IT-Budgets

Die IT-Budgets sind bereits in den vergangenen beiden Jahren gestiegen und dieser Trend setzt sich fort. Insgesamt rechnet jetzt mit knapp 49 Prozent fast die Hälfte der Teilnehmer mit höheren Ausgaben, im Vorjahr waren es noch rund 44 Prozent. Der Anteil derjenigen, die von Steigerungen von mehr als 10 Prozent ausgehen, ging allerdings leicht um 1 Prozentpunkt zurück. Kürzen müssen insgesamt 15 Prozent der CIOs.

Für 2019 wird die Situation noch positiver eingeschätzt: Knapp 17 Prozent der Teilnehmer rechnen mit Erhöhungen von mehr als 10 Prozent. Mit moderateren Steigerungen rechnet rund ein Drittel, so dass unterm Strich die Hälfte der befragten CIOs von erneuten Budget-Erhöhungen ausgeht.

 

Grafik – IT-Budget – Veränderung in den nächsten Jahren:

Große Unternehmen wollen den Anschluss an die Weltspitze nicht verpassen

Insbesondere große Unternehmen investieren kräftig: Vom gehobenen Mittelstand mit mehr als 500 Millionen Jahresumsatz bis zu den Top-500-Unternehmen mit bis zu 7,5 Milliarden Umsatz rechnen 60 Prozent und mehr 2018 mit höheren IT-Budgets. Für das Folgejahr gehen sogar knapp 67 Prozent der CIOs der Top-500-Unternehmen von erneuten Erhöhungen aus, während der gehobene Mittelstand etwas vorsichtiger prognostiziert. Die Lage in Konzernen mit mehr als 20 Milliarden Umsatz sieht ähnlich positiv aus: 2018 rechnen knapp 55 Prozent und 2019 rund 58 Prozent mit Budget-Steigerungen.

Investiert werden die Gelder weiterhin in den Ausbau der Digitalisierung, darüber hinaus wollen vor allem Konzerne die Endkunden-Zufriedenheit erhöhen. Denn viele von ihnen konkurrieren mit internationalen Technologieunternehmen, die in neue Geschäftsfelder expandieren und Maßstäbe in Sachen Customer Experience setzen. Das erhöht die Erwartungen der Kunden nicht nur in Bezug auf den digitalen Kundenservice, sondern auch in Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der Neuerungen verfügbar gemacht werden. Aus diesem Grund sind die Verkürzung der Release-Zyklen und die schnellere Bereitstellung von IT 2018 wichtigere Themen für Konzerne als im vergangenen Jahr. Die Erhöhung der Effizienz und die Reduzierung von Kosten treten im Vergleich zum Vorjahr deutlich in den Hintergrund.

Investitionsschub in der Industrie

Finanzdienstleister setzen ihren bereits vor drei Jahren eingeschlagenen Investitionskurs auf etwas moderaterem Niveau fort. Rund 44 Prozent erhalten 2018 mehr Geld, mit Budget-Erhöhungen im zweistelligen Bereich rechnet bis Ende 2019 allerdings kein Teilnehmer.

In der Automobilbranche wird das IT-Budget demgegenüber in beiden Jahren kräftiger erhöht, der Schwerpunkt liegt auf 2019. Für dieses Jahr prognostizieren knapp 27 Prozent Erhöhungen im zweistelligen und 40 Prozent Steigerungen im einstelligen Bereich. Von Kürzungen scheint kaum jemand betroffen zu sein. Es geht in erster Linie um den Ausbau der Digitalisierung inklusive der Entwicklung neuer Produkte und Services, wie sie beispielsweise für Mobilitäts-Services oder das autonome Fahren benötigt werden. Außerdem sollen die Agilität erhöht und die Flexibilität ausgebaut werden. Kosten und Effizienz stehen nur bei wenigen CIOs auf der Agenda, was zeigt, wie hoch der Innovationsdruck derzeit ist.

Industrieunternehmen verzeichnen prozentual die höchsten Budget-Steigerungen: 2018 und 2019 rechnen insgesamt mehr als 80 Prozent  der befragten CIOs mit höheren Investitionen. Steigerungen im zweistelligen Bereich erwartet in diesem Jahr ein Fünftel, im kommenden Jahr sogar mehr als ein Viertel der Teilnehmer. Dabei geht es ihnen als Ergebnis der Digitalisierung vor allem um die Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Services sowie um die Erhöhung der operativen Effizienz − beispielsweise durch IoT-Anwendungen − und der Endkunden-Zufriedenheit.

Mehr Geld für Innovationen, weniger für das Tagesgeschäft

Nachdem die Ausgaben für Betrieb, Wartung und Pflege in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen waren, sind sie jetzt zum ersten Mal wieder leicht gesunken. Allerdings kann man bei einer Reduzierung um 2 Prozentpunkte noch nicht von einer Trendwende sprechen.

