Big Data

In den vergangenen 12 Monaten sind mehr Unternehmen in die Evaluierung und Pilotierung von Big Data eingestiegen als im Vorjahr. Die Anzahl der Unternehmen, die diese Technologien im Tagesgeschäft nutzen, stieg aber nur leicht und liegt aktuell bei 19,2 Prozent. Unter den Anwendern sind vor allem große Unternehmen und Konzerne, während sich der Mittelstand wahrscheinlich schwertut, die Anfangsinvestitionen zu stemmen und die richtigen Mitarbeiter zu finden. Viele kleinere Unternehmen nutzen offenbar Service-Anbieter, denn sie sind insgesamt etwas weiter als der Mittelstand.

Die Zahl derjenigen, die keine Nutzung planen, ist gesunken. Das liegt wahrscheinlich auch an den vielen neuen Anwendungsfällen wie zum Beispiel Predictive Analytics oder im Rahmen der künstlichen Intelligenz, die auf einer Big-Data-Infrastruktur aufbauen. Die Industrie und  Energieversorger sind derzeit am weitesten mit ihren Projekten. Letztere unter anderem wegen der Energiewende, bei der Big Data dazu beiträgt, die Netze auch bei dezentraler Stromproduktion stabil zu halten.

Umsetzung neuer Geschäftsmodelle mit Big Data nimmt zu

Nach wie vor wird Big Data hauptsächlich genutzt, um die Effizienz zu erhöhen. Dabei stehen kundenzentrierte Prozesse im Vordergrund, vor allem bei Konzernen. Interne Prozesse im Personal- und Finanzbereich oder rund um Produktion und Lieferkette werden von etwas weniger Unternehmen mit Hilfe von Big Data optimiert. Das liegt aber nicht an fehlendem Potenzial, sondern häufig eher daran, dass den  entsprechenden Abteilungen weniger Geld für solche Projekte zur Verfügung steht.

Parallel dazu nimmt die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle auf der Basis von Daten zu. Nachdem in den vergangenen Jahren die  Infrastruktur aufgebaut und Daten ausgewertet wurden, ist jetzt rund jedes vierte Unternehmen in der Lage, ein neues Geschäftsfeld mit Big Data zu erschließen. Im Vorjahr war es nur jedes fünfte. Unsere These, dass Digitalisierung zunächst Daten vernetzt, um darauf basierend  neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, hat sich bestätigt.

Grafik – Einsatzgebiet Big Data:

Für neue Geschäftsmodelle interessieren sich vor allem Versicherungen. Sie haben großen Nachholbedarf und stehen unter hohem  Wettbewerbsdruck. Darüber hinaus ist das Interesse in der Industrie, bei Banken und Finanzdienstleistern, in der Automobilindustrie sowie  bei Energieversorgern hoch. Während die Industrie die Suche aber bereits reduziert und sich vermehrt auf die Umsetzung konzentriert, fährt beispielsweise die Automobilindustrie zweigleisig: Sie setzt Geschäftsmodelle um, sucht aber gleichzeitig weiter, was sowohl ein Ausdruck für den starken Wandel der Branche als auch für ihre Innovations- und Investitionskraft ist.

Umsetzung weiterhin mit Externen

Wie im Vorjahr werden Big-Data-Projekte hauptsächlich in Zusammenarbeit mit Externen umgesetzt. Das liegt vor allem daran, dass die Fachleute im Unternehmen fehlen. Deshalb versuchen viele CIOs, per Know-how-Transfer intern Wissen aufzubauen. Das Ziel ist, Analyse und Architektur langfristig selbst steuern zu können. Dieses Konzept geht offenbar auch auf, denn inzwischen kommen erneut 50 Prozent mehr Unternehmen als im Vorjahr ohne fremde Hilfe aus. Unterm Strich sind das aber mit 12 Prozent der Befragten erst sehr wenige, rund 78 Prozent verlassen sich auf Partner.

 

Empfehlung: Betrieb auslagern und Daten austauschen

Externe werden häufig auch für den Betrieb der Lösungen engagiert, denn der wird immer komplexer. Permanent kommen neue Produkte und Tools auf den Markt, für deren Betrieb das Unternehmen sehr viel Expertenwissen vorhalten muss. Und da der Fachkräftemangel im  Bereich Big Data am größten ist, kann er vielversprechende Projekte schnell ausbremsen.

Nur circa jedes fünfte Unternehmen tauscht derzeit Daten mit Kunden, Lieferanten oder anderen Partnern aus, ebenso viele kaufen Informationen von kommerziellen Anbietern und integrieren sie in die eigenen Analysen. Dabei birgt der Datenaustausch großes Potenzial für die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Services. Haben alle Beteiligten einer Lieferkette Zugriff auf dieselben Informationen, können Fehler schneller gefunden und behoben oder schon von vornherein vermieden werden. Dafür fehlt aber wahrscheinlich nicht nur der Wille, sondern auch die Infrastruktur. Außerdem müssen rechtliche Fragen, unter anderem der Datenschutz, geklärt werden.

 

Grafik – Big Data – Austausch von Informationen:

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