TechnoVision 2020: Was tun, wenn die IT zu komplex wird?

Publish date:

Teil 8: Schön erfolgreich: Wie sich digitale Customer Experience wirklich managen lässt.

Digitale Technologien bieten modernen Unternehmen neue Möglichkeiten, ihre Organisation zum Besseren zu verändern. Wie der Wandel einfach vollzogen werden kann, stellen unsere Experten in diesen Blogbeiträgen zur TechnoVision 2020 vor.

Teil 1: Was tun, wenn die IT zu komplex wird?

Teil 2: Design for Digital: Sieben Gestaltungsprinzipien für die digitale Transformation

Teil 3: Invisible Infostructure: Infrastruktur, wo bist du?

Teil 4: Applications Unleashed: Gesprengte Ketten!

Teil 5: Thriving on Data: Blühen mit Daten

Teil 6: Process on the fly: Geschäftsprozesse dynamisch an die digitale Welt anpassen

Teil 7: Fluid Workforce: Vier gewinnt!

 

Teil 8: Schön erfolgreich: Wie sich digitale Customer Experience wirklich managen lässt

Cornelius Buchmann, Capgemini

Je beliebiger Anwender verschiedene Kanäle benutzen, umso wichtiger ist es für Unternehmen, das hier gebotene Erlebnis in seiner Gesamtheit zu managen. Und damit die Gestaltung gezielt auf erfolgreiche Interaktionen auszurichten.

Jedes Projekt kommt an den Punkt, an dem zum ersten Mal Konzepte und Designs greifbar auf dem Tisch liegen. Unweigerlich folgt dann die Diskussion ums Detail. Ungezählt die Stunden, in denen um die Farbe eines Buttons, eine Schriftart oder die Größe eines Bildes im großen Kreis gerungen wurde. Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Neben Kreativität und Ästhetik kommt hier jedoch eine wichtige, weitere Komponente ins Spiel: die kalte Mathematik der Daten. Wer die folgenden sechs Aspekte berücksichtigt, besitzt beste Voraussetzungen, eine optimale Kundenerfahrung zu bieten und von erfolgreichen Kundenbeziehungen zu profitieren.

User Focus (Kundenzentrierung)

Das „Auge des Betrachters“ im Blick zu haben lohnt sich: Nur dann, wenn ich mein Gegenüber verstehe, kann ich im Gespräch meine Ziele erreichen. Ich passe mein Verhalten an. Wenn ich stur nur eine Linie verfolge, wird ein Gespräch nicht zum Erfolg führen. Dies gilt genauso für jede digitale Interaktion. Sie gelingt, wenn sie sich nach den Bedürfnissen und Wünschen des Nutzers ausrichtet; abhängig von seinem Kontext und egal über welchen Kanal.

Thesen und Beweise

Jede Nutzererfahrung stellt eine These auf: Es gibt eine Idee, wer der Nutzer ist, und er soll an ein bestimmtes Ziel geführt werden. Um es ihm dabei so leicht wie möglich zu machen, werden die Wege dahin individuell auf ihn zugeschnitten. Viele Aspekte sind dabei wichtig: Bedienbarkeit, Nutzen und Gestaltung bieten Mehrwerte, die Nutzer entlang ihrer Customer Journey leiten. Sind diese Mehrwerte unzureichend oder fehlen sogar, brechen sie ihre Reise ab. Am Ende ist allein entscheidend: Gehen Nutzer ihre Customer Journey bis zum Ende und erreichen sie damit das auf Unternehmensseite gesteckte Ziel? Nur das liefert letztlich den faktischen Beweis, ob die zur Gestaltung des Weges aufgestellte These funktioniert hat.

Metrics & Analytics

Entscheidend ist also, mit jedem Konzept auch Messpunkte zu definieren, die solche Beweise liefern. Grobkörnige Kennzahlen wie Seitenaufrufe oder Abschlussquoten zeigen eine Gesamtperformance, lassen aber Details im Dunkel. Sie geben nur wenige Hinweise, was sich wie verbessern ließe. Analytic-Tools sind granularer und erlauben mehr Rückschlüsse darauf, wie Nutzer sich verhalten. Damit liefern sie konkretere Handlungsempfehlungen für Optimierungen. Allerdings sind diese Systeme meist auf einen Kanal beschränkt, messen also zum Beispiel, wie gut eine Website oder eine mobile App funktioniert. In der Realität jedoch wechseln Nutzer gern und oft zwischen verschiedenen Kanälen. Die bereits erwähnte „Reise“ eines Kunden, die „Customer Journey“, kann etwa durch ein Plakat begonnen, über das Mobiltelefon in sozialen Netzen fortgesetzt, auf einer Website vertieft und schließlich im Ladengeschäft abgeschlossen werden.

Multichannel „Moments of truth“

Um solche Reisen insgesamt beobachten und optimieren zu können, helfen Systeme, die eine Sicht auf die komplette Customer Journey ermöglichen. Dabei werden Messpunkte entlang von „Momenten der Wahrheit“ definiert: Punkten der Reise, an denen vom Nutzer erwartet wird, einen nächsten Schritt zu tun. Diese Sicht wird kanalübergreifend gebraucht. Analytics-Daten, die in verschiedenen Systemen gesammelt werden, fließen in einer Gesamtsicht zusammen. So lässt sich erkennen, wo Erwartungen nicht erfüllt werden und können punktgenau Maßnahmen ergriffen werden. Umgekehrt wird sichtbar, welche Konzepte besonders gut aufgegangen sind und wo weitere Investitionen lohnen.

AI Accelerator

Waren die Iterationen von Konzept, Überprüfung und Optimierung bisher aufwendig, lässt sich dieser Prozess mittlerweile durch den Einsatz von AI-Werkzeugen exponentiell beschleunigen. Lernende Systeme werten Daten in Echtzeit aus und ermöglichen es, Interaktionen bis auf die Ebene einzelner Nutzer hinab zu individualisieren – voll automatisiert. Statt also am Ende der Reise festzustellen, wo man hätten abbiegen können, um das Ziel schneller zu erreichen, passt sich heute die Route schon während der Fahrt entsprechend an. Und das mit geringerem Ressourceneinsatz als noch vor wenigen Jahren denkbar gewesen wäre.

Data Driven Design

Möglich wird das durch kanalübergreifende Konzepte, die sich am Nutzer ausrichten, und die Skalierung der Tracking-Datenmengen, die durch den Einsatz von KI-Systemen in nutzbare Daten umgewandelt werden. So wird eine erfolgreiche, digitale Customer Experience nicht nur von kreativen Köpfen entworfen, sondern durch Aktivierung von Daten fortlaufend weiterentwickelt. Sie wird steuerbar. Und dann kann auch die Frage nach der Farbe eines Buttons getrost denen überlassen werden, die es betrifft: den Nutzern. Denn sie entscheiden letztendlich durch ihr Tun, welche Variante der Gestaltung die erfolgreichste ist.

