World Wealth Report 2017: Anzahl der Millionäre in Österreich um fast 10 Prozent gestiegen

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Wien, 28. September 2017 – Der heute vom Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini, veröffentlichte World Wealth Report 2017 (WWR) wirft ein neues Licht auf die Art und den Wert der Zusammenarbeit zwischen vermögenden Privatanlegern und Wealth-Management-Firmen. High Net Worth Individuals (HNWI) als auch Vermögensverwalter wünschen sich vermehrt sogenannte hybride Beratungsangebote bei der Anlage und Verwaltung von Vermögen. Hybride Ansätze kombinieren eine digital gesteuerte Vermögensverwaltung mit einem menschlichen Berater.

Mehr Millionäre weltweit
Dem Bericht zufolge beschleunigten sich weltweit die HNWI Wachstumsraten im Jahr 2016: Die Zahl der vermögenden Privatanleger wuchs um 7,5 Prozent gegenüber 4,9 Prozent im Jahr 2015 während das Vermögen um 8,2 Prozent gegenüber 4,0 Prozent im Jahr 2015 zulegte. In Österreich ist die Anzahl der Millionäre überdurchschnittlich um 9,5 Prozent auf 132.600 gestiegen (Anzahl der Millionäre 2015: 121.000 und 2016: 132.600), wobei es erstmals Mexiko mit der Anzahl der HNWIs überholt hat. Gründe für den rapiden Anstieg in Österreich sind unter anderem die günstige Entwicklung der Wirtschaft, die erhöhte, am BIP gemessene gesamtwirtschaftliche Sparquote sowie das stetige Wachstum der Immobilienpreise (2015: 3,4 Prozent; 2016: 8,8 Prozent). Allgemein ist in den Regionen Asien-Pazifik, Nordamerika und Europa, die Anzahl der HNWIs um etwa 7,5 Prozent gestiegen, deren Vermögen wuchs um etwa 8,2 Prozent. Damit setzt sich der Wachstumstrend des Vorjahres in Nordamerika als auch in Europa fort. In der Asien-Pazifik-Region, die in den Jahren zuvor als stärkster Wachstumsmarkt galt, hat sich das Wachstum etwas verlangsamt (Anstieg Anzahl der HNWIs 2014 – 2015: 9,4%; 2015 – 2016: 7,4% und Anstieg des HNWI Vermögens 2014 – 2015: 9,9%; 2015 – 2016: 8,2%).
Einige Märkte, darunter Russland und Brasilien, verbesserten ihre Position unter den 25 Ländern mit den meisten Millionären deutlich: Russland verzeichnete nach einem moderaten Rückgang im Jahr 2015 das höchste Wachstum, mit rund 20 Prozent sowohl für die HNWI-Bevölkerung als auch deren Vermögenswerte. In Brasilien wuchs die Anzahl der HNWIs zweistellig, nachdem sie 2015 deutlich zurückgegangen war. Es wird erwartet, dass das Vermögen der HNWI weiterhin im Durchschnitt um rund 5,9 Prozent jährlich wächst und bis 2025 auf über 100 Billionen US-Dollar ansteigt.

Die Vermögensverwaltung wird hybrid
Hybride Beratungsmodelle geben Vermögensverwaltungsunternehmen die Möglichkeit, einen besseren Service für ihre Kunden anzubieten den Herausforderungen des Markts zu entsprechen. Der WWR 2017 zeigt, dass auf Seiten der Kunden die Bereitschaft zur Nutzung hybrider Beratungsmodelle steigt, wenn bereits eine etablierte Geschäftsbeziehung mit dem Vermögensverwalter besteht. Zu Beginn der Zusammenarbeit hingegen bevorzugen fast zwei Drittel der HNWIs (60,2 Prozent) den direkten Austausch mit einem persönlichen Vermögensverwalter. In dieser Phase geht es darum, die individuelle Kundensituation zu verstehen und das Risikoprofil zu erstellen. Sobald die Investmentstrategie erstellt und umgesetzt wird, nimmt die Bedeutung persönlicher Beratung bereits deutlich ab und erreicht im After-Sales beim Investmentreporting nur noch 37,5 Prozent (gegenüber 42,7 Prozent bei Hybrid- und 19,7 Prozent bei Automatisierungslösungen).

