Mit Digitalen Lösungen zur erfolgreichen Sustainability-Transformation – Teil 2

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Umwelteffekte stehen für Unternehmen immer mehr im Fokus. Im Zuge ihrer digitalen Transformation achten sie vermehrt auf die Erfassung und Reduzierung von Umwelteffekten der Supply Chain und angebotenen Produkte. Digitale Tools bieten Möglichkeiten, die Unternehmensaktivitäten in CO2-Equivalenten zu messen und zu optimieren – das spart Kosten.

Im ersten Teil unserer Blogserie haben wir gezeigt, wie man mit Hilfe eines digitalen Tools den CO2-Fußabdruck für jedes einzelne Produkt erfassen kann. Diese Woche zeigen wir, wie man die Umwelteinflüsse unternehmensweit steuert und reduziert.

1.    Steuerung von Umwelteinflüssen des Unternehmens (SAP)

Um die Unternehmenseinflüsse auf die Umwelt zu verwalten bietet SAP mit EHS Environment Management eine weitere, übergreifende Lösung an. Sie betrachtet anders als beim Product Footprint Management (siehe Teil 1) die Aktivitäten des gesamten Unternehmens. Dazu zählen neben dem Fußabdruck des Produkts auch Emissionen, die nicht direkt einem Produkt zugerechnet werden können, beispielsweise aus dem Energieverbrauch der Gebäude, eingekauften Gütern, Transporte (unabhängig von Produkten), Geschäftsreisen (aus SAP Concur) oder dem Arbeitsweg der Mitarbeitenden.

Neben der Ermittlung, Darstellung und Berechnung von Treibhausgasemissionen schafft der Einsatz des Tools auch Transparenz über andere Luft- oder Wasser-Emissionen, die für Berichte oder zur Identifikation von Einsparmaßnahmen wichtig sind. Abweichungen von den gesetzlichen oder eigenen Limits („ESG Vision“) werden getrackt und die Verursacher (z. B. ein Unternehmensbereich) angezeigt. Zudem reduziert sich mit dem Einsatz von EHS Environment Management das Risiko, die geltenden internen und externen Umweltrichtlinien nicht einzuhalten.

Viele der zugrundeliegenden Daten stehen Unternehmen heute schon zur Verfügung und können durch die Verknüpfung der verschiedenen Systeme in einem solchen Management-Tool zusammengeführt werden. Dadurch wird aus den Daten ein Mehrwert erzeugt, der in Zukunft einen immer größeren Stellenwert einnehmen wird.

Steuerung von Umwelteinflüssen mit SAP EHS Environment Management – Quelle: SAP

2.    Verbrauchsdaten mit Hilfe des Internet of Things

Sensoren, die Internet-Konnektivität bieten (um sie bspw. mit der Cloud zu verbinden) um beispielsweise Daten zum Energieverbrauch liefern, sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil in der CO2e-Erfassung. Neben dem Energieverbrauch zur eigentlichen Herstellung von Produkten sind auch Heizung, Klimatisierung und Licht kommerzieller Gebäude oft große Kosten- und Emissionstreiber in Unternehmen.

Ähnlich zum privaten Umfeld bieten mit dem Internet verbundene Sensoren (Internet der Dinge = Internet of Things; IoT) und intelligente Steuerungssysteme Optimierungsmöglichkeiten. Einfache Beispiele hierfür sind:

  • Die Heizung wird automatisch reduziert, wenn ein Sensor erkennt, dass keine Person im Raum ist oder in einem Meeting-Raum keine Termine geplant sind, was unnötiges Heizen vermeidet
  • Sobald ein Sensor am Fenster registriert, dass es geöffnet ist, schaltet sich die Heizung/Klimaanlage für diese Zeit aus

In der Produktion liefern Daten aus IoT-fähigen Sensoren wichtige Informationen zur Prozessoptimierung. So kann beispielsweise gezielt die Maschinenauslastung verbessert und die Standby-Zeit reduziert werden, was wiederum zur Energieeinsparung und CO2e-Optimierung führt. Einige Unternehmen setzen dazu bereits digitale Replikas – „Digital Twins“ – ihrer Prozesse und Anlagen ein.

So gibt es erste produzierende Unternehmen, in denen dadurch Herstellungsbereiche entstehen, die hochautomatisiert laufen. In einer solchen „Lights-out Factory“ arbeiten nur noch Maschinen und Roboter, d.h. die Produktionshalle muss nicht für Personen geheizt werden und benötigt (theoretisch) nur Licht, wenn die Anlagen gewartet werden müssen.

Für die Zusammenführung und Kalkulation der CO2e-Daten aus den Sensoren kann dann wieder SAP eingesetzt werden.

Nachhaltigkeit schnell und gezielt umsetzen

Unternehmen müssen sich auf mehr Transparenz bei Nachhaltigkeit einstellen. Nicht nur wegen dem damit verbundenen Image, sondern auch wegen steigenden ESG-Reporting-Anforderungen und CO2-Abgaben. Immer mehr Unternehmen verpflichten sich schon jetzt dazu, Nachhaltigkeitsziele zur Reduzierung und zum Ausgleich der Emissionen einzuhalten („net-zero“). Um diese zu erreichen, sind digitale Tools unumgänglich welche die benötigten Daten liefern und Transparenz in Form von Dashboards, Schwellenwerten und Controlling-Möglichkeiten schaffen.

Capgemini Invent berät seine Kunden bei der Sustainability-Transfornation aktiv. Dabei kommen unter anderem von SAP zur Verfügung gestellten Bausteine zum Einsatz, die in das bestehende ERP-Umfeld integriert werden und Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen.

Ein Beispiel für ein Unternehmen welches Sustainability- & Net-Zero-Transformation anstrebt ist ein internationaler Pharmakonzern, der die nachhaltige Entwicklung als zentrales Element der Konzernstrategie aufgenommen hat. Um umweltfreundlicher und emissionsärmer zu handeln, kalkuliert das Unternehmen schon jetzt intern einen CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne. Zum Vergleich: der aktuelle CO2-Preis liegt bei 25 Euro pro Tonne und soll bis 2026 auf 55-65 Euro steigen.

Mit seiner vorbildlichen Strategie fördert der Konzern jetzt schon emissionsarme Technologien, die durch einen geringeren CO2-Preis weniger Kosten verursachen und einen künftigen Wettbewerbsvorteil versprechen. Die zugrundeliegenden Daten dafür liefern digitale Lösungen.

Welchen Weg geht Ihr Unternehmen bei der Steuerung der eigenen CO2-Emmissionen? Und wie erfassen Sie den Fußabdruck Ihres Produkts?

Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen Transparenz über die Auswirkungen auf das Klima und die damit verbundenen Kosten.

Herzlichen Dank an den Co-Autor Frank Ehrich.

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