Die autonome Lieferkette – langfristige Herausforderungen und aktueller Handlungsdruck

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Die Herausforderungen in der Lieferkette und der Druck von Außen, treiben Unternehmen dazu, ihre Lieferkette zu transformieren, Prozesse zu standardisieren sowie durchgängig zu integrieren und zu automatisieren.

Jörg Junghanns
Jörg Junghanns, Capgemini

Die Komplexität des menschlichen Gehirns ist so facettenreich, wie unergründlich. Und das ist auch gut so, denn ohne all die verborgenen Prozesse und Verbindungen wären wir nicht in der Lage komplizierte Aufgaben zu lösen. Ähnlich verhält es sich mit den Lieferketten großer Unternehmen: Wären sie nicht so komplex und würden nicht so viele Variablen berücksichtigen, würde kaum etwas funktionieren.

Das heißt aber nicht, dass sie nicht optimiert und intelligenter gestaltet werden können. Das Ziel ist das, was wir bei Capgemini als autonome Lieferkette bezeichnen – eine integrierte, nahtlose und kundenorientierte Lieferkettenfunktion, die einen intelligenten, reibungslosen Betrieb sowie transparente und datengesteuerte Entscheidungen ermöglicht.

Gängige Herausforderungen…

Es sind die Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen, die die Lieferketten so komplex machen. Es steckt mehr dahinter, als der bloße Weg der Rohmaterialien, über die verschiedenen Baueinheiten bis hin zum Endprodukt. Vielmehr werden Lieferketten durch eine Vielzahl von Faktoren, aus anderen Bereichen wie z.B. Finanzen, Marketing oder Personalwesen beeinflusst. Wie diese verschiedenen Elementen miteinander verknüpft sind, ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen und erschwert häufig das Verständnis von Abläufen in der Lieferkette. Hinzu kommt, dass einige der Prozesse noch manuell durchgeführt werden. So gaben in einer kürzlich von NelsonHall durchgeführten Studie 66 % der befragten Supply-Chain-Führungskräfte an, dass sie noch immer einen hohen Anteil an Prozessen manuell durchführen.

Die manuelle Handhabung von Prozessen kann durch eine isolierte Speicherung von Daten und Informationen negative Konsequenzen für die Lieferkettenfunktion haben. Durch den schleppenden Informationsaustausch zwischen den Einheiten kann die Reaktionsfähigkeit und die Ausfallsicherheit beeinträchtig werden. Die fehlende Zentralisierung und Konsolidierung führt zu hohen Kosten, schlechter Produktivität, Steuerungsschwierigkeiten und einer mangelnden Skalierung im gesamten Unternehmen.

Ein weiterer Punkt der Unternehmen vor große Herausforderungen stellt, ist das Talentmanagement.  In  wettbewerbsintensive Branchen mit neuen, digitalen Technologien, ist es schwierig die richtigen Talente zu finden oder zu entwickeln und diese auf Dauer zu halten. Gleichzeitig steigen die Kundenerwartungen an Unternehmen immer weiter an. Die Menschen gewöhnen sich immer mehr an die breite Auswahl von Produkte und gleichzeitig an die Geschwindigkeit der Lieferung. Führende Hersteller im Markt legen die Messlatte für neue Anbieter zudem sehr hoch.

… und Probleme

Selbst zu den besten Zeiten würden all diese Faktoren eine beträchtliche Reihe von Herausforderungen für die Lieferketten von Unternehmen mit sich bringen. Doch dies sind nicht die besten Zeiten. Der internationale Handel wurde unter anderem durch Importbeschränkungen, erhöhte Zölle und den Brexit gestört – und zu allem Überfluss spüren wir die globalen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.

Infolgedessen wurden die Lieferketten auf eine harte Probe gestellt. Viele der manuellen Prozesse wurden überstrapaziert und als unzureichend befunden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir eine größere Dringlichkeit sehen, die digitale Transformation in die Lieferkette zu bringen, Prozesse zu standardisieren, wo immer es möglich ist und im Rahmen des „Frictionless Enterprise“ zu integrieren.

Die Ergebnisse des NelsonHall-Berichts zeigen, dass fast zwei Drittel der Befragten eine größere Anpassungsfähigkeit an die Unbeständigkeit des Welthandels anstreben (64 %), und ein ähnlicher Anteil (62 %) sagte, dass sie eine größere Flexibilität und Skalierbarkeit benötigen, um sich an Kapazitätsengpässe anzupassen.

Weitere Informationen

Um mehr über die autonome Lieferkette und ihre Rolle innerhalb des Frictionless Enterprise zu erfahren, lesen Sie den vollständigen Bericht von NelsonHall „Moving to an Autonomous Supply Chain: An Essential Guide for Manufacturing & CPG Firms„.

Der Bericht „Fast Forward: Rethinking supply chain resilience for a post-COVID-19 world“ des Capgemini Research Institute (CRI) hilft zudem dabei zu verstehen, wie Sie Ihre Lieferkette für eine Post-COVID-Welt zukunftssicher machen können.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Capgeminis Digital Supply Chain Practice Ihr Unternehmen beim Aufbau einer widerstandsfähigen, agilen und nahtlose Lieferkette unterstützen kann, kontaktieren Sie mich.

 

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