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Target Operating Models für Digitaleinheiten – Ein lösungszentrierter Transformationsansatz

Sebastian Marschall
31.01.2024
capgemini-invent

In der digitalen Ära stehen Organisationen weltweit vor neuen organisatorischen Herausforderungen: Sie müssen ihr traditionelles Operating Model (auch Betriebsmodell oder Zusammenarbeitsmodelle genannt) anpassen, um den komplexen Anforderungen einer digital affinen Kundenbasis gerecht zu werden. Auf digitale Produkte & Services ausgerichtete Target Operating Modelle sind kein vorübergehender Trend, sondern eine notwendige entscheidende Veränderung für Unternehmen, die weiterhin relevant und wettbewerbsfähig bleiben möchten. Mit zunehmendem Fokus auf digitale Dienste wird der herkömmliche Ansatz von “Produzieren, Verkaufen, Ausliefern” obsolet, und Unternehmen müssen beginnen, ihre Arbeitsweisen neu zu gestalten.

Angesichts dieser Herausforderungen werden Geschäfts- und Entwicklungsprozesse grundlegend überdacht und agile sowie kundenorientierte Methoden angewandt, um mit der digitalen Transformation Schritt zu halten. Im Fokus stehen dabei moderne lösungszentrierte Operating Models, die die Entwicklung digitaler Produkte & Services nahtlos in die Organisation integrieren, um den hohen Erwartungen der Kunden gerecht werden.

Dieser Blogbeitrag widmet sich der Evolution hin zu einem lösungszentrierten Operating Model und illustriert, wie Organisationen geschickt die Herausforderungen dieser Transformation meistern können. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Optimierung von Digitaleinheiten, also genau die Unternehmensbereiche, die die Entwicklung digitaler Produkte & Services in der Gesamtorganisation verantworten.

Die Entwicklung zu einem lösungszentrierten Operating Model

Der Wechsel von einem traditionellen Operating Model, das sich auf „Produzieren, Verkaufen, Ausliefern“ (produktzentriert) konzentriert, zu einem lösungszentrierten Ansatz ist ein vielschichtiger und komplexer Prozess. Bei unseren Kunden beobachten wir häufig, dass Geschäfts- und Betriebsmodelle zwar historisch wachsen, dabei aber nicht ausreichend durchdacht, modernisiert und lösungszentriert ausgestaltet werden. Dies zeigt auch unsere Studie des Capgemini Research Institutes, in der 59% aller befragten Unternehmen keine dedizierte Abteilung für die Entwicklung intelligenter Produkte & Services in der Gesamtorganisation haben, was dazu führen kann, dass dieser so wichtige neue Geschäftsbereich in der IT massiv unterrepräsentiert ist. 

Häufig stoßen diese Unternehmen dabei auf ähnliche Herausforderungen, wie isolierte Teams, mangelnde Koordination und Vernachlässigung der Nutzerbedürfnisse. Sie verpassen die Chance das volle Potenzial ihrer Produkte und Services auszuschöpfen und somit neue Wertströme für das Unternehmen zu generieren.

Angesichts der wachsenden Vernetzung benötigen moderne Organisationen ein Operating Model, das konsequent auf Lösungen ausgerichtet ist. Worauf müssen Unternehmen, die vor dieser Herausforderung stehen achten? Von der “Analog Legacy” hin zur “Digitalen Orchestrierung”, leiten wir unsere Kunden entlang sechs zentraler Dimensionen, die uns dabei helfen das Target Operating Model zu designen:

Unsere zwei Frameworks für mehr Effizienz

In unserem Bestreben, organisatorischen Mehrwert in einer vernetzten Welt zu generieren, bieten wir zwei bewährte Ansätze zur Konzeption eines lösungszentrierten Betriebsmodells. Dabei berücksichtigen wir den digitalen Reifegrad Ihres Target Operating Models und wenden den passenden Ansatz an.