Welche Prinzipien werden bei Ihnen in der Gestaltung der digitalen Interaktion eingesetzt? Design mag Geschmackssache sein, doch das Geheimnis des Erfolges liegt vor allem in der Messbarkeit. Nur sie erlaubt eine fortlaufende Weiterentwicklung und Optimierung, um den Ansprüchen und Bedürfnissen Ihrer Kunden immer besser gerecht zu werden – und das über alle Kanäle hinweg. Wie messen Sie das Zusammenspiel Ihrer Mobile App, Ihrer Website und Ihrer Niederlassungen vor Ort? Wie gut spielt dieses Team zusammen, um zu gewinnen?

Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit mir über LinkedIn.

Mehr zum Thema Design for Digital, inklusive Download des PDFs finden Sie auch unter TechnoVision 2020.


Teil 7: Fluid Workforce: Vier gewinnt!

Isabell Schastok, Capemini Invent

Talent Management als Wettbewerbsvorteil! Aber wie viele Unternehmen sind wirklich in der Lage schnell auf sich ändernde Kompetenzanforderungen zu reagieren? In unserer TechnoVison beschäftigen wir uns daher mit dem Model der „Fluid Workforce“ (flexible Arbeitskraft/Belegschaft). Unter „Fluid Workforce“ verstehen wir Freiberufliche, unabhängige, Gig- oder bezahlte Crowdsourcing-Mitarbeiter. Mit anderen Worten, Personen, die vorübergehend bei Organisationen arbeiten (entweder Vollzeit oder Teilzeit) und nicht auf der Gehaltsliste eines Arbeitgebers stehen.

Seit spätestens letztem Jahr wissen wir, dass traditionelle, von physischer Anwesenheit getriebene Organisationen der Vergangenheit angehören. Viele Unternehmen haben durch die ‚Remote-Work-Bewegung‘ hybride Betriebsmodelle einführen müssen. Im Jahresrückblick können wir die Erfahrungen von Unternehmen mit hybriden Betriebsmodellen analysieren:

  • 68% bestätigen eine Senkung der allgemeinen Geschäftskosten
  • 51% erzielen Wettbewerbsvorteile durch Anwerbung höher qualifizierter Talente
  • 40% betonen die Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit

Unternehmen, die bereits länger Erfahrung mit einer Fluid Workforce haben, weisen außerdem eine höhere Agilität, verbesserte Kundenzufriedenheit und Markenwahrnehmung sowie steigende Verkaufszahlen auf.

In vier Schritten zur Fluiden Workforce

Vier gewinnt – Vier Schritte helfen Organisationen ein Fluid Workforce Modell erfolgreich zu implemetieren:

1. Verknüpfung von Geschäfts- und Personalstrategie

Stellen Sie sicher, dass Sie den Einfluss Ihrer strategischen (Neu-)Ausrichtung auf Jobrollen und Qualifikationsanforderungen verstehen. People Analytics kann Ihnen dabei helfen, Ihre Personen- und Unternehmensdaten gezielt zu analysieren und auszuwerten, um Ihre aktuelle Qualifikationslandschaft mit den Anforderungen an die Zukunft abzugleichen um eine „smarte“ Talentstrategie zu entwickeln, die sowohl permanente als auch fluide Mitarbeiter gezielt integriert und einsetzt. IBM gilt in diesem Zusammenhang oft als Vorreiter, da sie schon sehr früh eine flexible Form von Mitarbeitern – den „Cloud-Arbeitern“ – einführten. Durch diese können auf Abruf verschiedene Dienste aus der Cloud für das Unternehmen erbracht werden.

2. Befähigung von HR für die Rolle des „Workforce Architekten“

Es braucht strategische Workforce-Architekten, die als vertrauensvolle Berater für die Geschäftsführung agieren, zur Umsetzung der Fluiden Workforce. Um die Personalplanung ganzheitlich betrachten zu können, ist daher die effektive Zusammenarbeit zwischen Personal-, Beschaffungs- und Finanzfunktionen von hoher Bedeutung. Stellen Sie daher sicher, dass Ihre HR Abteilung mit den entsprechenden Kompetenzen und HR Lösungen ausgestattet ist, um den Einsatz von Fluiden Talenten zu optimieren.
Samsung zeigt mit der Einführung der Rolle des „Head of On-Demand-Talent“ eine Möglichkeit auf, um das Recruiting und Onboarding der Fluid Workforce organisatorisch sicherzustellen.

3. Ganzheitliche Talent Experience

Unabhängig vom permanenten Talentpool oder Fluid Worker hat die Talent Experience einen Einfluss auf das Mitarbeiterengagement, die Arbeitsproduktivität und -ergebnis. Shawn Achor, Psychologe der Harvard University, zeigt mit seinen Untersuchungen, dass das Glücksniveau den beruflichen Erfolg mehr beeinflusst als IQ oder Kompetenzen. Betrachten Sie daher die Talent Experience entlang des gesamten Mitarbeiterlebenszyklus von Rekrutierung bis Pensionierung für alle Mitarbeiter – ob auf der direkten Payroll oder nicht – gleichermaßen. Der Einsatz von Mitarbeitererfolgsplattformen wie Peakon oder 15Hive kann dabei das aktive Einbeziehen unterstützen.

4. Befähigung der Führungskräfte für das Managen der Fluid Workforce

Manager sind es gewohnt, einen permanenten Ressourcen-Pool mit jährlichen Zielen zu verwalten, um aufgabenbasierte Ziele zu erreichen. Durch eine hybride Belegschaft mit vielfältigen und sich verändernden Talent-Pool gewinnt die Rolle des Managers an Komplexität und Bedeutung. Es braucht Führungskräfte mit außerordentlichen Führungskompetenzen, …

… die Vertrauen über Organisationsgrenzen hinweg aufbauen und fluiden Mitarbeitern Autonomie und Freiheit bieten,

.… die fluide Mitarbeiter integrieren, z.B. durch Unternehmenskultur und Teamziele,

.… die fluide Mitarbeiter durch den Leistungsmanagement- und Trainingsprozess begleiten.

Was ist Ihre Meinung zur Zukunft der Arbeit? Und welche Erfahrungen haben Sie bereits mit fluiden und hybriden Betriebsmodellen gesammelt? Teilen Sie gerne Ihre Meinung mit mir über LinkedIn.

