Corporate Social Responsibility bei Capgemini: Digitale Inklusion

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Digitale Transformation voranbringen und der digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. Damit alle von der Digitalisierung profitieren können, engagiert sich Capgemini in vielen CSR-Projekten im Bereich Digitale Inklusion.

Matthias Wolf ist Corporate Social Responsibility Manager bei Capgemini Deutschland. Im Interview stellt er spannende Projekte vor und zeigt, wie vielfältig sich Capgemini für Digitale Inklusion einsetzt. Dabei spielt auch das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine bedeutende Rolle.

Was bedeutet Corporate Social Responsibility (CSR) für Capgemini?

Als global agierendes Unternehmen haben wir eine große Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dem möchten wir aktiv begegnen. CSR ist bei uns direkt in die Konzernstrategie eingebettet und wird auf Vorstandsebene und von Führungskräften aktiv vorangetrieben. Wir möchten unsere Expertise einsetzen und so zu einem positiven Wandel beitragen – und zwar in Wirtschaft und Gesellschaft. Corporate Social Responsiblity ist natürlich eine große Aufgabe und ein breites Feld. Daher ist es für uns wichtig, einen klaren Fokus zu haben, der zu unserem Kerngeschäft passt. Deshalb basiert unsere weltweite CSR-Strategie „Architects of Positive Futures“ auf drei Säulen: Diversity, Umwelt und Digitale Inklusion. Darum drehen sich auch alle unsere Projekte und Maßnahmen in Deutschland.

Was steckt hinter dem Ansatz „Digitale Inklusion“ und warum ist das Thema so wichtig?

Die aktuelle Studie „The Great Digital Divide“ des Capgemini Research Institute zeigt, dass sich Millionen von Menschen digital abgehängt und im Umgang mit digitalen Tools unsicher fühlen. Dies betrifft alle Altersgruppen und kann sich in verschiedenen Formen ausdrücken, zum Beispiel fehlende Internetzugänge, IT-Ausrüstung oder digitale Kompetenzen. Das ist problematisch, da die Digitalisierung gleichzeitig in allen Lebensbereichen voranschreitet: Wohnungssuche, die Abwicklung von Bankgeschäften oder Bewerbungsprozesse funktionieren beispielsweise zunehmend digital. Außerdem ist Digitale Inklusion eng mit unserem Kerngeschäft Digitale Transformation verbunden. Als IT-Unternehmen möchten wir Vorreiter im Bereich digitale Teilhabe sein und dazu beitragen, dass alle Menschen von den Chancen der Digitalisierung profitieren können.

Wie engagiert sich Capgemini konkret für Digitale Inklusion?

Wir fokussieren uns in unseren gesellschaftlichen Projekten schon lange auf Digitale Inklusion. Mittlerweile lassen sich 90 % unserer CSR-Projekte in Deutschland, die wir mit verschiedenen Partnern umsetzen, diesem Bereich zuordnen. Das sind unterschiedlichste Maßnahmen – von Online-Mentorings über eine Digital Academy bis hin zum Capgemini Freiwilligentag.

Mentoring für Geflüchtete – Hilfe zur persönlichen Weiterentwicklung

Was steckt hinter dem Online-Mentoring-Programm?

Wir haben seit 2016 ein Online-Mentoring-Programm für Geflüchtete in Kooperation mit der Organisation Kiron Open Higher Education. Das Social Startup ermöglicht geflüchteten Studentinnen und Studenten, Online-Kurse zu belegen und Credits zu sammeln, bis sie die Sicherheit haben, dass sie ihr Studium an einer deutschen Universität fortsetzen können. Wir unterstützen insbesondere IT-Studierende, da es hier eine enge Verbindung durch gemeinsame Interessen und Themen gibt. Kiron stellt für uns den Kontakt zu diesen Studierenden her und so konnten bislang über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Geflüchteten Tipps für die berufliche und persönliche Entwicklung geben.

Welche Inhalte werden in den Mentorings vermittelt?

