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Smart Digital Stores: Die digitalen Chancen für Modehändler

Julia Preukschat
2019-03-28

Das Internet als Vertriebsweg für Waren aller Art wächst kräftig und macht auch vor dem Mode- und Textilhandel nicht Halt. Der Online-Anteil steigt stetig und insbesondere stationäre Händler setzen immer mehr Waren über digitale Vertriebswege ab, so peilt z.B. Adidas einen Online-Anteil von 25% an. Im Gegenzug drängen aber auch klassische Online-Händler wie Zalando in die Innenstädte und schaffen es oft schneller, die Online- und Offlinekanäle intelligent zu verknüpfen. Die Verbindung dieser beiden Welten bietet Modehändlern ein großes Differenzierungspotential und kann einen Wettbewerbsvorteil erzeugen. Wie dies gelingen kann, hat Capgemini Invent in einer Studie zum Thema Modehandel der Zukunft untersucht.

Der stationäre Handel ist wichtig und muss sich weiter dem Kunden anpassen

Vorneweg: Der stationäre Handel ist und bleibt der wichtigste Kanal für Informationsbeschaffung und Kauf von Modeartikeln. Aber: Kunden erwarten die Vorteile des Online-Shoppings zunehmend auch beim stationären Einkaufserlebnis. 80% der Kunden führen die große Produktauswahl als einen der größten Vorteile des Online-Shoppings an. Im Store können Händler die Vorteile des Online Shoppings mit ihrer Präsenz in den Innenstädten zu verbinden. Showrooms bieten ein mögliches Konzept, wenn Sie digital integriert und in Form eines Smart Digital Stores gezielt auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen. Diese nutzen die (traditionelle) Verkaufsfläche zur modernen und ansprechenden Präsentation eines großen Sortimentsangebots. Der große Unterschied zum klassischen Ladenlokal: Bei den ausgestellten Produkten handelt es sich um Muster. Kunden können die Waren anfassen, anprobieren und im Ladenlokal bestellen. Die Lieferung erfolgt nach Hause. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Mehr Fläche zur Darstellung eines großen Produktportfolios durch Wegfall von Lagerfläche
  • Nutzung der gewonnenen Fläche zur Steigerung des Kauferlebnisses (z.B. Café, Lounges)
  • Möglichkeit der Berührung und Anprobe der Kleidung vor der Bestellung
  • Reduzierung von Retouren und Umtauschen im Vergleich zum klassischen Online-Shop

Digitale Tools können das Einkaufserlebnis für Kunden komfortabler machen

Die Versorgung des Kunden mit relevanten Zusatzinformation und -optionen über den gesamten Verkaufsprozess ist ein essenzieller Erfolgsfaktor. Die geschieht beispielsweise über:

  • Große Bildschirme oder intelligente Spiegel in den Umkleidekabinen mit weiteren Informationen und Bestellfunktion
  • Eine mobile App zur Unterstützung des Kunden zu jeder Zeit und an jedem Ort
  • Flexible Checkout-Prozesse durch direkte Bestellung per Smartphone-App oder Check-Out Terminal mit flexiblen Zahlungsoptionen
  • Transparente und schnelle Lieferung, im Idealfall innerhalb eines Tages

Doch was bedarf es für die erfolgreiche Umsetzung?

  • Strategie: Definition einer klaren Vision und einer strategischen Richtung als Leitplanke bei der Entwicklung und Umsetzung moderner Shop-Konzepte
  • Priorisierung der Initiativen: Die vielfältigen Möglichkeiten zur Ausgestaltung neuer Shop-Konzepte erfordern ein sorgfältiges Abwägen verschiedener Maßnahmen hinsichtlich der Erfüllung von Kundenerwartungen entlang des gesamten Verkaufsprozesses.
  • Organisatorische Transformation: Eine effiziente und agile Organisationsstruktur ist die Basis für die Transformationen zu einem kundenorientierten Unternehmen. Beispielsweise kann das Resort eines „Customer Experience Manager“ geschaffen werden, der sich auf die Kundensicht fokussiert und das Umdenken in der Organisation vorantreibt.
  • Prozessuale Integration: Der Erfolg digitaler Initiativen steht und fällt mit der nahtlosen Integration der Technologien in die Prozesse im Handel. Auch Liefer- und Distributionsketten müssen optimiert werden, um Kundenbedürfnisse wie z.B. die „Same Day Delivery“ ganzheitlich bedienen zu können.
  • Testen und lernen: Unternehmen sollten sich zu Beginn auf Kerntechnologien und -funktionalitäten konzentrieren und diese schnell auf den Markt bringen. Neue Vertriebsformate wie dem Showroom-Konzept sollten in einem abgesteckten Bereich pilotiert werden, um die Akzeptanz neuer Prozesse und digitaler Tools bei Mitarbeitern und Kunden zu erproben, sukzessive zu verbessern und zu erweitern.
  • Erfolg messen: Eine moderne Systemlandschaft am Point-of-Sale ermöglicht datengetriebene Entscheidungen, z.B. durch Nutzung der Kaufhistorie zur individuellen Größen- und Stilberatung. Dies befähigt Modehändler, einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden zu schaffen und das Einkaufserlebnis stetig zu verbessern.

Co-Autoren: Manuel Müller-Ost, Fabian Piechottka

Eine ausführliche Darstellung wie die Transformation zu einem kundenzentrierten Unternehmen gelingt, finden Sie in unserer Smart Digital Fashion Stores Studie.

Lesen Sie hier mehr über „Smart Digital Stores: Warum der stationäre Handel einen Neustart braucht“.

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