Mehr zum Thema Fluid Workforce finden Sie auch unter „The Fluid Workforce Revolution“.

 


 

Teil 6: Process on the fly: Geschäftsprozesse dynamisch an die digitale Welt anpassen

Sven Roth Capgemini
Sven L. Roth, Capgemini

Wie müssen Geschäftsprozesse zukünftig entwickelt, verwaltet und ausgeführt werden, um dynamisch auf äußere Einflüsse reagieren zu können? Im schnellebigen digitalen Zeitalter keine leichte Aufgabe. Unsere TechnoVision 2020 identifiziert die passenden Vorgehensweisen.

Wissen bedeutet Macht. Und Macht bringt Erfolg. Oder? Nicht ganz: Für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens ist letzten Endes nicht das vorhandene Wissen selbst entscheidend. Vielmehr kommt es auf die Geschwindigkeit an, mit der ein Unternehmen auf Ereignisse reagiert, Erkenntnisse und Worte in Taten umsetzt und Geschäftssilos überwindet, um Veränderungen in ihrer Umwelt agil zu begegnen. Genau hier setzen Prozessmanagementtechnologien an.

Unternehmen steht hierfür eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen sie stabile, vorhersagbare Workflows, automatisierte Benutzerinteraktionen und ad-hoc konfigurierbare Reaktionen auf ungeplante Ereignisse bereitstellen können. Als entscheidende Komponente einer Business/IT-Plattform der nächsten Generation setzen solche Prozesstechnologien neue Impulse für jeden Prozess innerhalb einer Organisation.

Das Aufbrechen von Business-Silos ermöglicht das Schließen von Lücken zwischen Systemen, ohne direkt in diese eingreifen zu müssen. Gleichzeitig werden weiterführende Geschäftsprozess-Lösungen entwickelt, die Microservices und APIs zu einem Service-Verbund orchestrieren, den wir in der Vergangenheit einfach als „Anwendungen“ bezeichnet hätten. Kombiniert mit Künstlicher Intelligenz (KI), kognitiven Systemen und Agilität werden Geschäftsprozesse automatisierter und intelligenter.

Der Umstieg auf diese neue Prozesstechnologien ist keine leicht zu bewältigende Aufgabe, da Legacy-Systeme sich häufig in eingefahrenen Strukturen befinden. Zusätzlich werden Standardprodukte bis zur Unkenntlichkeit umkonfiguriert und personalisiert, sodass ganz individuelle Prozessimplementierungen entstehen und ein effektives Management, beziehungsweise die Umsetzung von Änderungen, nur noch schwer möglich ist. In einer Welt, in der Cloud-Native, 5G, Microservices und Agilität immer stärker miteinander verschmelzen, muss jedes Unternehmen allerdings sicherstellen, dass seine Prozesslandschaft einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt.

Mit den folgenden fünf Schritten lässt sich eine Prozessoptimierung und -automatisierung  realisieren und damit dynamisch auf Veränderungen reagieren.

Processes 101 – Prozess-ABC

Ein tiefgreifendes Prozessverständnis ist Voraussetzung für eine Standardisierung, die wiederum der Schlüssel zur Vereinfachung ist. Vereinfachte Prozesse, die klar und regelbasiert sind, ermöglichen die Einführung intelligenter und innovativer Automatisierungslösungen. Eine unternehmensweite Prozessautomatisierung führt in jedem Fall zu effizienten und leichter durchzuführenden Betriebs- und Wartungsaktivitäten.

Rock, Robot Rock – Roboter an die Macht

Die Roboter sind unter uns, schauen aber nicht so aus. Sie kommen als mächtige Softwarelösungen daher und zielen auf mechanische und wiederkehrende Prozesse ab, in denen Menschen mit Oberflächen und Anwendungen interagieren. Mittels Robotic Process Automation (RPA) lassen sich derartige Prozesse schnell und weitreichend automatisieren. RPA trägt damit primär dazu bei, Routineaufgaben zu beschleunigen, ohne jedoch aufwändige technische Probleme oder die Anwendungslogik an sich zu adressieren.

Pleased to Meet You, Process – Hallo neue Prozessschicht

Herkömmliche, prozessorientere Anwendungen sind gekennzeichnet durch klare Systemgrenzen und monolithische Strukturen. Dies führt häufig dazu, dass diese Anwendungen nicht miteinander integriert sind und Daten nur in der jeweiligen Anwendung genutzt werden können, was widerum die Prozessdurchlaufzeiten, eine übergreifende Prozessoptimierung sowie die Flexibilität einschränkt. Die Anwendungen können jeweils nur die eigenen Daten sehen und mit diesen arbeiten. Wer auf neue Technologien setzt, kann sich den aufwändigen Umbau oder die Ablösung prozessspezifischer Anwendungen ersparen. Das Einreißen der zwischen Prozessen bestehenden Mauern mit Hilfe von Datenaggregation, Robotic Process Automation, API und Web Services Management und Business Process Management führt nicht nur zu unternehmensweiter Vereinheitlichung und siloübergreifenden Prozessflüssen, sondern öffnet durch moderne Schnittstellen auch die Tür zur Welt außerhalb der eigenen Organisation.

Can’t Touch This – Selbstoptimierende Prozesse

Wenn man nur einen Hammer hat, sieht alles aus wie ein Nagel. Das Auflösen der nächsten Ineffizienz und die Umsetzung der nächsten kleinen Idee sind keine wirkliche Prozessoptimierung und bringen daher niemanden weiter. Der Trend zu radikaler Geschäftsagilität bringt zudem klassische, etablierte Prozesses ans Limit, wenn es um die Reaktion auf komplexe Probleme in Echtzeit geht. KI-Systeme können Prozesse entsprechend der Anforderungen transformieren, sie reagieren zugleich flexibel auf nahezu jegliche Anforderung. Sie antizipieren die nächstbesten Schritte und die dafür benötigten Ressourcen near real time. Und das Beste: Sie lernen ständig dazu und werden damit prinzipiell fortlaufend leistungsfähiger!

Augmented Me – Der Roboter und ich

Die Überführung standardisierter, repetitiver Tätigkeiten vom Menschen auf eine IT-Lösung ist ein etablierter erster Schritt zur Prozessautomatisierung. Noch besser wird es, wenn KI zum Einsatz kommt, die nicht nur eher einfache, unabhängige Aufgaben übernimmt. Eine solche KI versteht nicht nur menschliche Sprache, Bilder und Videos, sondern kann auch Prozesse in einem größeren Zusammenhang beobachten und komplexe Muster entdecken, wozu Menschen aufgrund der großen Informationsmenge nicht in der Lage sind. Die symbiotische Beziehung zwischen Menschen und der Unterstützung durch KI-Systeme wird die Art und Weise, wie wir arbeiten und Arbeitsabläufe organisieren entscheidend verändern. Der Mensch wird in die Lage versetzt, schneller und fundierter Entscheidungen zu treffen.

