Die besten Lerntipps für Programmierer

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In diesem Artikel erfahren Sie, wie Ihnen das Wissen um Ihren Lerntyp und die optimale Lerntechnik das Programmieren lernen erleichtern.

Wer sich als Programmierer weiterbilden möchte, braucht einen langen Atem: Wie beim Lernen einer Fremdsprache sollten Sie täglich üben, um komplexe Strukturen schnell abrufen zu können. Wie Sie das meiste aus Ihrer Lernzeit herausholen, lesen Sie in unseren Lerntipps für Informatiker.

Welcher Lerntyp bin ich?

Pauschal Lerntipps zu verteilen, geht an der Realität vorbei, denn: Jeder lernt anders. Pädagogen haben deshalb eine Typologie der Lerner erstellt. Besonders interessant für Coder ist die Einteilung des amerikanischen Forschers Richard M. Felder1, der sich auf technische Lernstile spezialisiert hat. Einige der wichtigsten Lerntypen nach Felder sind die folgenden:

Reflektive vs. aktive Lerner

Der reflektive Lerner möchte das Material zuerst alleine sichten und verstehen, bevor er es anwendet. Der aktive Lerner hingegen beginnt direkt damit, das Material einzusetzen, auch wenn ihm noch nicht alle Informationen vorliegen. Gerne tut er dies auch in der Gruppe.

Lerntipps:

  • Als reflektiver Lerner profitieren Sie davon, Lernmaterial nicht nur zu konsumieren, sondern es auch selbst zu strukturieren, z.B. indem Sie kurze Zusammenfassungen des Materials schreiben. Wenn Sie z.B. gerade Java lernen, könnten Sie parallel einen privaten Blog mit kleinen Java-Tutorials verfassen.
  • Als aktiver Lerner steigern Sie Ihre Lernproduktivität durch Arbeitsgruppen, in denen Sie sich verschiedene Lernbereiche gegenseitig vorstellen und erklären. Außerdem profitieren Sie von kleinen Coding-Aufgaben zum Ausprobieren, entweder zum Beispiel online2  … oder vielleicht beim nächsten Capgemini-Hackathon in Ihrer Nähe?

Visuelle vs. verbale Lerner

Visuelle Lerner merken sich Lernstoff am besten unter Verwendung von Bildern, Diagrammen, Videos und Vorführungen. Und verbale Lerner erzielen die besten Resultate aus Büchern und gesprochenen Vorträgen.

Lerntipps:

  • Als verbaler Lerner profitieren Sie von Lektüreangeboten und Vorlesungssituationen wie sie an Universitäten üblich sind – oder auch von Online-Video-Tutorials.
  • Als visueller Lerner sind „Training on the Job“ und Ausbildungen für Programmierer ideal, weil Sie hier viele Verfahren nach Bedarf gezeigt bekommen. Falls Sie sich als visueller Lerner doch in einer verbalen Lernumgebung wiederfinden, können Sie Ihre Coding-Manuals grafisch aufbereiten, indem Sie Kernaussagen einkreisen, Pfeile und Diagramme einfügen und mit Farbcodes arbeiten.

Die drei wichtigsten Lerntechniken

Um sicherzustellen, dass Sie aus Ihrer kostbaren Lernzeit das meiste herausholen, sollten Sie sich zudem einer Lerntechnik bedienen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Methoden, um herauszufinden, welche zu Ihrem Lernstil passt. Bewährt haben sich u.a.:

1.   Karteikarten

Der Klassiker unter den Lernmethoden – durch den geringen Platz auf der Karte sind Sie gezwungen, die Programmiersprache in kleine, leicht verdaubare Einheiten zu zerlegen, also z.B. auf einzelne Anweisungen und Kontrollstrukturen herunterzubrechen. Die Verwendung ist einfach: Karteikarten, die Sie bereits beherrschen, sortieren Sie aus. So fokussieren Sie sich auf die Elemente, die Ihnen noch Schwierigkeiten bereiten. Außerdem sind Karteikarten überall zur Hand, so dass Sie auch kurze Leerlauf-Situationen im Alltag gut zum Lernen nutzen können.

2.   Mind-Mapping

Sogenannte Mind-Maps unterstützen die natürliche Arbeitsweise unseres Gehirns. Statt Informationen linear aufzubereiten, bilden sie ein grafisches Netzwerk von Ideen. Wichtige Punkte gehören ins Zentrum des Netzwerks, weniger wichtige in die Peripherie. Die Elemente werden je nach Verwandtschaftsgrad oder Zusammengehörigkeit durch Linien verbunden. Durch die entstehende Baumstruktur können Sie sich neue Inhalte leichter merken und Zusammenhänge leichter verstehen, z.B. um sich die Logik eines Programms vor Augen zu führen. Mindmaps können Sie klassisch auf Papier skizzieren – mittlerweile gibt es aber auch hilfreiche Software-Tools, mit denen Sie digitale Mindmaps3 erstellen können.