Über einen Zeitraum von mehreren Monaten verabreden sich Mentee und Mentor zu zehn bis fünfzehn Online Sessions und besprechen Themen wie Motivation, Karrierepfade, Stärken und Schwächen. Es geht auch um Tipps, wie man sich in Deutschland zurechtfindet oder wo man Unterstützung erhält. Durch das Mentoring entsteht für beide Seiten eine Win-win-Situation, denn unsere Kolleginnen und Kollegen bekommen einen ganz anderen Blickwinkel, der ihnen auch in ihrem Berufsalltag oder in Kundenprojekten helfen kann – sich in eine andere Lebenswelt einzudenken sowie eine beratende Rolle einzunehmen. Außerdem hat sich im Zuge des Mentorings manchmal herausgestellt, dass die Mentees eigentlich schon ohne Masterstudium bereit für den Jobeinstieg sind. So haben wir einige Mentees als neue Mitarbeiter für Capgemini gewinnen können – auch wenn das nicht im Fokus dieses Projektes steht, sind wir darüber natürlich sehr froh.

Digital Academy – Sprungbrett in die IT

Was ist das Ziel und die Besonderheit der Digital Academy?

Capgemini hat 2018 angefangen, weltweit Digital Academies aufzubauen. Diese richten sich an Menschen, die hochmotiviert sind, aber auf dem Arbeitsmarkt Benachteiligung erfahren: ältere Arbeitnehmer; Mütter, die nach längerer Auszeit wieder einsteigen möchten; IT-Quereinsteiger; oder Migrantinnen, die statistisch gesehen trotz gleicher Qualifikation viel mehr Bewerbungen schreiben müssen als deutsche Bewerberinnen oder männliche Migranten. Es geht darum, diese Menschen für ein spezifisches Berufsbild fit zu machen und sie durch Weiterbildung in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Capgemini bekennt sich dabei auch dazu, einem Teil der Kursteilnehmer nach dem Abschluss eine Einstiegsmöglichkeit bei Capgemini zu bieten.

Welche Inhalte und Themen werden in den Digital Academies vermittelt?

Für die erste Academy in Deutschland haben wir uns für das Thema DevOps (Development and Operations) entschieden. Das ist ein wachsender Bereich, der auch in unseren Kundenprojekten immer wichtiger wird. Digitale Inklusion bedeutet für uns auch, dass wir Menschen fit für die Berufsfelder der Zukunft machen. Für dieses 12-wöchige DevOps Intensivtraining, das im Juli 2020 startet, kann man sich aktuell bewerben. Mehr als die Hälfte der knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden wir anschließend bei uns anstellen.

Wie wird die Digital Academy realisiert?

Wir stehen im engen Austausch mit unserem Partner Academic Work Academy. Unser Leiter der Einheit DevOps entwickelt das Curriculum gemeinsam mit einem Trainer, damit sichergestellt wird, dass die Academy Absolventen auch die Skills erlernen, die sie im Anschluss direkt im Job einsetzen können. Die zukünftigen DevOps Engineers werden sicher auch die Möglichkeit bekommen, unsere Standorte kennenzulernen, um herausfinden, was das Arbeiten bei Capgemini so besonders macht.

Makerspace – Lokales Engagement für digitale Bildung

Gibt es auch lokale Projekte, in denen sich Capgemini zum Thema Digitale Inklusion engagiert?

Es gibt immer wieder standortspezifische Projekte, wie zum Beispiel Makerspace. Das ist ein großes Leuchtturmprojekt in Berlin, zunächst als Pilot, das aber auch bundesweit ausgerollt werden könnte. Im Zuge dieses Projektes haben wir in einem Brennpunkt-Bezirk eine Art Kreativwerkstatt für 300 bis 600 sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche eingerichtet. Zehn Capgemini Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bei der Einrichtung spontan mit angepackt und u.a. technische Geräte angeschlossen.

