Frauen in Führungspositionen: Wie sich weiblicher Stil durchsetzen kann

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Bei Capgemini sind weibliche Führungskräfte nichts Ungewöhnliches. Dafür sorgen gezieltes Coaching für Frauen, aber auch die Unbeirrbarkeit der erfolgreichen Mitarbeiterinnen selbst.

Ganz gemäß dem Motto #womeninleadership sind Frauen in Führungspositionen bei Capgemini ausdrücklich erwünscht. Wir haben mit vieren von ihnen gesprochen und sie nach ihren Erfolgsrezepten gefragt:

Dr. Jutta Hensel ist Principal Business Analyst und Team Lead Business Technology Automotive an unserem Standort in München mit Verantwortung für ein Team von 20 Mitarbeitern.

Dr. Christin Hiergeist kümmert sich als People Unit Manager um ein Team von 170 Mitarbeitern im Bereich Digital Customer Experience.

Sabine Lammert leitet als Delivery Executive ein Team von 87 Mitarbeitern in der Automobilbranche.

Dr. Petra Wolf ist Principal Business Technology Analyst bei Capgemini in München und verantwortet das Beratungsgeschäft der Kundengruppe „Öffentliche Verwaltung Bund“.

In welchem Alter habt ihr eure erste Position mit Führungsverantwortung übernommen?

Sabine Lammert: Mit 28 Jahren habe ich die erste größere Projektleitung übernommen. Es war ein Software-Entwicklungsprojekt für eine Bank und mein Team bestand aus 12 Mitarbeitern.

Dr. Jutta Hensel: Auch ich war 28, als ich nach 3 Jahren Berufserfahrung die Teilprojektleitung in Projekten übernommen habe.

Dr. Christin Hiergeist: Im Vergleich zur heutigen Generation bin ich aufgrund meiner Promotion eher spät eingestiegen und habe im Alter von 30 Jahren die erste Teilprojektleitung übernommen.

Dr. Petra Wolf: Ich war auch bereits 32 Jahre alt, als ich die Leitung einer Forschungsgruppe an der TU München übernahm.

Was hat euch besonders geholfen, eine Führungsposition zu erreichen?

Dr. Christin Hiergeist: Mir hat es geholfen, dass ich früh Verantwortung übernommen habe. Ich war beispielsweise Schulsprecherin. Hier habe ich gelernt, mit Menschen umzugehen und zu delegieren. Ich empfehle jungen Frauen, solche Rollen auszuprobieren – das ist ein tolles Training. Darüber hinaus ist es wichtig, Vorgesetzte zu haben, die an einen glauben.

Dr. Petra Wolf: Ich war sehr lange in der Wissenschaft tätig und habe mir dort Expertise erarbeitet und ein Kundennetzwerk aufgebaut. Das war ein Vorteil, als ich zu Capgemini kam. Eine gute Qualifikation hilft einem, selbstsicher zu sein. Man weiß einfach, wovon man spricht.

Sabine Lammert: Das kann ich bestätigen. Mir hat meine generalistische Ausbildung dabei sehr geholfen. Dazu gehörte der Umgang mit den Kunden, die konzeptionelle Arbeit, aber auch die Software-Entwicklung. Neben reiner fachlicher Beratung habe ich in unterschiedlichen Projektrollen vieles erprobt. So lernt man, sich auf Neues einzulassen, hat Spaß mit Menschen zu arbeiten und gewinnt viel Erfahrung Teams anzuleiten.

Dr. Jutta Hensel: Man muss bereit sein, Verantwortung übernehmen zu wollen und Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen zu haben. Dazu kommt die Zielstrebigkeit, etwas bewegen zu wollen. Für mich ist dabei auch wichtig, dass Fehler passieren können, aus denen man lernt.

Gibt es Momente, in denen ihr euch in reinen Männerrunden durchsetzen müsst? Könnt ihr Frauen in Führungspositionen für solche Situationen einen Tipp geben?

Sabine Lammert: Ja, es gibt durchaus reine Männerrunden, an denen ich teilnehme. Mein Tipp ist, einfach ganz authentisch zu bleiben und den Mut zu haben, anders zu sein und einen individuellen Führungsstil zu entwickeln. Die Authentizität ist es, die zählt.

Dr. Christin Hiergeist: Eine gute Vorbereitung ist auch sehr wichtig. Im Vorhinein sollte man sich über Ziele klar werden und eine Linie verfolgen. Wenn es schwierige Themen gibt, ist es hilfreich, sie vorab in kleineren Runden zu besprechen. So können gemeinsam konstruktive Lösungen gefunden werden.

Dr. Jutta Hensel: Es ist auch wichtig, seinen Standpunkt klar zu vertreten, sachlich zu bleiben und gut argumentieren zu können. Es kann immer mal einen schwierigen Kollegen geben, egal ob männlich oder weiblich.

Dr. Petra Wolf: Natürlich gab und gibt es auch bei mir solche Momente. In Männerrunden setzt man sich durch, wenn man inhaltlich gut vorbereitet ist, sich seiner Sache sicher fühlt und mit guten Argumenten punktet. Was nicht funktioniert, ist: sich zu verstellen und zu versuchen, dem männlichen Stil nahezukommen. Weibliche Führungskräfte sollten authentisch bleiben und inhaltlich punkten.

Habt ihr Ratschläge, die ihr der nächsten Generation von Frauen in Spitzenpositionen mit auf den Weg geben könnt?

Dr. Petra Wolf: Man sollte sich selbst treu bleiben. Auch wenn man sich in einem MINT-Umfeld befindet, das männlich geprägt ist, sollte man seine Persönlichkeit und seine individuellen Stärken immer einsetzen. Frauen sind oft sehr kommunikativ. Das ist eine Stärke, die nicht zu unterschätzen ist.

Sabine Lammert: Ja, ich fürchte, viele Frauen denken, dass ein IT-Beruf nichts mit Kommunikation, Psychologie oder Teamarbeit zu tun hat. Und dass sich hier nur Tech-Nerds einfinden, die nicht gesellschaftsfähig sind. Das stimmt natürlich nicht. Ich möchte einfach alle Frauen motivieren in MINT-Berufe einzusteigen.

Dr. Christin Hiergeist: Ich finde, es ist gut, wenn man seine eigenen Entscheidungen trifft. Man sollte sich von Ratschlägen nicht verrückt machen lassen, sondern auf sich selbst hören. Wichtig finde ich auch, dass man für Chancen offen ist, die sich ergeben. Und man sollte jemanden finden, mit dem man über seine berufliche Entwicklung sprechen kann. Jemand, der einen Blick von außen hat und mit dem man gemeinsam seine Situation reflektieren kann.

Dr. Jutta Hensel: Frauen sollten sich nicht im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung die Frage stellen, ob sie auf Familie verzichten müssen, um Karriere zu machen. Es ist wichtig, auch mit Kind im Beruf verankert zu bleiben. Das mag viel Organisation und Kraft kosten, jedoch gibt es zahlreiche Angebote, die einen dabei unterstützen können, mit reduzierter Arbeitszeit als Führungskraft zu arbeiten.

Vielen Dank für das Interview!

Haben auch Sie Ambitionen, als Frau in einer Spitzenposition tätig zu sein oder sich dorthin weiterzuentwickeln? Wir haben in unserer Jobbörse eine Vielzahl an Positionen, beispielsweise als Softwareentwicklerin, Projektleiterin oder IT-Beraterin, an unseren Standorten in ganz Deutschland ausgeschrieben.

Hier geht es zu den offenen Ausschreibungen.

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