Gleichzeitig fließt etwas mehr Budget als im Vorjahr in Updates, Aktualisierungen und Erweiterungen sowie in die Umsetzung von Innovationen. Der Zuwachs ist allerdings ebenfalls marginal. Insgesamt gesehen ist die Situation also relativ stabil: Etwas weniger als die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Betrieb, Wartung und Pflege, ein Viertel auf Updates, Aktualisierungen und Erweiterungen, knapp ein weiteres Viertel auf die Evaluierung und Umsetzung von Innovationen und das restliche Budget dient als Reserve für unvorhergesehene Projekte.

Industrie und Automobilbranche mit niedrigen Basiskosten

Energieunternehmen und Finanzdienstleister geben überdurchschnittlich viel für den Basisbetrieb aus. Die anteilig hohen Aufwendungen lassen sich unter anderem auf die hohen Sicherheitsanforderungen zurückführen, aber auch auf die große Zahl von Altsystemen. Darüber hinaus erhalten zwar viele CIOs von Finanzdienstleistern in diesem Jahr mehr Geld, die Erhöhungen liegen aber ausschließlich im einstelligen Bereich und wirken sich dementsprechend weniger auf die Relationen insgesamt aus.

Die anteilig niedrigsten Kosten für Betrieb, Wartung und Pflege haben Unternehmen aus der Automobilbranche und der Industrie. Die Differenz zu Energie- und Finanzdienstleistern liegt bei circa 10 Prozentpunkten. Was im Betrieb gespart wird, fließt in der Industrie offenbar in Innovationsprojekte. Es ist allerdings auch möglich, dass Industrieunternehmen ihre massiven Budget-Erhöhungen ausschließlich in Innovationen stecken, so dass die Kosten für Betrieb, Wartung und Pflege in diesem Jahr verhältnismäßig gering erscheinen. Die Automobilbranche hingegen reserviert mit knapp 12 Prozent überdurchschnittlich viel Budget für unvorhergesehene Projekte, was darauf hindeutet, dass wichtige Entscheidungen über die zukünftige Strategie oder die Ergebnisse von Pilotprojekten noch ausstehen.

Ähnlich groß ist der Puffer für unvorhergesehene Projekte auch bei den Top-500-Unternehmen. Sie erhalten zwar deutlich mehr Budget in diesem und im kommenden Jahr, aber bei vielen scheint seine Verwendung noch nicht klar zu sein.

 

Grafik – Verwendung der IT-Budgets:

Innovation wird überwiegend von der IT-Abteilung bezahlt

Nach Meinung der CIOs und IT-Verantwortlichen finanziert die IT-Seite mit knapp 67 Prozent den Löwenanteil der Innovationsprojekte im Unternehmen. Die Fachseite gibt lediglich das Geld für ein Drittel der Vorhaben. Die Situation ist von Branche zu Branche allerdings sehr unterschiedlich: Während in der Automobilbranche rund 54 Prozent der Projekte von der Fachseite bezahlt werden, sind es in der Industrie lediglich rund 26 Prozent.

In der Regel hat der Hauptgeldgeber großen Einfluss auf die Umsetzung der Innovationsprojekte. Die Einstellung „wer zahlt, bestimmt“ ist bei Versicherungen, Banken und Finanzdienstleistern sowie in der Automobilbranche aber stärker ausgeprägt als beispielsweise in der Industrie. Dort arbeiten IT- und Fachseite bei der Umsetzung von Innovationsprojekten partnerschaftlicher zusammen. Und das, obwohl das Geld für fast drei Viertel der Maßnahmen von der IT-Abteilung kommt. In der Automobilindustrie hingegen hat bei mehr als der Hälfte der Innovationsprojekte die Fachabteilung den größeren Einfluss auf die Umsetzung.

Grafik: Finanzierung von IT-Innovationen:

Empfehlung: Nur die enge Kooperation sichert den Erfolg

Diese unterschiedlichen Arten, Innovationsprojekte zu organisieren, haben Vor- und Nachteile. Wenn das für den Erfolg der Innovation entscheidende Know-how nur in einer der beiden Abteilungen vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, ihr mehr Einfluss auf das Projekt zu geben. In der Industrie beispielsweise spielt das IT-Know-how bei der Umsetzung von IoT-Projekten eine sehr große Rolle. Demgegenüber hat in der Automobilindustrie das Wissen der Fachabteilung um die Kundenwünsche und -gewohnheiten häufig das größere Gewicht.

 

Grafik: Zusmmenarbeit bei Innovationsprojekten:

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