Der Weg in die Prozesszukunft und die Umsetzung dieser Schritte ist kein Spaziergang. In einer idealen Welt sind Prozesse unabhängig voneinander, selbstoptimierend und stille Begleiter eines zukunftsorientierten Technologieunternehmens. Die Ausgangsbasis bildet ein tiefgreifendes Verständnis der eigenen Prozesswelt. Sobald dieses vorliegt kann die schrittweise Einführung von Robotic Process Automation, das Einziehen einer Prozess- und Datenintegrationsschicht und schließlich die Umsetzung von KI-basierter Lösungen die Reise hin zu fließend ineinander greifende Geschäftsprozesse gestartet und erfolgreich gemeistert werden.

Wie weit ist Ihr Unternehmen in diesem Abenteuer und welche Erfahrungen haben Sie bereits gesammelt? Teilen Sie gerne Ihre Meinung mit mir über LinkedIn.

Mehr zum Thema „Process on the Fly“ finden Sie auch unter https://www.capgemini.com/service/process-on-the-fly-2/


Teil 5: Thriving on Data: Blühen mit Daten

Fabian Schladitz, Capgemini

Das datengetriebene Unternehmen ist das neue Zielbild vieler Firmen geworden. Dafür sind Daten zu aktivieren, um Erkenntnisse und Wissen zu gewinnen. Aber wie werden Daten zum Motor von Künstlicher Intelligenz, wie zum Nährboden für mehr Erfolg? Unsere TechnoVision 2020 hilft bei der Aufstellung und Ausrichtung.

Wer kennt diese Sprüche nicht: „Data is the new oil“, „… the new gold“ oder „… the new bacon“. Noch schöner und treffender ist jedoch das Bild „Data is the new soil“ – denn Daten sind für sich genommen wenig wert. Doch wenn man diesen Acker richtig bestellt und sich darum kümmert, dann kann Vieles darauf erfolgreich wachsen und gedeihen.

Unser Acker aus Daten braucht vor Allem eines: Vertrauen in die Daten – von der Datenqualität bis hin zum Datenschutz gibt es viel zu tun, um gute Daten zu schaffen. Wir düngen unseren Acker mit zusätzlichen frischen Datenquellen, um höhere Erträge zu erzielen. Und wenn Daten unser Ackerboden sind, dann sind Künstliche Intelligenz (KI) und Demokratisierung von Daten unser Sonnenlicht und Regen. Folgende Maschinen brauchen wir nun, um unseren Acker richtig zu bestellen und eine große Ernte zu feiern.

Crazy Data Train

Unsere Entscheidungen können nur so gut sein, wie die Daten, die hineinfließen. Darum ist es wichtig nicht nur die eigenen Daten zu aktivieren und aufzubereiten, sondern auch aktiv nach zusätzlichen Daten zu suchen. Dabei entstehen besondere Datenallianzen zwischen im Wettbewerb stehenden Unternehmen, genauso wie digitale Lieferketten. Gleichzeitig mehren sich die Angebote von fertigen Modellen – als Service konsumiert – und reduzieren dadurch die Notwendigkeit eigene Datensammlungen zu starten. Wer seine Datenquellen – intern & extern – beherrscht, legt also das Fundament für sein datengetriebenes Unternehmen.

Power to the People

Echte Spezialisten mit tiefem Branchenwissen bleiben die Nadel im Heuhaufen, der Aufbau eines zentralen Datenmarktplatz häufig eine Vision. Zum Glück gibt es neue geeignete Werkzeuge, um unsere Business-Helden mit den Superkräften von KI auszustatten. Dieser “Citizen Data Scientist” bereitet Daten auf, die aus automatisierten Pipelines sprudeln, um sie einem System zum automatisierten Machine Learning (AutoML) zu übergeben. Er kuratiert die Arbeit der Systeme, um die richtige Perspektive einzubringen und mathematische Korrelation von realer Kausalität zu unterscheiden. Das Resultat? Schneller, agiler und breiter aufgestellt zum datengetriebenen Unternehmen.

Good tAImes

Jede Neuerung bringt sowohl Chancen als auch Risiken und wirft neue Fragen auf. Wenn wir uns mehr auf Daten verlassen und Algorithmen unsere Entscheidungen in Ewigkeit fortschreiben, sollten wir uns fragen: Sind die Daten voller Vorurteile und waren meine Entscheidungen gut? Und kann ich meine Entscheidungen heute noch nachvollziehen?

In Zeiten des Wandels und der Unsicherheit leuchten Unternehmen mit klarem ethischem Kompass. Diese Vorbildwirkung können wir noch verstärken – denn mit KI Gutes tun ist leicht: Ausschuss und Energieverbrauch reduzieren, Hunger bekämpfen und die Wissenschaft unterstützen. Und nebenbei bilden wir unsere Mitarbeiter auch noch ganz praktisch weiter.

Data Apart Together

Daten stellen keine universelle Wahrheit dar und die Tage der „single source of truth“ sind vorbei – Daten werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, auf verschiedenste Arten angereichert und zwischen Menschen, Abteilungen und Unternehmen geteilt. Dazu kommen viele Formen von Daten aus diversen Datentöpfen. Diese Vielfalt gilt es zu beherrschen und zu nutzen, um Konzepte wie den „Knowledge Graph“ mit neuem Leben zu füllen und sein Versprechen eines vernetzten Wissens im Unternehmen zu erfüllen. Verteilte Daten, die durch KI-gestützte Werkzeuge erschlossen, auffindbar und nutzbar werden, ermöglichen uns eine neue Form der Zusammenarbeit und einen schnelleren Überblick.

How Deep is your Math

Künstliche Intelligenz liefert uns immer neuere, beeindruckende Beispiele dafür, welche Probleme dieser Welt mit der rohen Kraft von (Trainings-)Daten und Rechenleistung zu lösen sind. Von Betrugserkennung über Produktempfehlungen, bis hin zur unterstützender Diagnostik in der Medizin und der Steuerung von Industrieanlagen – es ist Zeit neu zu Träumen.

Mit neuen, mächtigen Algorithmen ausgestattet, lohnt es sich, unmöglich geglaubte Anwendungsfälle neu zu bewerten und auch neue zu erträumen. Besonders erfolgreiche Initiativen stellen dabei sicher, dass die Qualität des Modells nicht nur mathematisch bewertet, sondern auch dessen Wirkung auf geschäftliche Kennzahlen gemessen wird.

