Mit Greenfield-Ansätzen zur Digitalisierung des Automobilvertriebs: eine Managerin berichtet

Managerin Anne Junge gibt einen Einblick in den Projektalltag bei Capgemini Invent – am Beispiel eines Projekts in der Automobilindustrie.

 

Hintergrund des Projektes

Innovative Ansätze in der Automobilindustrie

Prozessharmonisierung, -optimierung und -standardisierung sind heutzutage dominierende Themen in der Automobilindustrie. Die Automobilhersteller scheuen sich jedoch oft, Prozesse um- bzw. neuzudenken, da sie bestehende Infrastrukturen damit grundlegend verändern müssten. Mit der Einführung neuer Antriebsformen, wie z.B. der Elektromobilität, versprechen sich die Automobilhersteller neuen Schwung innerhalb und außerhalb ihrer Organisation.

Bei Capgemini Invent bekomme ich jeden Tag mit, wie Automobilhersteller gemeinsam mit Partnern an Lösungen arbeiten, um das Kunden- und Händlererlebnis nachhaltig zu verbessern. Hierzu zählt nicht nur die Einführung neuer Fahrzeugmodelle, Handelsformate oder Marketingkonzepte, sondern auch die Optimierung von bestehenden Prozessen und Vertriebslösungen auf Hersteller-, Handels- und Kundenebene.

Mein Weg zum Projekt

Nach meinen praktischen Erfahrungen in den Bereichen Banking, Pharma & Chemie war das erste Beratungsprojekt im Automobilumfeld eine große Umstellung für mich. Schnell wurde mir aber klar, dass das Thema Digitalisierung bei den Automobilherstellern auf der Agenda sehr weit oben steht und sich somit vielfältige Möglichkeiten für spannende Projekte für uns bieten. Nach meiner Arbeit in kleineren Teilprojekten im Automobilumfeld erhielt ich die Möglichkeit, bei einem internationalen Automobilhersteller gemeinsam mit dem Kunden das Thema „Digitalisierung Vertrieb“ aufzubauen. Dazu gehörte nicht nur der Programmaufsatz, sondern auch die Mitgestaltung einer neuen Vertriebsabteilung auf Markenebene. Wichtig in diesem Projekt ist, dass wir uns nicht am Bestehenden orientieren, sondern gezielt von Kunden und Händlern aus denken – User Centricity und Greenfield sind hierbei sehr wichtig. Schnell konnten wir viele Themenfelder identifizieren, die uns in Zukunft bei der Erreichung eines schlanken, kundenzentrierten Verkaufsprozesses unterstützen. Mit dem Ziel, Prozesse neuzudenken und diese in Europa auszurollen, möchte der Kunde so nicht nur den Händler in seiner täglichen Arbeit entlasten, sondern auch den Kunden an jedem Kontaktpunkt optimal beraten. In diesem Kontext galt es, Themen wie Omni-Kanal-Management, Daten- und Identifizierungsmanagement und vertriebsstufend-übergreifende Prozesse wie Ordermanagement weiterzuentwickeln.

Meine Aufgaben

Ich sehe mich in der Projektarbeit für meinen Kunden als Spezialistin für Vertrieb & Marketing, die in ihrem Arbeitsalltag häufig zwischen verschiedenen Rollen und Themen wechselt. Als Managerin erledige ich die vielfältigsten Aufgaben im Projekt. Von der Projektleitung eines Teams, welches unterschiedliche inhaltliche Themenfelder bearbeitet, wie z.B. Rollout, Produkt/ Applikation, Kommunikation, IT etc. bis hin zu eigenen Themen im Bereich markenübergreifende Vertriebsprozesse, bin ich in allen Teilprojekten beteiligt.

