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First 100 Days of a Chief Data Officer

Ingo Finck
3. August 2022
capgemini-invent

Lediglich 16% der Unternehmen haben die Wertschöpfung aus Daten soweit professionalisiert, dass wir sie als Data Master bezeichnen würden (Capgemini, 2021). Zwar erkennen Industrie-Unternehmen das Potenzial von Daten und etablieren die Rolle des Chief Data Officers, diese wird jedoch sehr unterschiedlich definiert.

Auf diese Aufgabe sollten sich Chief Data Officer, insbesondere im Industriesektor, einigen: Ihr Unternehmen zu einem Data Master zu transformieren. Gelingt es ihnen, Daten in Strategie, Kultur, Organisation, Führung und Fähigkeiten zu verankern sowie das dafür nötige Empowerment zu sichern, werden Chief Data Officer zu einem wichtigen Gestalter der Transformation.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein Chief Data Officer bereits in den ersten 100 Tagen die Weichen auf Transformation stellt, indem Sie

  • Datenstrategie mit Unternehmensstrategie und -Kultur verzahnen
  • einen effektiven Wandel in die neue, datengetrieben Organisation konzipieren
  • sich als Chief Data Officer ein starkes und nachhaltiges Mandat sichern
  • den Aufbau der nötigen Fähigkeiten planen.

Verzahnen Sie Ihre Datenstrategie mit Ihrer Unternehmensstrategie und -kultur

Validieren Sie frühzeitig das Potenzial von Daten für Ihr Unternehmen und legen Sie Ihr Ambitionsniveau fest. Wollen Sie Daten nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen (mittels BI-Plattformen wie PowerBI und Tableau), um Prozesse zu optimieren bzw. automatisieren (mittels Technologien wie RPA, ML und AI) oder wollen Sie Daten monetarisieren und neue Umsatzquellen oder sogar Geschäftsmodelle erschließen? Machen Sie Ihre Ambition und wie diese auf Ihre strategischen Ziele einzahlt, messbar, indem Sie aufzeigen, wie diese auf Board-level KPIs einzahlt.

Für 92% der Unternehmen ist der kulturelle Wandel ein großes Hindernis in der Transformation zum datengetriebenen Unternehmen[1]. Während die Datenstrategie beschreibt, welche Ziele mithilfe von Daten erreicht werden sollen, beflügelt eine starke Datenkultur die Transformation Ihrer Organisation nachhaltig. Sie sollten daher im Rahmen der Strategieentwicklung definieren, wie die unterstützende Datenkultur aussieht und wie sie operationalisiert werden kann.

Unternehmen, die Daten wie Produkte managen, können diese 90% schneller in neue Anwendungsfälle übersetzen[2]. Analog zur Produktentwicklung stehen die Nutzer bzw. Internen Kunden der Datenprodukte hier stärker im Fokus. Diese Kundenorientierung führt zu effekiveren Datenprozessen und klarer Verantwortung für Datenqualität.

Gestalten Sie Ihre Datenorganisation und die effektive Transformation

Das Design Ihrer Datenorganisation sollte aus Ihren strategischen Zielen abgeleitet werden und Ihre Führungsphilosophie sowie angestrebte Datenkultur untermauern.

Für Mono-Produktorganisationen kann es sinnvoll sein, durch eine zentrale Datenorganisation Skaleneffekte zu realisieren. Stark diversifizierte Organisationen hingegen profitieren eher von einer dezentralen Struktur, in der domänenspezifische Use-Cases schneller entwickelt werden können. Ein hybrides Modell (Hub & Spoke) zielt darauf ab, für die Domänen eine hohe Eigenständigkeit zu gewähren, jedoch gleichzeitig eine übergreifende wertorientierte Steuerung zu etablieren und Synergien, z.B. über zentrale Datendienste zu schaffen.

Genauso wichtig wie die Konzeption der Datenorganisation ist die Planung und Gestaltung der Transformation dahin. Eine Reihe von Erfolgsfaktoren entscheiden über den Erfolg dieser Transformation: Wie ist die Portfoliosteuerung organisiert? Wie agil erfolgt das Funding der einzelnen Dateninitiativen? Wie flexibel ist die Ressourcenallokation? Der notwendige Wandel verändert das Zusammenarbeitsmodell zwischen den Fachbereichen und IT grundlegend.

Ein Chief Data Officer ist nur mit starkem und nachhaltigem Mandat erfolgreich

Die Rolle des Chief Data Officers muss als Schlüsselpartner für die digitale und datengetriebene Transformation gesehen werden. Dennoch scheitert etwa jeder zweite Chief Data Officer an internen Hürden[3]– heterogenes bis fehlendes Empowerment durch das Top Management spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Stärken Sie seine Rolle mit einem unmissverständlichen Mandat, die nötige Transformation auch gegen Widerstände voranzutreiben.

Um dem Chief Data Officer die nötige Schlagkraft zu verleihen, ist eine zentrale Positionierung mindestens als Führungskraft auf C-Ebene entscheidend. Hierdurch signalisieren Sie den strategischen Wert von Daten für und an Ihr Unternehmen. An der Schnittstelle zwischen CIO, CTO, CPO und CEO können Sie dem Chief Data Officer weitreichenden Gestaltungsspielraum geben, damit dieser Ihre Transformation aktiv gestalten und vorantreiben kann.

Top-Manager können das Mandat des Chief Data Officers zusätzlich unterstreichen, indem sie die gewünschte Datenkultur und Data Literacy in ihrem Geschäftsbereich vorleben – und beispielsweise im Rahmen von Entscheidungsprozessen die Nutzung und kritische Auswertung von Daten einfordern.

Planen Sie den Aufbau der nötigen Fähigkeiten

Mobilisieren Sie die Organisation zusätzlich, indem Sie für Datenkompetenz auf allen Ebenen sorgen. Neben analytischen Fähigkeiten umfasst diese Datenkompetenz auch den Fokus auf Datenqualität als auch die Nutzung von Daten als Quelle für Innovationen.

Fachkräfte mit Datenkompetenz sind aktuell stark gefragt. Setzen Sie auf Ihre eigenen Mitarbeiter und nutzen Sie Up-Skilling- und Re-Skilling-Maßnahmen. Einige unserer Kunden verzeichnen große Erfolge, indem sie eine Data Academy etablieren.

Herzlichen Dank an die Co-AutorInnen Katharina GleichmannLia PielChristian Fruth und Christof Ziegler.

[1] HBR (2022). Why becoming a data driven organization is so hard?; [2] HBR (2022). A better way to put your data to work; [3] Gartner (2019). Why Only Half of CDOs Are Poised for Success.

Autor

Ingo Finck

Expertise: Big Data Analytics, Intelligent Industry

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