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Netzwerke, die Frauen in der IT kennen sollten

Capgemini Karriere
07. Apr. 2021, aktualisiert 22. Januar 2024

Vom ersten, informellen Frühstück der einzigen sieben Frauen im Informatik-Studiengang über die firmenweiten Capgemini Mentoring-Programme bis hin zu professionellen Tech-Messen. Netzwerke von, mit und für Frauen in der IT sind für Nica Huestegge im beruflichen Umfeld sehr wichtig – für persönliches Rückgrat, für tolle Rollenvorbilder und einen bestärkenden Austausch.

Nica Huestegge ist Head of Digital Customer Experience Core bei Capgemini. Als sie sich als 18-Jährige für den Studiengang Medieninformatik einschrieb, riet man ihr davon ab, da es sich dabei „doch um ein richtiges Informatikstudium handele“. Im Laufe des Studiums wurde ihr schnell bewusst: Gleichberechtigung war auch zur Jahrtausendwende noch nicht im Informatik-Hörsaal angekommen.

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„Was mir damals geholfen hat und bis heute hilft? Netzwerke! Mein erstes Frauennetzwerk entstand durch einen zufälligen Austausch mit den anderen sechs Frauen in meinem Studiengang“, erzählt Nica. „Wir merkten, dass wir ähnliche Erlebnisse hatten und gemeinsam auch Dinge verändern konnten: zum Beispiel einem Professor erklären, dass er für uns in der Vorlesung nicht extra Lippenstiftbeispiele bringen muss, während er für die männlichen Kommilitonen auf reale Beispiele aus verschiedenen Branchen einging. Aber vor allem fühlte ich mich nicht mehr allein.“

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Netzwerkmöglichkeiten für Frauen in der IT. Doch wo fängt man am besten mit dem Business Networking an? Diese starken Frauennetzwerke solltest du kennen.

Nicas Top 10 Empfehlungen für spannende IT Frauennetzwerke

1. Lean In von Sheryl Sandberg

Lean In ist eines der Netzwerke, das mit größtem Kraftaufwand aufgebaut und betrieben wird. Von Sheryl Sandberg nach ihrem gleichnamigen Buch gegründet, sollen hier Frauen in der Berufswelt und vor allem in ihren Führungsrollen oder -wünschen bestärkt werden. Neben Equal Pay -Kampagnen, Studien und diversen Initiativen, beispielsweise zur Bekämpfung von Vorurteilen gegenüber Frauen am Arbeitsplatz, wird es Frauen über Lean In einfach gemacht, sich zu vernetzen.

Mittlerweile haben 50.000 Frauen, Freundinnen und Arbeitskolleginnen in 184 Ländern sogenannte Circles gestartet. In monatlichen Meetings coachen sich die Frauen gegenseitig, tauschen sich zu Herausforderungen aus, lernen neue Skills – oder feiern gemeinsam Erfolge. Auch der Podcast Tilted (2018-2021) ist hörenswert und gibt Sichten von diversen tollen Frauen wieder.

2. Meetup – lokale Frauennetzwerke online

Die Online-Plattform Meetup bietet die Möglichkeit, lokale Communities zu finden und aufzubauen und wird auch für Business Networking genutzt. Dort gibt es Gruppen zu den verschiedensten Themen, die beispielsweise Vorträge, Workshops, oder Events organisieren – aktuell natürlich hauptsächlich online.

„Hier treffe ich immer wieder neue Frauen für einen spannenden Austausch. Als Berlinerin kann ich vor allem die Frauennetzwerke Women Techmakers Berlin, PyLadies Berlin und Women Who Code Berlin empfehlen“, so Nica. Ähnliche Gruppen gibt es aber auch für andere Standorte.

3. Politisch motiviert: Webgrrls und #SheTransformsIT

Zu den Webgrrls gehören mehr als 400 Frauen in digitalen Berufen, die sich austauschen, gegenseitig stärken und sich auf politischer Ebene engagieren: zum Beispiel im Deutschen Frauenrat, um die Arbeits- und Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen zu verbessern. Sie bieten außerdem eine Menge (online) Veranstaltungen wie den monatlichen Lean Coffee, UN-Konferenzen und Vorträge.

Auch die neu gegründete Initiative #SheTransformsIT möchte im Zusammenschluss von Wirtschaft und Politik Veränderungen erwirken. „So sehr ich glauben möchte, dass sich Firmen schon aus eigenem Interesse für mehr Diversität einsetzen, so sicher scheint es mir auch, dass es für echte Veränderungen auch einen Schulterschluss mit der Politik geben muss“, beurteilt Nica die Wichtigkeit solcher Initiativen.

4. Für Schülerinnen und Absolventinnen: Karriere-Events von Unternehmen

Auch IT-Unternehmen bieten jungen Frauen immer mehr Möglichkeiten, das Daily Business der IT-Berufswelt kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen. So nehmen wir von Capgemini jedes Jahr am Girls’Day teil, dem bundesweiten Mädchen-Zukunftstag, bei dem Schülerinnen IT-Studiengänge und -Berufe kennenlernen können.

Bei Capgemini Karriereevents wie der expedITion Women sind MINT-Absolventinnen eingeladen, in entspannter Atmosphäre Capgemini Kolleginnen kennenzulernen und jede Menge Karrieretipps für ihre IT-Karriere mitzunehmen.

Wir bieten Absolventinnen und Professionals viele spannende Jobs in der IT sowie attraktive Benefits. Bewirb dich jetzt!

