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Eine gute Planung ist ein Hygienefaktor

Capgemini
09. Nov. 2020

Neue Herausforderungen an die Wirtschaftsplanung

Der in den letzten 10 Jahren vollzogene, noch andauernde Wandel der Energiewirtschaft sowie die Veränderung der Rahmenbedingungen stellen die E&U Branche und insbesondere Netzbetreiber vor große Herausforderungen in der Wirtschaftsplanung:

Zum einen erfordert die Energiewende aufgrund des notwendigen Netzausbaus und der Integration erneuerbarer Energien laufend große Investitionen in die Netze, die planungstechnisch berücksichtigt werden müssen. Zum anderen müssen für das Bestandsnetz die Instandhaltungsarbeiten (Inspektion, Wartung, Instandsetzung, Verbesserung) und zukunftsorientierte Projekte (z. B. Ausbau IT-Infrastruktur, Digitaler Zwilling, etc.) in die Wirtschaftsplanung integriert werden. Weiterhin steigen die Stakeholderanforderungen an Netzbetreiber stetig. Diese drücken sich in Qualitätsanforderungen an zu erbringende Leistungen und der Transparenz über Kostenstrukturen aus. Gerade im Rahmen von Bauprojekten und Konzessionsverhandlungen stehen dabei erweiterte Reportinganforderungen im Fokus.

Diese übergeordneten Druckpunkte auf das Netzbetreibergeschäft schlagen in letzter Konsequenz auf das operative Level der internen Wirtschaftsplanung durch. Externe Einflüsse und häufigere Planungsänderungen müssen transparent und kurzfristig aufgegriffen werden – insbesondere im Ressourcenbereich, wo eine Verknappung des Angebots eine zielgerichtete Planung voraussetzt. Darüber hinaus muss zu jedem Zeitpunkt die Datenqualität sichergestellt werden, um gute und transparente Entscheidungen zu treffen. Nach dem Aufbau einer transparenten und zielgerichteten Planung bietet der Einsatz von Data Analytics eine optimale Grundlage zur weiteren Nutzung dieser Daten.

Die 4 zentralen Handlungsbedarfe

Die neuen Herausforderungen, die ein hohes Maß an Standardisierung und Systematisierung erfordern, treffen nun im Status Quo bei vielen Unternehmen auf unzureichende und überholte Planungsstrukturen, die sich in vier zentrale Handlungsbedarfe kategorisieren lassen und in der unten stehenden Grafik beschrieben werden:

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Abbildung 1: Die 4 zentralen Handlunsgsbedarfe

Ziel ist ein maßnahmenbasierter & standardisierter Planungsansatz, der den Anforderungen Ihrer Stakeholder gerecht wird

Um den Herausforderungen zu begegnen und dabei die Handlungsbedarfe des Status Quo zu adressieren, ist eine umfassende Standardisierung und Neuausrichtung der Planungslogiken zu einer maßnahmenbasierten Planung unumgänglich. Standardisierung im Rahmen der Kalkulationsfunktionen sowie der zu Grunde liegenden Planungsdaten und -prozesse – insbesondere im Hinblick auf die Granularität – sichern dabei ein einheitliches Vorgehen, Vergleichbarkeit und Flexibilität der Planung.

Darüber hinaus kann die Effizienz der Planungsprozesse durch weitreichende Automatisierung in den Berechnungen gesteigert werden. Zusätzlich vereinfachen geeignete IT Werkzeuge die Bedienung und Dateneingabe und versprechen somit zusätzliche Effizienzgewinne.

Neben diesen eher klassischen Optimierungsansätzen ist der größte Hebel zur Adressierung der aktuellen Handlungsbedarfe in der Wirtschaftsplanung allerdings die Umstellung der Planung auf einen Bottom-Up-Ansatz. Dieser sieht die Vorabplanung von Standardkosten sowie Personalbedarfen je Maßnahme vor. Diese werden automatisch konsolidiert und in einem gesamten Wirtschaftsplan überführt. Dieser weist eine Übersicht über Finanz- und Personalbedarf aus. Auf Basis dieser maßnahmenbasierten Planung sind verschiedene Auswertungen auf unterschiedlichen Granularitätsebenen möglich. Zudem ist die Vergleichbarkeit über unterschiedliche Zeithorizonte möglich.

Nicht handeln ist langfristig immer die teuerste Option und blockiert Innovationen und Wachstum

Durch das Ausrichten der  Wirtschaftsplanung basierend auf  einzelnen Maßnahmen können neben einer höheren Planungsstandardisierung und Automatisierungsansätzen weitere Vorteile genutzt werden:

  • Schnellere Planungsprozesse entlasten Schlüsselressourcen im Unternehmen und tragen bei entsprechender Datenqualität generell zu reduzierten Aufwänden in der Unternehmensplanung bei.
  • Durch eine tiefere Planungsebene in Verbindung mit standardisierten Ansätzen wird eine Reduktion von pauschalen Sicherheits- und Risikozuschlägen und damit eine höhere Planungsqualität erreicht.

Die Umstellung Ihrer Wirtschaftsplanung auf eine transparente und maßnahmenbasierte Planung kann gestaffelt erfolgen, begonnen mit dem Aufbau einer standardisierten Planungslogik, der Verprobung in einer Interimslösung und im letzten Schritt der Einführung eines IT-Tools.

Um den gestiegenen internen und externen Anforderungen an eine Wirtschaftsplanung gerecht werden zu können, werden Energieversorgungsunternehmen zukünftig die Transformation ihrer Finanzplanung vorantreiben müssen. Damit Sie diese Transformation für sich erfolgreich gestalten, ist die Umstellung auf eine maßnahmenbasierte Bottom-up Planung der Schlüssel – der durch eine analytische Softwarelösung weiter gestärkt wird.

Vielen Dank an Svenja Dreger, Nils Prädel, Jonas Nitsch und Qixuan Yang für die maßgebliche Erstellung dieses Blogbeitrages.

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