Stephan Kolarik, Leiter Transformation Consulting bei Capgemini in Österreich sagt dazu: „Die Ergebnisse des diesjährigen World Wealth Report zeigen, dass hybride Beratungsangebote bei der Vermögensverwaltung eine immer größere Rolle spielen. Viele Banken haben den Trend erkannt und sind dabei, ihr Angebot in diesem Bereich aus- oder zunächst noch aufzubauen. Allerdings gehen sie meist noch zögerlich vor und wagen nur kleine Schritte. Dies wird nicht ausreichen, um in dem zunehmenden Wettbewerb mit Fintechs bestehen zu können und den wachsenden digitalen und hybriden Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden.“

Die Akzeptanz hybrider Beratungsangebote ist regional und demografisch jedoch unterschiedlich. In Europa und Asien-Pazifik (ohne Japan) sind HNWIs am ehesten dazu bereit, hybride Dienstleistungen in den meisten Phasen des Beratungszyklus in Anspruch zu nehmen, während HNWIs in Nordamerika am wenigsten dazu tendieren. Die jüngeren HNWIs (unter 40 Jahre) bevorzugen mittlerweile einen hybriden Ansatz in allen Phasen der Beratungsbeziehung.

Die Führungskräfte der Vermögensverwaltungsgesellschaften sind sich der Bedeutung hybrider Beratungsmodelle bewusst, haben aber bisher keine großen Fortschritte erzielt. Das Angebot von hybriden Beratungsleistungen ist für 71 Prozent der HNWIs ein ausschlaggebender Punkt, wenn sie ihr Vermögen bei ihrem bevorzugten Vermögensverwalter konsolidieren.

BigTechs am Horizont?
Laut World Wealth Report könnte es sein, dass in den kommenden Jahren sogenannte BigTechs Wealth-Management-Dienstleistungen anbieten werden. BigTech ist ein allgemeiner Begriff für datengetriebene Technologieunternehmen wie Google, Amazon, Alibaba, Apple und Facebook, die traditionell nicht in Finanzdienstleistungen vertreten sind. Mehr als die Hälfte der HNWIs (56,2 Prozent) sind offen gegenüber BigTech-Dienstleistungen im Vermögensverwaltungsbereich und erwarten Effizienz, Transparenz, Innovation und exzellente Online-Funktionen, so der Report. Während BigTechs ihren Eintritt in die Vermögensverwaltung noch nicht offiziell angekündigt haben, sind sich etablierte Unternehmen der potenziellen Wettbewerber bewusst, haben aber unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen über mögliche Auswirkungen.

Methodik World Wealth Report 2017
Der World Wealth Report von Capgemini ist der branchenführende Benchmark für die Erfassung vermögender Privatpersonen (HNWIs), ihres Vermögens sowie der globalen und wirtschaftlichen Bedingungen, die den Wandel in der Wealth-Management-Branche vorantreiben. Die diesjährige 21. Ausgabe enthält Ergebnisse aus einer Primäruntersuchung zu Perspektiven und Verhaltensweisen der HNWI weltweit. Basierend auf den Antworten von über 2.500 HNWIs in den 19 wichtigsten Vermögensmärkten in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und Asien-Pazifik untersucht die Global HNW Insights Survey das Investitionsverhalten von HNWI einschließlich Asset Allocation, Gebührenmodellen und Anlagepräferenzen. Die Studie untersuchte auch das aktuelle Investitionsverhalten globaler HNWIs, einschließlich ihrer Asset-Allokation, ihres HNWI-Vertrauensniveaus und ihrer Asset-Allokation-Entscheidungen.

Weitere Informationen oder den Bericht finden Sie unter www.worldwealthreport.com

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