Option 1 – Minimum Viable Organization (MVO)

Die Minimum Viable Organization (MVO) wird in iterativen Schritten auf die Organisation angewandt. Sie konzentriert sich auf die Schaffung der kleinstmöglichen Struktur mit den wesentlichen Ressourcen und Fähigkeiten, um Kundenwert zu liefern. Dadurch ergeben sich mehrere Vorteile: Eine beschleunigte Einführungs- und Bewertungsphase durch eine engere Fokussierung, effiziente Skalierung dank des Wissenstransfers von einer Phase zur nächsten sowie kontinuierliches Testen und Anpassen zukünftiger Arbeitsweisen von Beginn an. Dieses Vorgehen ermöglicht eine zügige Implementierung und hohe Anpassungsfähigkeit, indem es auf den Erkenntnissen aus den vorherigen Phasen aufbaut und diese gezielt überträgt.

Option 2 – Incremental Organization (IO)

Mit dem Incremental Organization (IO) Ansatz, der die gesamte Organisation betrachtet, werden einzelne Target Operating Model Bausteine ganzheitlich ausgearbeitet und anschließend auf alle Bereiche gleichzeitig ausgerollt. Dadurch wird sichergestellt, dass sämtliche Potenziale genutzt werden, um in allen Abteilungen die bestmögliche Leistung, Qualität und Kontrolle zu erreichen. Der Schwerpunkt liegt auf sorgfältiger Planung, enger Kundeneinbindung, Fehlerbehebung sowie der Förderung einer Kultur kontinuierlicher Verbesserung und Innovation. Während somit der MVO auf Schnelligkeit und Flexibilität setzt, betrachtet der IO-Ansatz die Organisation ganzheitlich. Er strebt umfassende Lösungen für alle Bereiche gleichzeitig an, um Leistung und Qualität zu maximieren.

Unsere Schlussfolgerung impliziert, dass ein lösungszentriertes Betriebsmodell kein kurzfristiger Trend ist, sondern eine bedeutende strategische Entscheidung im digitalen Zeitalter darstellt. Dieser Wandel kommt wie jede Veränderung mit Herausforderungen, aber er eröffnet ebenso immense Chancen für gesteigerte Produktivität, Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit in der Entwicklung und Bereitstellung von digitalen Diensten. Durch unsere innovativen Ansätze können Unternehmen diesen Prozess aktiv gestalten und sicherstellen, dass sämtliche Aspekte ihrer Betriebsabläufe den sich ständig wandelnden Anforderungen ihrer Kunden und des Marktes entsprechen.

Treten Sie mit uns in einen Dialog über die Entwicklung, Gestaltung und Implementierung von Betriebsmodellen für digitale Einheiten in verschiedenen Branchen. Dank unserer innovativen Ansätze können Organisationen erfolgreich und vollständig digitalisiert in der vernetzten Welt operieren. Unabhängig von der Entwicklungsstufe Ihrer Organisation stehen wir Ihnen zur Seite, um Sie auf dem Weg von einem produktzentrierten Modell hin zur digitalen Orchestrierung zu begleiten. Auf diese Weise können Sie das gesamte Potenzial intelligenter Produkte und Services optimal ausschöpfen.

Wie können Unternehmen, die noch keine digitale Einheit haben, diese aufbauen und eine lösungszentrierte Transformation einleiten? Im nächsten Blogpost beleuchten wir verschiedene Modelle wie z.B. Digital Hubs, in IT integrierte Einheiten und vollständig ausgegliederte Innovationseinheiten. Anhand von Fallstudien und bewährten Strategien zeigen wir Wege auf, eine digitale Einheit von Grund auf zu etablieren und langfristigen digitalen Erfolg zu sichern. Erfahren Sie, wie Sie die digitale Produkt- & Servicelandschaft Ihres Unternehmens neu gestalten können.

Vielen Dank an die Co-Autoren Tom Schwemer und Julian Stöhr

Unser Experte

Sebastian Marschall

Director I Intelligent Industry
Sebastian Marschall ist Director bei Capgemini Invent und unterstützt unsere Kunden bei der Realisierung von Wachstums- und Effizienzpotenzialen durch neue digitale Serviceportfolios und Geschäftsmodelle. Mit Hilfe unseres bewährten End-to-End-Ansatzes begleit er unsere Kunden von der Strategie über das Design bis hin zur Umsetzung und Go-2-Market.

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