Zwei Schulen teilen sich diesen Makerspace, der mit technischem Equipment ausgestattet ist, beispielsweise einem 3D Drucker, Virtual Reality Brillen, einem Laser-Cutter, aber auch Tablets. Capgemini hat außerdem vor einiger Zeit einen Smart-Classroom-Koffer entwickelt. Dieser enthält z.B. Kameras und Sensoren, um Experimente durchzuführen und die Ergebnisse zur Analyse in einer Cloud zusammenzuführen. Diese digitalen Tools werden u.a. in den Unterricht integriert, sollen aber auch im Nachmittagsangebot den Kindern zum Ausprobieren zur Verfügung stehen. Mit dem Makerspace-Projekt möchten wir zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen und die Begeisterung für IT-Tools und berufliche Perspektiven stärken.

Capgemini Freiwilligentag – Gemeinsam Gutes tun und Spaß haben

Was ist der Capgemini Freiwilligentag? 

Der Freiwilligentag bedeutet lokales Engagement, um der Gesellschaft, in der wir alle leben und arbeiten, etwas zurückzugeben. Der Tag findet pro Standort einmal im Jahr statt und wer Lust hat sich zu engagieren, kann sich einfach anmelden. An allen Standorten stellen wir ein bis drei verschiedene Projekte auf die Beine, ganz nach dem Motto: „Gemeinsam Gutes tun und Spaß haben.“ Wir laden die jeweiligen Standorte dazu ein, Vorschläge für lokale Organisationen oder Projekte einzureichen. Mit einigen sozialen Organisationen ist durch den Freiwilligentag eine langjährige Verbindung entstanden, die durch Weihnachtsspenden oder privates Engagement unserer Mitarbeitenden ausgeweitet wird. Der Freiwilligentag inspiriert auf jeden Fall beide Seiten und unserer Mitarbeiter nehmen viel mit.

Welche Maßnahmen zur Digitalen Inklusion werden am Freiwilligentag angeboten?

In den letzten Jahren haben wir uns auch beim Freiwilligentag auf Projekte fokussiert, die Digitale Inklusion fördern, weil wir hier mit unserem Know-how und unseren Skills am besten helfen können. Da gibt es viele erfolgreiche Beispiele:

  • Wir haben unsere Expertise pro bono an Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) weitergegeben und ihnen Digitalstrategien oder digitale Tools vorgestellt, die sie z.B. für Fundraising-Zwecke nutzen können.
  • In Computerschulungen haben wir Frauen mit Migrationshintergrund z.B. beigebracht, ein E-Mail-Konto einzurichten, Webtelefonate zu führen oder online Bewerbungsunterlagen zu erstellen – essenzielle Themen, um auf dem deutschen Bewerbermarkt zurechtzukommen.
  • In Kinderheimen, Jugendgruppen und weiteren sozialen Einrichtungen haben wir Medienkompetenztrainings durchgeführt und junge Menschen so für den richtigen Umgang und Risiken im Internet sensibilisiert.

Abschließend: Wie erlebst du das Mitarbeiter-Engagement bei Capgemini?

Es ist wahnsinnig toll zu sehen, wie viele Kolleginnen und Kollegen das Thema Unternehmensverantwortung vorantreiben und unsere CSR-Leitidee „Architects of Positive Futures“ wirklich leben. Teilweise können sie einen Teil der investierten Zeit als Arbeitszeit verbuchen – der Großteil des sozialen Engagements passiert aber in der Freizeit. Die Kollegen bringen aktiv eigene Ideen und Wünsche mit ein. Wir bekommen auch durchaus kritisches Feedback und Verbesserungsmöglichkeiten werden angesprochen. Ein transparenter Austausch ist mir sehr wichtig, denn wir möchten weitere Schritte gehen, auch wenn wir im Bereich Corporate Social Responsibility schon sehr gut aufgestellt sind.

Insgesamt glaube ich, dass das Thema etwas Sinnstiftendes schafft und die Bindung zum Unternehmen stärkt. Es ist vielen von uns eben nicht egal, für welchen Arbeitgeber sie tätig sind, sondern sie möchten für ein verantwortungsvolles Unternehmen arbeiten. Es ist schön zu sehen, wie viel sich als Team bewegen lässt!

Sie möchten mehr über Capgemini als Arbeitgeber erfahren? Lesen Sie hier, wie sich Capgemini für Diversität einsetzt und für welche Werte wir stehen.

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