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Public sector

eGovernment Benchmark 2022: Inklusivität, grenzüberschreitender Handel und elektronische Gesundheitsdienste rücken in den Mittelpunkt

Wie ausgereift ist die digitale Verwaltung in Europa? Während das digitale Jahrzehnt der EU voranschreitet, steht die Nutzerorientierung weiterhin im Mittelpunkt der Transformationsbemühungen, wobei einige Länder weiter fortgeschritten sind als andere.

Investitionen in den digitalen Wandel

Das Bestreben der EU, die wichtigsten öffentlichen Verwaltungen in Europa bis 2030 zu 100 % online verfügbar zu machen, hat durch die Notwendigkeit, auf die weltweite Coronavirus-Pandemie zu reagieren, Auftrieb erhalten. Wie aus dem eGovernment-Benchmark-Report 2022 der Europäischen Kommission hervorgeht, der von Capgemini, seiner Tochtergesellschaft Sogeti und den Konsortialpartnern IDC und Politecnico di Milano erstellt wurde, haben die EU-Mitgliedstaaten mehr als 26 % der Ausgaben im Rahmen des EU-Fonds für Konjunkturbelebung und Krisenfestigkeit für den digitalen Wandel bereitgestellt.

Introducing eGovernment Benchmark

Dies ist die 19. Ausgabe des international anerkannten Jahresberichts der Kommission. Sie bietet einen detaillierten Überblick über die Leistung elektronischer Behördendienste bei der Erbringung von 95 Dienstleistungen für neun Lebensereignisse. Diese Ereignisse sind Schlüsselpunkte im Leben von Bürgern und Unternehmen, wie die Geburt eines Kindes, ein Umzug oder die Gründung eines Unternehmens.

Wie stehen die Regierungen der 35 teilnehmenden Länder, darunter 27 EU-Mitgliedstaaten und acht weitere Länder, im Vergleich da? Um das herauszufinden, besuchten und bewerteten Bürgerinnen und Bürger aus jedem Land zwischen Juli und August 2021 und im Oktober 2020 14.252 Websites. Darunter waren 8.491 Websites und 804 Portale der eigenen Regierung sowie 4.155 grenzüberschreitende Websites und 802 Portale aus anderen europäischen Ländern.

Messung der vier Dimensionen von E-Government

Die E-Government-Benchmark-Studie erstreckte sich auf die digitale Leistung von zentralen, regionalen und lokalen Behörden. Sie ergab, dass die öffentlichen Dienste in ganz Europa reif für Innovationen sind, wobei insbesondere die elektronischen Gesundheitsdienste ein wichtiger digitaler Politikbereich sind.

Während acht von zehn Diensten vollständig online abgewickelt werden können (81 %), besteht in den vier untersuchten Dimensionen von E-Government ein Missverhältnis zwischen Stärken und Entwicklungsbereichen:

  • Benutzerfreundlichkeit: Dieser Bereich ist am ausgereiftesten, mit hohen Werten für die Online-Verfügbarkeit, die Benutzerunterstützung und die Benutzerfreundlichkeit von Mobiltelefonen (durchschnittlich 88 %). Da jedoch immer mehr Dienstleistungen von der digitalen Anbindung der Bürger abhängen, sind die Regierungen dafür verantwortlich, dass das digitale Jahrzehnt nicht an denjenigen vorbeigeht, die nicht mit der digitalen Welt vertraut sind.
  • Wichtige technologische Voraussetzungen: Von den Diensten, die eine Identifizierung erfordern, ermöglichen 67 % eine Online-Identifizierung mit einer offiziellen nationalen elektronischen ID
  • Transparenz: 57 % der Regierungsportale informieren die Nutzer darüber, ob und welche ihrer persönlichen Daten von öffentlichen Verwaltungen abgefragt und verarbeitet wurden
  • Grenzüberschreitende Dienste: Weniger als die Hälfte (46 %) der Dienste sind für internationale Nutzer zugänglich.

Während elektronische Behördendienste die Bürger und Unternehmen am Laufen halten und zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwung Europas beitragen werden, argumentiert der E-Government-Benchmark, dass die öffentlichen Verwaltungen ihre digitalen Dienste nicht allein umgestalten können. Sie müssen untereinander und mit ihren Nutzern zusammenarbeiten und die Digitalisierung der öffentlichen Dienste synchronisieren.

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Marc Reinhardt

Executive Vice President, Public Sector Global Industry Leader |  Expertise: Public Services
Ich analysiere Branchentrends, erfasse die Bedeutung verschiedener Entwicklungen für Branchensegmente oder individuelle Kunden und setze dann unsere umfassenden Ressourcen ein, um eine optimale Lösung für die Situation zu finden. Wir arbeiten daran, soziale und öffentliche Behörden effektiver und interaktiver zu gestalten. Das Ergebnis – „Interactive Government“ oder kurz i*Gov – ist die nächste Stufe des eGovernment.