Welche Herausforderungen stecken in Ihren Daten, welche Innovation fehlt noch, um Ihre Daten zu aktivieren? Und wie viel Mathematik verträgt Ihr Geschäft? Lassen Sie uns dazu gerne auf LinkedIn diskutieren!

Details zu Produkten und Beispiele zu den fünf Wirkfeldern der Daten finden Sie im Bereich „Thriving on Data“ in unserer TechnoVision 2020.


 

Teil 4: Applications Unleashed: Gesprengte Ketten!

Thilo Hermann, Capgemini

Bestehende, gewachsene Applikationslandschaften sind für viele Firmen der Bremsschuh in der Digitalen Transformation. Aber wie wird man fit für die nächste Generation von cloud-basierten Apps? Unsere TechnoVision 2020 identifiziert die wichtigsten Vorgehensweisen.

Der Aufbau eines neuen Applikations-Portfolio basierend auf MVPs, Micorservices und einer Microservice Architektur auf der „grünen“ Wiese ist einfach, aber leider nicht die Realität für viele unserer Kunden und Unternehmen insgesamt. Die über Jahre beziehungsweise Jahrzehnte gewachsene Applikationslandschaft gibt den Rahmen für die Digitale Transformation vor. Folglich ist eine Evolution , statt einer Revolution auf dem „Greenfield“, gefragt.

Um mit der Geschwindigkeit der „Revolutionäre“ mitzuhalten ist eine Fokussierung nötig. Die Gießkanne hat ausgedient, stattdessen sind diejenigen Stellen zu identifizieren, bei denen eine Änderung einen Geschäftsnutzen bringt. Architekten sind gefordert, diese Fokussierung, basierend auf den vorhandenen Datenpunkten, Prognosen und ihrer Erfahrung, durchzuführen.

Einen großen Vorteil hat das gewachsene Portfolio dennoch. In ihm schlummert der größte Schatz eines Unternehmens: Die Daten. Die Unternehmen, die es schaffen diesen zu nutzen,  werden Erfolg haben. Das ist die Entschädigung für die größeren Mühen der Digitalen Transformation im „Brownfield“.

Folgende Patterns ermöglichen die zielgerichtete Evolution des Applikations-Portfolios und machen die Digitale Transformation auch im komplexen Umfeld realisierbar:

Kondo My Portfolio

Vereinfachen und Aufräumen, um die nötigen Freiräume für Innovationen zu schaffen, ist einfacher gesagt als getan. Komplett neu anfangen ist wie erwähnt keine Option, da große Investitionen ins bestehende Portfolio geflossen sind. Der Schlüssel, um eine neue Plattform zu designen und die bestehenden Anwendungen des Portfolios zu migrieren, sind gute Architekten. Automatisierte Code-Migration, Hardware-Emulation und das Einbinden von Microservices/SaaS-Services sind ihre wichtigsten Hilfsmittel, um die Aufgabe zu erfüllen. Ein versierter Architektur-Experte räumt im Sinne der Digitalen Transformation nämlich gezielt auf und „wirft nur das weg, was keiner vermisst“.

Bot is the New App

Bots und Spracherkennung erweitern die Optionen der Kundeninteraktion massiv. Die Basistechnologien der Hyperscaler bilden ein profunde Grundlage, um bestehende Anwendungen um zusätzliche Interaktionswegen zu erweitern. Der Kunde rückt damit noch mehr in den Mittelpunkt, die neue „User Experience“ ist ein wesentlicher Treiber für den Erfolg und Akzeptanz. Schließlich ist eine „sprechende“ Anwendung deutlich intuitiver als ein komplexes UI!

When Code Goes Low

Geschwindigkeit ist besonders wichtig, der erste am Markt macht das Geschäft. „Low-Code“ bietet die Chance, die Software-Entwicklung entscheidend zu beschleunigen und auch Business-Experten früh und eng einzubinden. In Kombination mit den Services der Hyperscaler lässt sich der Entwicklungszeitraum so von Monaten auf wenige Tage reduzieren. Dabei ist zu beachten, dass die passenden Anwendungsfälle gewählt werden. Als Startpunkt bieten sich die Anwendungen mit überschaubarer Komplexität und Schnittstellen an. Die vorhandene Schatten-IT, die oftmals business-seitig initiiert wurde, ist hierfür ein guter Kandidat. Denn auch hier gilt die Regel: „Nur weil ich einen Hammer habe, ist nicht alles ein Nagel!“

API Economy

Funktionierende Geschäfts-APIs sind die Grundlage für jede auf Microservices basierende Architektur. Das Öffnen der Schnittstellen ermöglicht zum einen, neue Funktionalitäten zu implementieren. Zum anderen lassen sich so Mehrwertdienste von Drittanbietern nutzen.  APIs sind damit ein wichtiger „Antreiber“ für die Digitale Transformation.

Apps Love AI

Das systematische Einbinden von Machine Learning und AI in bestehende Anwendungen ist eine große Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln bzw. bestehende Modelle zu optimieren. Das vorhandene Portfolio mit seinen Daten ermöglicht es aus der Vergangenheit zu lernen und das kann nur wer auch eine Vergangenheit hat. AI ist der „Türöffner“ zum zukünftigen Erfolg des transformierten, digitalen Unternehmens.

 Wo sehen Sie die Zukunft von großen Applikations-Portfolios? Wie beherrschen Sie die Herausforderungen durch die Digitale Transformation? Diskutieren Sie gerne mit mir über Linkedin.

Mehr zur „Applications Unleashed“ finden Sie auf unserer Website.

 


Teil 3: Invisible Infostructure: Infrastruktur, wo bist du?

Cornelia Görs Capgemini
Cornelia Görs, Capgemini

Eine unsichtbare IT-Infrastruktur wird zum leicht konsumierbaren Service, der mit Lego-ähnlichen Bausteinen den schnellen, sicheren, agilen und kostengünstigen Zugriff auf Daten und Anwendungen ermöglicht und die aktuellen und zukünftigen Geschäftsziele zu erfüllen hilft. TechnoVision 2020 benennt die hierfür wichtigsten Technologietrends.

Kein anderer Technologiebereich zeigt das Streben nach Reduzierung der Komplexität mehr als IT-Infrastruktur. Der von Public Cloud Anbietern vertraute Katalog verfügbarer Infrastrukturdienste ist der Maßstab für IT-Service-Provider und interne IT-Abteilungen – einfach per Klick das Gewünschte ordern.

