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Doch was bedeutet das für die Menschen hinter der Technologie, die CIOs? Sind sie die neuen Geschäftsvisionäre? Wenn ja, wer sorgt dafür, dass alle Prozesse weiterhin reibungslos laufen? Brauchen wir jetzt zwei Typen von CIOs?

Um diese Fragen zu beantworten brauchen wir die „hybride IT“. Sie basiert auf der Idee, dass ein CIO einerseits die großen (Legacy-) Altsysteme der IT-Infrastruktur am Laufen hält, während er gleichzeitig das Unternehmen digital transformiert, etwa mit Hilfe cloudbasierter Services. Zu diesem Thema empfehle ich den Blogbeitrag von Veit Siegenheim über die „Hybridfunktion des CIO“. In der Realität gibt es zwei CIO-Typen:

CIOs der „alten Schule“ mit zahlreichen Infrastrukturprojekten fühlen sich vermeintlich wohler damit, den IT-Betrieb im Blick zu behalten. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Automatisierung der Kernsysteme und der Effizienzsteigerung bestehender Prozesse.

Digital ambitionierte „Change Agents“ hingegen machen sich disruptive Technologien ganz zu ihrem eigenen Handwerk und beschleunigen damit den grundlegenden Wandel der Geschäftsmodelle. Ein gutes Beispiel hierfür ist der von CIO.de frisch ernannte CIO des Jahres Roger Kehl, der die IT des Automatisierungsspezialisten Festo auf Digitalisierung und Industrie 4.0 umstellte. Die Jury lobte den gelungenen Spagat zwischen Technik und Business.

Der Blick auf die Transformation jenseits des Business

Wer in seiner Verantwortlichkeit direkt an die des CIO angrenzt ist der Chief Digital Officer (CDO). Er gilt oft als „Veränderer vom Dienst“. Ambitionierte CDOs und CIOs verwenden einen Großteil ihrer Zeit einerseits darauf, die Bedürfnisse und Prozesse der eigenen Organisation und Kunden zu verstehen und zu analysieren. Andererseits schauen sie genau hin bei all den mittleren und großen Konkurrenzunternehmen, die gerade hohe digitale Wellen schlagen. Networking, effektive Arbeitsbeziehungen aufbauen und äußere Reize und Einflüsse in das Unternehmen leiten – das sind ganz wesentliche Bestandteile ihrer Arbeit.

Markenverantwortung übernehmen

Auch CIO’s müssen verstehen, dass der Einfluss der IT auf die Markenwahrnehmung eines Unternehmens beständig weiter steigt. Der Kontakt mit Kunden entsteht immer häufiger erstmals über soziale oder digitale Kanäle. Und dieser Moment ist, wie jeder andere erste Eindruck, natürlich prägend. Ein dysfunktionaler Onlineshop zum Beispiel kann die Reputation eines Unternehmens in Sekunden nachhaltig demolieren und für Umsatzeinbußen sorgen.

Die Kernkanäle müssen trotz hybrider IT-Infrastruktur also sicher laufen. Server müssen 24/7 online sein und Anwendungen regelmäßig gewartet werden. Algorithmen warten auf ständige Optimierung und Artificial-Intelligence-Anwendungen darauf, Kundenerwartungen zu erfüllen. Der CIO wird damit mehr und mehr zur Verantwortung gezogen für gute Geschäftsergebnisse.

Klare Skizzen zeichnen für das neue Zeitalter

Betrachten wir die Nutzung sozialer und digitaler Kanälen, künstlicher Intelligenz und ähnlichem, dann wissen wir, dass wir noch ganz am Anfang stehen. Die Pfeile deuten in nur eine Richtung und der Ruf nach einem stärker geschäfts- bzw. kundenorientierten CIO wird früher oder später nicht mehr zu übertönen sein. Wie können wir uns auf diese unausweichliche Entwicklung vorbereiten?

Ein neuer Typus CIO, dessen Rollenverständnis untrennbar mit Veränderung und Wachstum verknüpft ist, wird in den Vordergrund treten. Vielleicht braucht es je nach Anforderungsprofil in der Tat zwei verschiedene CIOs mit unterschiedlichen Mindsets. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte sein, klar zu skizzieren mit welchen Erwartungen man denn der digitalen Transformation entgegen tritt und welche Anforderungen die CIO-Rolle erfüllen soll.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Welche neuen Kompetenzen müssen CIOs ihrer Einschätzung nach heute mitbringen?