3.   Loci-Methode

Die Loci-Methode ist ein hocheffektives System, das dazu dient, Informationen zu visualisieren; die Methode kann dazu beitragen, die Gedächtnisleistung eines Menschen zu vervielfachen. Dabei visualisiert man grob gesagt eine bekannte räumliche Umgebung, z.B. den Weg zur Uni. An bestimmten Punkten der Route platzieren Sie nun Informationen in visueller Form. Zum Beispiel kann die Header-Struktur einer Webseite durch einen sprechenden Kopf zu Beginn des Weges repräsentiert werden, etwa neben Ihrer Haustür. Wenn Sie solche ungewöhnlichen Verknüpfungen schaffen, können Sie sich Informationen besser einprägen.

Drei Tipps für effektives Zeitmanagement

1.   Rechtzeitig anfangen & Lernplan erstellen

Es mag selbstverständlich klingen, aber es ist der Kardinalfehler beim Lernen schlechthin: Schieben Sie das Lernen nicht so lange auf, bis sie unter echtem Zeitdruck stehen. Erstellen Sie stattdessen frühzeitig einen Lernplan, der den Lernstoff nach inhaltlichen Blöcken auf Tage, Wochen und Monate aufteilt. Diese Aufteilung übertragen Sie dann in einen speziellen Lernkalender, den Sie jeden Tag konsultieren – so wissen Sie direkt was zu tun ist und verschwenden keine Zeit damit, sich zu überlegen, was Sie als nächstes Lernen müssen. Planen Sie außerdem 10-20 % Puffer als Lernzeit ein, für unvorhergesehene Ereignisse, oder wenn Sie etwa einen schwierigen Stoff ungeplant wiederholen müssen.

2.   Den Lerntag planen

Im nächsten Schritt entwerfen Sie Ihren typischen Lerntag. Verbringen Sie zum Beispiel den Vormittag in der Informatik-Bibliothek Ihres Fachbereichs, treffen Sie sich mittags mit Kommilitonen in der Mensa (Pausen sind wichtig!) und überprüfen Sie den vormittags gelernten Code nachmittags gemeinsam in der Lerngruppe. Tun sich hier Defizite auf, arbeiten Sie diese abends nach.

3.   Pausen & Belohnungen einplanen

Bei allem Ehrgeiz: Haben Sie realistische Erwartungen. Sie können nicht acht Stunden am Tag durchlernen. Planen Sie deshalb nicht nur Ihre Lernzeiten, sondern auch Ihre Pausenzeiten und kleine Selbstbelohnungen fest ein. Als Faustregel gilt: Spätestens nach zwei Stunden intensiven Lernens sollten Sie eine 20-minütige Pause einlegen. Starren Sie während dieser Pause nicht weiter auf den Bildschirm – machen Sie lieber einen kurzen Spaziergang oder gönnen Sie sich etwa ein dunkles Stück Schokolade als gesunden Koffein-Boost.

Abchließende Lerntipps für Informatiker

Vielleicht der wichtigste Lerntipp von allen: die richtige Erwartungshaltung entwickeln. Das Lernen einer Programmiersprache ist wie das Lernen einer Fremdsprache – es erfordert viel Geduld und tägliches Lernen über einen langen Zeitraum hinweg. Eine strukturierte Herangehensweise, wie wir es oben beschrieben haben, hilft dabei, den Mount Everest bezwingbar zu machen; so halten Sie Ihre Motivation konstant, statt sie zu verlieren.

In der Praxis lernt es sich am besten

Noch ein letzter Tipp: Sammeln Sie neben dem Studium oder Eigenstudium von Programmiersprachen auch schon praktische Erfahrungen, z.B. in Form einer Werkstudententätigkeit oder einem Praktikum bei Capgemini. Solche Aktivitäten machen sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern beschleunigen auch Lernprozesse, weil Ihnen das „Warum“ Ihrer Lernbemühungen in der Praxis vor Augen geführt wird.

Erfahren Sie mehr über die bei Capgemini verfügbaren Praktika und Werkstudentenstellen. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören.

 

http://www4.ncsu.edu/unity/lockers/users/f/felder/public/ILSdir/styles.htm
2 https://programmingzen.com/15-sites-for-programming-exercises/
https://t3n.de/news/mind-mapping-online-tools-568258/

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