Diese Simplifizierung birgt jedoch das Risiko, sich immer mehr in die Abhängigkeit von spezialisierten Lieferanten zu geben. Offene Industriestandards helfen, von vereinfachten Infrastrukturdiensten zu profitieren, ohne sich an Spezialisten zu binden. Von virtuellen Maschinen über die Cloud-Bereitstellung bis hin zu Containern und Serverless Computing gibt es eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten, um den Zugriff auf leistungsstarke und komplexe Ressourcen zu vereinfachen – ohne abhängig zu werden.

IT-Infrastruktur verbindet ein ständig wachsendes Netzwerk von Menschen, Organisationen und „Things“  – darum ist „Infostructure“ auch kein Rechtschreibfehler.

Was ist bedeutsam für eine unkomplizierte, relevante aber unsichtbare Infrastruktur, die „invisible infostructure“?

The Soft, the Hard and the Virtual

Eine „invisible infostructure“ Plattform ist vollständig softwaregesteuert. Alle Hardwarekonfigurationen, Speicherbereitstellungen und Netzwerkeinstellungen werden über Software verwaltet. Abstraktion und Automatisierung ermöglichen, Infrastruktur-Services zu nutzen, unabhängig davon, wo sie sich befinden.

Crouching Tiger, Hidden Container

IT-Infrastruktur kann einschüchternd sein. Was gestern funktioniert hat, kann morgen ausgestorben sein, da selbst die kleinste Änderung der Infrastruktur die mächtigste Anwendung zum Erliegen bringen kann. Software-Container verpacken eine Anwendung mit genau der Infrastruktur und den Middleware-Komponenten, die benötigt werden. Jede Cloud, jeder Server oder jeder PC kann diese Container dann ausführen und nutzt die versteckten Talente dieser Meister der Infrastruktur. Crouching Tiger, Hidden Dragon – auch die im Hintergrund sollten niemals unterschätzt werden.

Simply the Edge

5G, Fog und Edge Computing bringen Speicher-, Prozessor- und Konnektivitätsleistung tiefer in die reale Welt und ermöglichen Datentransaktionen da, wo der User sitzt. „Things“ sind in Echtzeit mit dem Netzwerk verbunden. Digital Twins (digitale Zwillinge) werden immer präzisere und vertrauenswürdigere Modelle ihrer physischen Äquivalente. All dies eröffnet radikal andere Möglichkeiten für die Orchestrierung und Verwaltung physischer IT-Infrastruktur-Komponenten und der von ihr generierten Daten.

Ops, AI Did it Again

Künstliche Intelligenz hilft die Komplexität der IT-Abläufe in den Griff zu bekommen, indem sie aus IT-Betriebsdaten lernt. Es werden Verbesserungen erzielt durch einen umfassenderen Einblick in die Betriebsleistung und durch die Echtzeiterkennung von Störungen. Durch Predictive Analytics werden diese Störungen antizipiert, um schneller Maßnahmen ergreifen zu können. Schließlich – wenn selbst die komplexesten, verborgenen Muster gefunden wurden – erfolgt die autonome Optimierung des IT-Betriebs. Oops … kümmert sich diese Infrastruktur einfach um sich selbst?

Ceci n’est pas une Infrastructure

Auf Wiedersehen Serverraum, hallo Asset-Free Business.

Infrastructure as Code, vollständige Automatisierung, Software-Container, Microservices und Serverless Computing ebnen den Weg zur Nutzung von Infrastruktur, ohne von Komplexität gestört zu werden. Durch die kontinuierliche Entwicklung und Bereitstellung von Software in einer Infrastruktur, die sich automatisch anpasst, kann die IT-Infrastruktur endlich zu dem leistungsstarken Service werden – immer verfügbar, nur nicht wahrnehmbar. Cest tout.

Wo sehen Sie die Zukunft von IT-Infrastruktur? Wie beherrschen Sie die zunehmende Komplexität? Diskutieren Sie gerne mit mir über Linkedin.

Mehr zur „Invisible Infostructure“ finden Sie hier: https://www.capgemini.com/de-de/service/invisible-infostructure-2/


 

Teil 2: Design for Digital: Sieben Gestaltungsprinzipien für die digitale Transformation

Heino Huettner
Heino Hüttner, Capgemini

Sieben Gestaltungsprinzipien bilden den gedanklichen Rahmen für Unternehmen, die eine erfolgreiche digitale Transformation mit Mehrwert für ihre Kunden, Mitarbeiter und sich selbst schaffen wollen.

In den letzten Jahren haben immer mehr Unternehmen erkannt, dass der Erfolg eines technologiegetriebenen Wandels nicht nur in der Technologie selbst liegt. Vielmehr ist er abhängig  von der Kultur sowie den Denk- und Arbeitsweisen eines Unternehmens. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen sieben Prinzipien ans Herz legen, die Sie befähigen können, Ihre digitalen Initiativen in Zukunft erfolgreich zu gestalten.

1. Simply Speed – Geschwindigkeit ist alles

Die Komplexität hat nach wie vor ein Großteil der Unternehmen im Griff, wodurch es schwierig ist, die ursprünglichen Versprechen des technologischen Wandels an Freiheit, Standardisierung und Vereinfachung zu erreichen. Die Firmen müssen gut integriert, agil und schnell auf sich verändernde Anforderungen reagieren können. Ein Weg diesen Anforderungen gerecht zu werden, sehe ich in der Automatisierung und der damit einhergehenden Standardisierung, welche mithilfe Künstlicher Intelligenz und unter Berücksichtigung der User Experience unterstützt wird.

2. Open for Business – Offen sein und Offenheit bieten

In einer Zeit, die von Unbeständigkeit geprägt ist, sind zunehmend Fähigkeiten gefragt, die Unternehmen in die Lage versetzen, sowohl auf geplante als auch ungeplante Opportunitäten, Kooperationen und Geschäftsmodelle reagieren zu können. Es bedarf Plattformen, die den Interessensgruppen alle technischen Möglichkeiten, Verbindungen, Datensätze und APIs bieten, die sie sich nur vorstellen können.

3. Joined at the Hip – Eine Symbiose von Technologie und Business

Der technologische Wandel führt dazu, dass die Grenzen der virtuellen und realen Welt zunehmend verschwimmen. Dementsprechend sollten auch Technologien nicht mehr getrennt vom Business betrachtet, sondern vielmehr als integrativer Bestandteil der Geschäftswelt und als Treiber des Unternehmenserfolges verstanden werden.