Durch die abwechslungsreichen Herausforderungen gleicht kein Tag dem anderen. Aktuell handelt es sich im Projekt zum Beispiel davon, den neu aufgesetzten Vertriebsprozess bei verschiedenen europäischen Märkten und Händlern vorzustellen und im Anschluss daran fach- und IT-seitig eine mögliche Implementierung zu prüfen. Das Besondere ist die Vielseitigkeit des Projekts, die ich gemeinsam mit meinem Team vorantreibe. Im Projektkontext muss unser Team nicht nur den Go-To-Market-Ansatz für Prozess und Applikation festlegen, sondern auch thematisch tief in den Themen Produkt, Kommunikation und bereichsübergreifende Prozesse auf Markenebene sein. Hierfür gibt es für jedes Teilthema Verantwortliche, die ihre Themen gemeinsam mit Ansprechpartnern auf Kundenseite vorantreiben.

Den Großteil der Arbeit leisten wir vom Standort des Kunden aus. Neben vielen wöchentlichen vor Ort Abstimmungen und Telefonkonferenzen besprechen wir mit dem Kunden den aktuellen Stand der Aufgaben. Im Rahmen von persönlichen Meetings besprechen wir strategische und operative Fragestellungen, die sowohl kurzfristig, aber auch langfristig beantwortet werden müssen. Ich freue mich, in diesem Projektumfeld auch jüngeren Kolleginnen und Kollegen die Chance zu geben, früh Verantwortung für Aufgaben zu übernehmen und gemeinsam mit den Kunden am Vertrieb der Zukunft zu arbeiten. Dabei ist es für mich als Projektleiterin sehr wichtig, dass alle im Team an einem Strang ziehen und neben den täglichen Aufgaben Zeit finden, unsere Themen gemeinsam weiterzudenken, um dem Kunden heute, aber auch in ein paar Wochen und Monaten, mit guten Ideen und Strategien weiterzuhelfen.

Meine Tipps für Jobeinsteiger

Wir legen sehr viel Wert auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden und haben den Anspruch an uns, die Themen von morgen mitzugestalten. Mit dem Fokus auf Digitalisierungsprojekte sind wir neben Strategie und Konzeptentwicklung auch oft für die Umsetzungen von Ideen verantwortlich –  sozusagen „die PS auf die Straße zu bekommen“. Dies bedeutet, dass man neben den bekannten Beraterkompetenzen auch eine Affinität für IT- und umsetzungsbezogene Fragestellungen mitbringen sollte.

Das „alltägliche“ Beraterleben ist dabei abwechslungsreich, aber auch gleichermaßen anspruchsvoll. Bei einem Projekt, das sich nicht in der Nähe des Wohnortes befindet, ist man oft drei bis vier Tage direkt beim Kunden vor Ort. Daher ist es wichtig für einen gewissen Ausgleich zu sorgen, z.B. in Form von Sport, gemeinsamen Team-Aktivitäten oder anderen Freizeitaktivitäten unter der Woche.

Darüber hinaus ist es von Vorteil, sich vor dem Einstieg in die Beratung über die Industrie bzw. die jeweilige Beratung im Rahmen von Recruiting-Veranstaltungen oder im Bekannten-/ Freundeskreis zu informieren, um ein Gefühl für Unternehmenskultur und Kundenprojekte zu bekommen.

Wer mit Kunden gemeinsam spannende Themen vorantreiben will, Mut zum Vordenken hat und seine Entwicklung eigenverantwortlich mit Hilfe einer starken Community gestalten möchte, ist bei Capgemini Invent genau richtig.

Über die Autorin

Anne Katrin Junge ist Managerin bei Capgemini Invent im Bereich Customer Engagement | Automotive Digital mit mehrjähriger Industrieerfahrung. Als Expertin für Digital Customer Experience und Innovation arbeitet sie an kundenzentrierten und ganzheitlichen Lösungen im Automobilsektor. Ihre Themenschwerpunkte umfassen Vertriebsstrategie- und prozesse, Vertriebsorganisation, Retail Innovation, CRM und Innovationsmanagement. In enger Zusammenarbeit mit ihren Kunden entwickelt und setzt sie zukunftsweisende Digital Customer Experience-Strategien im Bereich Vertrieb und Marketing um.