ihre Organisation aktuell steht und wie ESG-Datenmanagement echten Mehrwert schaffen kann.


  • 1,3 Capgemini Research Institute – A World in Balance 2025: Unlocking resilience and long-term value through environmental action
  • 2 CDP (2026) – Keeping Pace: Disclosure Data Factsheet 2025.