4. Trust Thrust – Vertrauen ist den technischen Schub haben

Der Appetit kommt mit dem Essen. Gleiches gilt auch für den Einsatz von Technologie. Technologie, die dem Anwender einen nachhaltigen Mehrwert bietet. Dies setzt aber ein Maß an Vertrauen in die Technologie voraus, welches nicht von heute auf morgen vorhanden ist. Ohne Vertrauen, keine Kunden, kein Geschäft! Dabei braucht es viel Zeit, um eben dieses Vertrauen aufzubauen, aber nur einen Augenblick, um es wieder zu verlieren. Unternehmen dürfen Vertrauen und den Aufbau von Reputation nicht als zusätzliche Belastung ansehen. Vielmehr ist es ein differenzierender Faktor, der sie in die Lage versetzen kann, den Geschäftserfolg zu maximieren.

5. IQ up, EQ up – Intelligenz ist nichts ohne emotionale Intelligenz

Daten sind bekanntlich das neue Gold, aber auch Daten benötigen ihren Zweck, ihre Existenzberechtigung. Daten sollten den Maßstab für die Intelligenz einer Organisation messbar höher legen und folglich zu Geschäftserfolgen führen. Die Interaktion mit Kunden und Partnern führt dabei optimaler Weise parallel zum Aufbau einer emotionalen Unternehmensintelligenz. Denn ohne eine emotionale Intelligenz (EQ) wird der IQ nie ausreichend sein. EQ wird daher ein zentraler und wichtiger Baustein für den Erfolg sein.

6. What’s our Story? – Jedes Unternehmen braucht eine Geschichte

Nach wie vor können Geschichtenerzähler nahezu jedes Publikum in ihren Bann ziehen. Die Technologie erbte die Kraft dieser Geschichtenerzähler und spielt mittlerweile eine zentrale Rolle in unserem Leben und der Wirtschaft. Sie vermittelt Botschaften und motiviert; und sorgt für Veränderung. All dies in einem Zeitalter in dem die Aufmerksamkeitsspanne allmählich verfällt. Neben der Rolle des Geschichtenerzählers sollte die Technologie eine aktive Rolle einnehmen, zu einem nie endenden Dialog. Letztlich wird dann aus „Deiner“ (Kunde) und „meiner“ (Unternehmen) Geschichte „unsere“ Geschichte.

7. No Hands on Deck – Weniger Handarbeit!

Es ist noch nicht lange her, dass die Aussicht auf ein selbstfahrendes Auto unwahrscheinlich schien. Ähnlich wie beim selbstfahrenden Auto werden bald auch Produkte, Prozesse und Services überwiegend automatisiert sein. In diesem Zusammenhang tun Unternehmen gut daran, der Automatisierung mit offenen Armen zu begegnen und bereits jetzt die Autonomität in ausgewählten Anwendungen zu erproben. Ganz nach dem Motto – „Hände weg vom Steuer“.

Betrachten Sie die vorgestellten Gestaltungsprinzipien als Handlungsempfehlungen auf Ihrem Weg zum technologiegetriebenen Unternehmen. Sie sind keinesfalls ausnahmslos bei jeder digitalen Initiative umzusetzen, sondern dienen viel eher als Leitfaden, dessen Umfang individuell auf den jeweiligen Anwendungsfall zu adaptieren ist. Sehen Sie es auch als eine gedankliche Basis, die Sie für sich und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Design for Digital verwenden können.

Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit mir über LinkedIn.

Mehr zum Thema Design for Digital inklusive Download des PDFs finden Sie auch unter https://www.capgemini.com/technovision2020-technology-trends-in-business/

 


 

Teil 1: Was tun, wenn die IT zu komplex wird?

Frank Schlosser, Capgemini

Wie Sie mit 7 Schritten ihre IT-Landschaft in Krisenzeiten vereinfachen und durch gute Abstimmung zwischen Business und Technologie den für nachhaltigen Geschäftserfolg erforderlichen Wandel vorantreiben.

Viele IT-Verantwortliche sprechen aufgrund der omnipräsenten Digitalisierung von einer wachsenden Komplexität ihrer IT-Landschaft (siehe Studie IT-Trends 2020). Wesentliche Gründe dafür sind die steigende Anzahl an Anwendungen, verschiedene Kommunikationskanäle, starke Vernetzung, kürzere Release-Zyklen und hybride Betriebsmodelle in der Cloud sowie im eigenen Rechenzentrum.

Dazu kommt mit COVID-19 eine beispiellose, branchenübergeifende Unsicherheit mit entsprechendem Veränderungsdruck in Bezug auf Kundenbedürfnisse, Lieferketten und interne Arbeitsprozesse. Umso mehr ist die Vereinfachung im Sinne einer Komplexitätsreduzierung ein zentrales Thema der IT-Entscheider. Mit dem Leitmotiv der TechnoVision 2020 „Vereinfachung“ (Simplify) unterstützen wir genau dabei. Dieser Blogbeitrag ist der erste einer Serie über Capgemini´s jährlichen Ratgeber zur Komplexitätsreduzierung im Spannungsfeld zwischen Business, Technologie und Innovationen.

Die TechnoVision umfasst sieben Schritte, mit denen eine Vereinfachung in verschiedenen Bereichen erzielt werden kann. Dazu gehören „Invisible Infostructure“, „Applications Unleashed“, „Thriving on Data“, „Process on the Fly“, „You Experience“ und „We Collaborate“, also die zentralen Aufgabenbereiche der IT-Landschaft eines Unternehmens. Darüber hinaus zieht „Design for Digital“ den Rahmen um die anderen Bereiche. Neue Lösungen sind heute so zu erstellen, dass sie den aktuellen Anforderungen einer durchgängigen, digitalen Umsetzung genügen. Anhand der Bereiche können wir für die ganze IT-Landschaft konkrete Maßnahmen identifizieren, die Komplexität in den Griff bekommen und gleichzeitig die geschäftskritischen Veränderungen in schwierigen Zeiten nicht nur unterstützen, sondern zielgerichtet treiben.

Die sieben Container der TechnoVision 2020

1. Invisible Infostructure (Unsichtbare Infrastruktur)

Entwickeln der IT-Infrastruktur hin zur einfachen, anschließbaren Ressource, als welche sie schon immer gedacht war.

Die Infrastruktur stellt eine kritische Grundlage für jede Organisation dar. Der Schlüssel liegt darin, dass sie nicht nur auf den ersten Blick, sondern konkret und unabhängig vom Deployment-Modell (Hybrid-/Multi-Cloud) durch konsequente Umsetzung des „as a Service“-Prinzips unsichtbar wird. Sie muss für alle Nutzenden per Self-Service konsumierbar sein und wird vollständig Software-gesteuert abgesichert, automatisiert und orchestriert.

2. Applications Unleashed (Befreite Anwendungen)

Befreien der alten Systemlandschaft und Freisetzen der nächsten Generation leistungsfähiger, agiler und Cloud-basierter Apps.