5. Geekettes Tech Community

Damit Unternehmen erfolgreicher werden, braucht es mehr Frauen in Tech-Berufen – das ist der Grundgedanke von den Geekettes (2011-2022). Der Community wird eine ganze Menge geboten: Hackathons, Workshops und ein fünfmonatiges Mentoring-Programm mit tollen Rollenvorbildern. Die Organisation ist international aufgestellt und hat Hubs in drei deutschen Städten: Berlin, Hamburg und München.

6. Women who code

Das weltweite Netzwerk Women who code bietet zur Zeit mehrere Online-Termine täglich zu einer bunten Vielfalt von technischen Themen an – und bestärkt Frauen darin, ihre Rolle in der Tech-Welt einzunehmen. Mitgliederinnen profitieren vor allem von zahlreichen Weiterbildungsangeboten zur Entwicklung ihrer Fach- und Führungsskills.

7. Organisationen wie Chaos Computer Club und die Gesellschaft für Informatik

Auch lohnt der Blick auf einige Nichtregierungsorganisationen oder gemeinnützige Vereine mit Technologie-/Informatik-Schwerpunkt, die häufig Chapter oder Unterorganisationen für die Frauenförderung haben. Besonders positiv daran ist, dass es bereits ein „Dach“ mit einem Thema und einer Struktur gibt und sich unter diesem Dach Frauen begegnen können, um das Thema um die Komponente der Inklusivität aller Geschlechter zu bereichern. Im Chaos Computer Club (CCC) organisieren sich beispielsweise mittlerweile über 400 Hacker*innen als „Haecksen“.

Die Gesellschaft für Informatik setzt sich für eine gleichberechtige Teilhabe von Frauen in der Informatik, tatsächliche Chancengleichheit im Berufsleben und Nachwuchsförderung ein. Eine Mitgliedschaft lohnt sich, denn sie ermöglicht den Zugang zu frauenspezifischen Fachinformationen, Veranstaltungen, Webinaren und Weiterbildungen. Aber auch die Unterstützung in Ausbildung und Beruf sowie der Erfahrungsaustausch über das Netzwerk ist nicht zu unterschätzen.

8. Messen für Frauen in der IT

An dieser Stelle dürfen auch Messen von und für Frauen nicht fehlen. „Besonders empfehlen möchte ich den Wo-Men Automotive Summit. Hier sind regelmäßig Capgemini Kolleginnen als Keynote Speakerinnen dabei. Auch die Women in Tech war zuletzt stark besetzt. Ich bin gespannt, wie sich die Messe in den nächsten Jahren weiterentwickelt. Das zugrunde liegende Netzwerk ist bereits riesig und in über 100 Ländern vertreten“, ergänzt Nica.

Da Messen zuletzt vermehrt remote zugänglich sind, ist auch der Blick „über den Teich“ interessant. In den USA gibt es einige Frauennetzwerke, viele davon auch mit zusätzlichen Schwerpunkten wie beispielsweise Women Of Color. Die Organisation AnitaB.org bietet nicht nur ein großartiges Netzwerk inklusive Mentoring, sondern richtet jährlich auch die Grace Hopper Celebration: die größte Messe für Frauen in Tech aus. Für Studentinnen könnte die Bewerbung als Volunteer eine spannende Möglichkeit sein, mit dem Netzwerken zu starten.

9. Mentoring-Programme wie Cybermentor für Schülerinnen, die früh von Frauennetzwerken profitieren möchten

Sowohl Mädchen, die eine Karriere im MINT-Bereich anstreben, als auch Frauen, die bereits erfolgreich durchgestartet sind und ihre Erfahrungen weitergeben möchten, sollten Cybermentor kennen. Die Online-Mentoring-Plattform hat sich auf die Förderung von Schülerinnen mit MINT-Interesse fokussiert.

Nica kann die Teilnahme wärmstens empfehlen: „Ich habe hier, neben vielen anderen meiner Capgemini Kolleginnen, Mädchen und junge Frauen gecoacht und in ihren Karriereplänen bestärkt – und ganz nebenbei auch noch andere tolle MINT-Frauen kennengelernt.”

10. Frauennetzwerke für Gründerinnen: Women Who Tech

Obwohl von Frauen gegründete Tech-Startups 20 Prozent höhere Gewinne bei halb so großem Investment erzielen, unterstützen Investoren eher männliche Gründer. Das will das Unternehmerinnen Netzwerk Women Who Tech ändern, indem sie Gründerinnen und Top-Investoren zusammenbringen.

Du möchtest gründen, doch der erste Schritt fällt noch schwer? Dann hat Nica noch einen Tipp: „Bei Capgemini bieten wir viele unserer IT-Stellen auch in Teilzeit an, die Zeit für die Realisierung eigener Projekte lassen.”

Vielen Dank für deine Empfehlungen, Nica!

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Weitere Ressourcen für Frauen in der IT:

Bei Capgemini erwarten dich ein starkes Frauennetzwerk und viele Initiativen, die Frauen voranbringen. Mehr Infos hier.

… und Frauen, die Führungskompetenzen aufbauen wollen. Capgemini-Führungskraft Nadine gibt in diesem Blogpost praktische Tipps, wie Frauen ihren eigenen Führungsstil entwickeln.

Lerne einige von ihnen in unseren Employee Stories kennen und lass dich von ihren persönlichen Werdegängen inspirieren!