Jeder kennt jeden – wen kennen Sie? Was Führungskräfte von Influencern lernen können

Publish date:

Influencer inspirieren Millionen von Menschen und bauen gekonnt Netzwerke auf. Als Führungskraft in der digitalen Transformation können Sie von Influencern lernen, wie Sie geschickt Ökosysteme aufbauen und diese gewinnbringend in Ihrer Organisation einsetzen.

Wie eine Studie zeigt, kennt jeder Mensch jeden anderen Menschen über sechs Ecken[1]. Die Tatsache, dass sich Technologien und Gesellschaften zunehmend vernetzen, ist nichts Neues. Jedoch besteht die Aufgabe einer Führungskraft darin, in einer komplexen Welt ein nachhaltiges Ökosystem aufzubauen und den Führungsstil entsprechend der hieraus resultierenden Bedarfe zu adaptieren. Influencer haben es geschafft Massen zu bewegen und globale Netzwerke aufzubauen. Dabei passen sie ihre Inhalte flexibel auf die Nachfrage der Follower an. Was macht ihren Erfolg aus? Was können Führungskräfte von ihnen lernen, um erfolgreich durch die digitale Transformation zu führen?

Niemand entkommt dem Netzwerk – Followeranzahl als neue Währung

Der Begriff Influencer ist lange kein Fremdwort mehr. Die Trendsetter besitzen einen hohen Einfluss in den sozialen Netzwerken, welcher sich durch KPI´s wie z.B. hohe Followeranzahlen, Klickraten und Kommentare äußert. Doch was drücken diese Zahlen aus? Die Erfolgsindikatoren geben Aufschluss darüber, wie stark sich Follower mit Inhalten identifizieren (Commitment) und wie intensiv Follower sich an der Mitgestaltung der Inhalte beteiligen (Engagement).

Commitment und Engagement sind auch Schlüsselfaktoren in der digitalen Transformation. Führungskräfte müssen es schaffen eine gemeinsame Vision aufzubauen, Unternehmensziele zu aller Ziele zu machen und diese tagtäglich selbst zu leben. Weiterhin müssen sie ein Umfeld schaffen, in dem sich Mitarbeitende entwickeln und somit aktiv einen Beitrag zum Transformationserfolg leisten können.

Agieren wie ein Influencer – Ökosysteme kennen und authentisch bleiben

Influencer begeistern ihre Follower und beeinflussen Entscheidungen. 50% der Konsumenten vertrauen bei Kaufentscheidungen auf Influencer-Empfehlungen [2]. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Adressaten und nutzen das Wissen für ihre Kommunikation. Ihr authentisches Auftreten und frequente Interaktion vermitteln ein Gefühl von Nahbarkeit und Transparenz. Abgerundet durch ein emotionales Storytelling, brechen sie virtuelle Barrieren auf, was mit dem Klicken des Like-Buttons belohnt wird.

Für Führungskräfte ist es erfolgskritisch die Bedürfnisse ihres Netzwerks zu kennen. Externe Einflüsse ändern sich stetig und sind oft unberechenbar, somit ist eine flexible Reaktionsfähigkeit unabdingbar. Ziele, Prozesse und die Kommunikation zu allen Stakeholdern müssen daher transparent und authentisch gelebt werden. Dies schafft vertrauensvolle Bindungen in einem nachhaltigen Ökosystem.

Ökosysteme führen – Führungsrollen in der digitalen Transformation

Die Beobachtungen des Influencer-Erfolgs im Umgang mit Ökosystemen lässt die Re-Evaluation konventioneller Führung zu. Unser Führungsverständnis in der digitalen Transformation manifestiert sich in vier Rollen.

Abbildung 1: Digitale Führungsrollen von Capgemini Invent

Abbildung 1: Digitale Führungsrollen von Capgemini Invent

  • Vision Translator: Nutzt emotionale Ansprache und Storytelling und vermittelt Leidenschaft und Verbindlichkeit.
  • Agile Ambassador: Ist selbst ein Vorbild und begeistert durch Authentizität, Transparenz und Konsequenz.
  • Intrapreneur: Hat als Teil eines Ökosystems eine höhere Innovationsdynamik und realisiert Synergieeffekte.
  • Data Advocate: Nutzt eine breite Informationsgrundlage, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und Entscheidungen zu treffen.

Nutzen Sie die Vorteile von Influencern durch folgende 5 Punkte:

  • Commitment & Engagement: Motivieren Sie Ihr Ökosystem und binden Sie es aktiv in Ihr Vorhaben ein.
  • Authentizität: Ihre Persönlichkeit ist der Erfolgsfaktor.
  • Interaktion: Hören Sie zu und geben Sie Feedback.
  • Ökosystem: Kennen, pflegen und erweitern Sie Ihr Netzwerk.
  • Kommunikation: Entwickeln Sie maßgeschneiderte Maßnahmen und sprechen Sie Ihre Community direkt an.
  • Selbstreflexion: Jeder kennt jeden – kennen Sie sich auch?

Vielen Dank an die Co-Autorinen Constance Agbonifo, Kathrin Lehner und Anastasia Palavartza.

[1] Milgram, S. (1967); The Small-World Problem in Psychology Today

[2] Twitter (https://blog.twitter.com/en_us/a/2016/new-research-the-value-of-influencers-on-twitter.html)


Dieser Blog erscheint im Rahmen unserer Blogreihe “Digital Leadership”. In den weiteren Artikeln beschäftigen wir uns mit folgenden Aspekten:

Blog 1: Die Krise als Katalysator eines authentischen Führungsmodells
Blog 2: Neue Normalität erfordert neue Führung – weibliche Führungskräfte als Vorreiterinnen für eine stärkenorientierte Unternehmenskultur
Blog 4: Das „Sthira Sukha Asana“ Prinzip – Führung als Balance zwischen Vision geben und Eigenverantwortung fördern.
Blog 5: Warum Führungskräfte im agilen Kontext nicht mehr benötigt werden – oder doch?
Blog 6: Führung wie im Start-Up: Was können Führungskräfte in Organisationen von Gründern lernen?
Blog 7: Daten als Treibstoff digitaler Führung: Auf dem Weg in Wissenszeitalter – wie führt man aus dem Datendschungel in eine informationszentrierte Organisation?

Weitere Posts

Capgemini Invent

Die Krise als Katalysator eines authentischen Führungsmodells

Susanne Katharina Ruff
Date icon Mai 6, 2020

Überall auf der Welt nehmen zur Zeit Millionen Menschen an einer Art Massenexperiment teil...

Capgemini Invent

Virtual Leadership: Wo sind denn alle? Und wie führt man Unsichtbare?

Susanne Katharina Ruff
Date icon März 23, 2020

Für Führungskräfte in der Consulting-Branche ist es Brot-und-Butter-Geschäft, wenn ihre Teams...