Eine zentrale Herausforderung heutiger Anwendungen ist die Bereitstellung mit hoher Geschwindigkeit und so nah wie möglich am Geschäft. Das moderne Anwendungsportfolio ist flexibel, einfach anzubinden und Cloud-native. Vorhandene Anwendungen müssen rigoros auf den Prüfstand gestellt und vereinfacht, rationalisiert, konsolidiert bzw. abgeschaltet werden. Neue Anwendungen sollten von Beginn an „smart“ gedacht werden, z.B. durch Einbindung von KI-Services und durch agile Entwicklung im DevOps-Stil.

3. Thriving on Data (Mit Daten erfolgreich sein)

Erreichen eines hohen IQ für das eigene Unternehmen basierend auf den verfügbaren Daten, die es zur Realisierung und Weiterentwicklung seines Geschäfts verwendet.

Daten müssen als ein integrales Organisations-Asset strategisch gesteuert werden. Für ein erfolgreiches Aktivieren vorhandener Daten zur geschäftlichen Nutzung durch Algorithmen ist es unabdingbar, die Datenquellen und Datensenken im Griff zu haben und in eine Zentralisierung der Data Warehouses zu investieren. Die Studie IT-Trends 2020 zeigt, dass die besten Unternehmen basierend auf ihren Daten damit beginnen neue Geschäftsfelder ihrer eigenen Branche oder sogar in einer anderen Branche zu erschließen.

4. Process on the Fly (Fliegende Prozesse)

Effizienz- und Effektivitätssteigerung durch eine IT, die auf Basis der verfügbaren Datenbasis eigenständig Entscheidungen trifft und den Prozess damit steuert.

Organisationale Geschwindigkeit korreliert stark mit der Fähigkeit, aus Erkenntnissen konkrete Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen, um schnell auf Ereignisse und sich verändernde Rahmenbedingungen (wie z.B. COVID-19) zu reagieren, sowie Silos aufzubrechen. Dabei helfen ein tiefgreifendes Prozessverständnis in Verbindung mit neuen Entwicklungen rund um Robotic Process Automation und AI und bringen „Process on the Fly“ ins Zentrum. Als zentrales Element einer Business/IT-Plattform der nächsten Generation bringen Prozesstechnologien einen neuen Puls in die Organisation.

5. You Experience (Dein Erlebnis)

Das Infragestellen bestehender Benutzerführungen bringt uns zu vollkommen neuen IT-Lösungen, die auch auf eine manuelle Nutzung verzichten können.

Kein Technologiebereich ändert sich so schnell wie die Benutzendenerfahrung (User Experience). Als Nutzende erwarten wir eine individuell auf uns zugeschnittene, einfach zu bedienende IT, mit der es Spaß macht zu arbeiten. Diese Erwartungshaltung haben wir gegenüber allen Organisationen, mit denen wir geschäftlich interagieren – und das gilt nicht nur für die externen Partner, sondern auch für die IT des eigenen Unternehmens. Klassische Oberflächen werden von Chatbots, Sprachassistenten und tragbaren Endgeräten unterstützt oder ersetzt, um zu jeder Zeit für den Kunden verfügbar zu sein und ihn qualitativ hochwertig zu bedienen. Weiterhin gewinnen Augmented und Virtual Reality Geräte stark an Bedeutung.

6. We Collaborate (Wir arbeiten vernetzt)

Abgrenzen von anderen wird nicht mehr zum Ziel führen, nur das Vernetzen mit anderen führt zu neuen Geschäftsmodellen auch außerhalb der heutigen Branchengrenzen.

Die digitale Welt ist global wie regional vernetzt. Menschen, Organisationen und Dinge schaffen durch gegenseitige Vernetzung neue Werte, wodurch kollaborative Business-Technologien stark an Bedeutung gewinnen. Die IT-Plattform muss Services bereitstellen, die Verbindungen mit höchster Geschwindigkeit ermöglichen, wie Ledger-Technologie-basierte Smart Contracts, 5G-basierte Augmented Reality, Low-latency Sensoren und KI-Anwendungen. Geschwindigkeit auf Basis einer großen Bandbreite wird neue Services für die Kunden ermöglichen.

7. Design for Digital

Ändern der Denkweise und Kultur der eigenen Organisation führt zu einfachen Lösungen, in denen die virtuelle und physische Welt zu einer Einheit verschmelzen.

Die ersten sechs Schritte präsentieren greifbare Trends, die auf das „Was“ einer Bereitstellung und Lieferung eingehen. Der siebte Schritt „Design for Digital“ befasst sich mit dem „Wie“ der Entwicklung. Unabhängig davon, ob Unternehmen eine übergreifende Architektur, eine konkrete Anwendung oder ein Initiativen-Portfolio entwickeln bzw. ein Brainstorming zu Innovationen durchführen, helfen eine Reihe von Prinzipien, welche universell bei allen Diskussionen zu den Geschäfts- und Technologietrends anwendbar sind. Diese Prinzipien aus dem Bereich „Design for Digital“ gibt Ihnen mein Kollege Heino Hüttner im nächsten Beitrag zur TechnoVision 2020 an die Hand.

Vor welchen zentralen Herausforderungen in Bezug auf die Komplexität der IT-Landschaft, digitaler Technologien und Innovationen steht Ihr Unternehmen? Mit welchen Ansätzen versuchen Sie den Überblick zu behalten und die Komplexität in Ihrer Organisation nachhaltig zu beherrschen? Teilen Sie gerne ihre Erfahrungen mit mir über LinkedIn.

 

Mehr zur TechnoVision 2020 inklusive Download des PDFs finden Sie auch unter: https://www.capgemini.com/technovision2020-technology-trends-in-business/

Die COVID-19 Sonderausgabe der TechnoVision 2020 unter dem Motto „Change Making Simplified“ finden Sie unter: https://www.capgemini.com/technovision2020-technology-trends-in-business/

 

Weitere Posts

Advertising

Was Marketingleiter 2021 erwartet

Dr. Thomas Dmoch
Date icon Dezember 14, 2020

Die Digitalisierung forciert die Zusammenarbeit im Marketing mehr denn je. Lesen Sie hier...

Digital Transformation

Grünes Wachstum für Energieversorger: Wie Nachhaltigkeit Wachstumsimpulse setzt

Guido Wendt
Date icon Juni 19, 2020

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind zu Mega-Trends geworden, denen sich kein Unternehmen...

Digital Transformation

Digital Innovation Labs als Katalysator für die Digitale Transformation

Felix Middendorf
Date icon Mai 20, 2020

Wie Unternehmen mit Ambidextrie Digitale Innovationen erfolgreich umsetzen – Ein...