Die globale Zahlungsbranche baut weiterhin auf einem Jahrzehnt nachhaltigen Wachstums digitaler Zahlungen auf, während Echtzeitzahlungen zunehmend in kommerzielle Ökosysteme integriert werden. Obwohl 60 % der Banken in den vergangenen drei Jahren Innovationen im Bereich Business-to-Business-Zahlungen (B2B) priorisiert haben, geben lediglich 32 % der Unternehmenskunden an, mit ihrer Hauptbank zufrieden zu sein.

Die Herausforderung besteht inzwischen nicht mehr allein darin, Geld schneller zu bewegen. Unternehmen verlangen heute zunehmend mehr Transparenz, Vorhersehbarkeit, Kontrolle über Liquidität, integrierte Compliance-Funktionen sowie eine nahtlose Abstimmung und Nachverfolgung über den gesamten B2B-Zahlungszyklus hinweg.

Zum ersten Mal reagiert die Branche darauf, indem sie nicht nur die Art und Weise verbessert, wie Geld bewegt wird, sondern das Zahlungsmittel selbst neu gestaltet. Dieser Bericht bezeichnet diesen Wandel als „Accelerated Intelligent Money“: den beschleunigten Übergang zu Zahlungsinstrumenten wie Stablecoins, tokenisierten Einlagen und Wholesale Central Bank Digital Currencies (CBDCs), die Werttransfer, Abwicklung und Geschäftsregeln in einer einzigen Ebene vereinen.

Der neue World Payments Report basiert auf Erkenntnissen aus zwei zentralen Studien: der Global Corporate Survey 2026 sowie der Global Banking Executive Survey and Interviews 2026. Beide Forschungsinitiativen umfassten Teilnehmer aus neun Märkten: Australien, Vereinigte Arabische Emirate, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Niederlande, Singapur, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten.

  • Die umfassende Global Corporate Survey, auch bekannt als „Voice of the Payment Industry Survey“, befragte 1.110 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Die Unternehmen verteilten sich gleichmäßig auf drei Branchen: Versicherungen, Fertigungsindustrie, Logistik und Transport.
  • Darüber hinaus enthält der Bericht Erkenntnisse aus der Global Banking Executives Survey and Interviews, an der 300 Führungskräfte aus dem Bankensektor aus vier Weltregionen teilnahmen: Amerika, Europa, EMEA, Asien-Pazifik.

Der Bericht fordert die Branche auf, dem Beispiel einer kleinen Gruppe führender Wettbewerber zu folgen. Die Untersuchung zeigt, dass derzeit lediglich 21 % der Banken mindestens ein Instrument aus dem Bereich „Accelerated Intelligent Money“ aktiv skalieren.

Diese Vorreiter treffen gezielte strategische Entscheidungen darüber, wie sie künftig im Zahlungsverkehr konkurrieren wollen. Jede Marktposition erfordert unterschiedliche Fähigkeiten, Investitionen und Verpflichtungen:

  1. „Reaktive“ Marktteilnehmer. Diese Institute sichern ihren Kunden den Zugang zu neuen Funktionen, indem sie Lösungen von Drittanbietern vertreiben und dabei nur minimale eigene Investitionen tätigen.
  2. „Offensive“ Marktteilnehmer. Diese Banken investieren gezielt in priorisierte Zahlungskorridore, Kundensegmente oder Anwendungsfälle, in denen sie sich mit vertretbarem Aufwand differenzieren können.
  3. „Transformative“ Marktteilnehmer. Diese Akteure möchten das Ökosystem selbst gestalten. Dafür investieren sie in gemeinsame Infrastruktur, technische Standards und die Mitwirkung an Governance-Strukturen.

Jede Bank steht vor derselben strategischen Entscheidung. Entscheidend ist jedoch, diese Entscheidung jetzt zu treffen. Untätigkeit wird keine erfolgreiche Strategie sein.

Die Banken, die zuerst festlegen, in welchen Märkten sie aktiv sein wollen, wie sie sich differenzieren werden und welche Fähigkeiten sie dafür heute aufbauen müssen, werden die Wettbewerbsbedingungen der Zukunft im Zahlungsverkehr maßgeblich bestimmen.