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Mit digitalen Lösungen zur erfolgreichen Sustainability-Transformation – Teil 1

Vera Schneemann
2022-03-24
capgemini-invent

Das Ziel der Einführung der CO2-Abgabe Anfang 2021 ist klar: Unternehmen und Verbraucher sollen dazu angeregt werden, Energie einzusparen, und CO2-Emissionen werden direkt mit Kosten verknüpft. Der gesellschaftliche „Druck“ zur Nachhaltigkeit wird intensiver und daher spielt auch in der Politik Umweltschutz eine immer größere Rolle, wie die Bundestagswahl gezeigt hat.

Auf die Unternehmen kommen neue Herausforderungen im Bezug auf Nachhaltigkeit/Sustainability zu, da die Transparenz über CO2-Emissionen und Umwelteinflüsse der unternehmenseigenen Aktivitäten zur Pflicht wird. Ähnlich zu den Berichten im Finanzbereich und Rechnungswesen müssen Unternehmen die Nachhaltigkeitseffekte ihrer Entscheidungen und Investitionen offenlegen. Nachhaltigkeitsberichte für börsennotierte Unternehmen, Greenhouse Gas Reporting (GHG) und die Offenlegungs­verordnung der EU sind erste Schritte, die zukünftig ausgeweitet werden.

Viele Unternehmen setzen sich bereits netto-Null-Emissionsziele („net zero“), indem sie sich verpflichten, ihre in CO2-Equivalenten (CO2e) gemessene Emissionen durch Kompensationsprojekte auszugleichen. Um diese Ziele konsequent erreichen zu können, ist es entscheidend zu wissen, welche Menge an Treibhausgasen entlang der Wertkette ausgestoßen wird. Dabei ist es hilfreich, Bereiche zu identifizieren, wo Emissionen eingespart werden können, da diese durch die steigende CO2-Abgabe zukünftig ein signifikanter Kostenfaktor werden. Bei der Erfassung dieser Daten sind digitale Tools ein zentraler Baustein in der Transformation zu Nachhaltigkeit.

In diesem und dem nächsten Beitrag stellen wir drei beispielhafte digitale Methoden vor mit denen CO2e erfasst werden können.

1.    Erfassung der Emissionen der eigenen Produktion mit SAP

Eine Möglichkeit, Transparenz über Emissionswerte der eigenen Produkte herzustellen, ist das Product Footprint Management von SAP. Es berechnet den CO2e-Fußabdruck eines Produkts unter Berücksichtigung des gesamten Produktlebenszyklus. SAP legt den Schwerpunkt damit auf fertigungs- und produktorientierte Unternehmen.

Für die Berechnung im SAP Product Footprint Management werden Daten aus verschiedenen Quellen herangezogen: Materialstammdaten und -komponenten aus SAP S/4HANA, Werte vorgelagerter Produktionsschritte bei Zulieferern aus SAP Ariba und weiteren externe Datenbanken, beispielsweise zum Energieverbrauch. Mit Hilfe von Emissionsfaktoren können diese Werte in CO2e umgerechnet werden (z.B. 1 kWh = 360g CO2).

Mit den entsprechenden Daten kann anschließend der Fußabdruck eines Produkts für die Phasen des Produktlebenszyklus berechnet werden: Materialbeschaffung und Vorverarbeitung, Produktion, Auslieferung, Nutzung des Produkts und Verwertung des Produkts.

Erfassung und Berechnung des Produkt-Fußabdrucks in fünf Schritten mit demSAP Product Footprint Management

Um den errechneten Wert für alle Produkte im Auge zu behalten, können mittels „Footprint Analytics“ ein Score zugeteilt, Dashboards erstellt und Verbesserungsinitiativen analysiert werden. Abschließend können die Werte weiteren Unternehmensfunktionen zur Verfügung gestellt werden – beispielsweise dem Finanzbereich, um CO2-Kosten für das Produkt zu berechnen und auszuweisen, der Entwicklung, um das Produkt zukünftig nachhaltiger zu gestalten oder dem Supply Chain Planning, um neben den Kosten auch zwischen CO2-sparsameren Transportmöglichkeiten abzuwägen.

Nutzt Ihr Unternehmen bereits ein digitales Tool, um den CO2-Fußabdruck für Ihre Produkte zu erfassen?

Wie Unternehmen ihre Umwelteinflüsse mit digitalen Lösungen steuern können, lesen Sie im zweiten Teil.

Herzlichen Dank an den Co-Autor Frank Ehrich.

Autorin

Vera Schneemann

Global Lead Sustainable Operations & Supply Chain | Capgemini Invent