Sechs Herausforderungen, die Sie auf dem Weg zur intelligenten Industrie beachten müssen

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Fertigungsunternehmen müssen flexibler, leistungsfähiger und umweltfreundlicher werden – das Zielbild ist die intelligente Industrie.

Dr. Christoph_Stich_Capgemini Invent
Dr. Christoph Stich, Capgemini Invent

Die Fertigungsindustrie befindet sich im Wandel. Um die neuen Anforderungen zu erfüllen müssen Unternehmen datengetriebene Geschäftsmodelle entwickeln und gleichzeitig Effizienzpotenziale (z. B. durch eine intelligent vernetzte Produktion) nutzen.

  • Der Kunde rückt mehr denn je ins Zentrum der Betrachtung. Flexibilität bei der Produkt- bzw. Serviceauswahl, Hyperpersonalisierung und eine digitale Nähe („Zero-Distance“) werden erwartet.
  • Die Gesellschaft muss auf dem Weg ins digitale Zeitalter mitgenommen werden. Dabei sind die soziale Teilhabe der Bevölkerung, die Nachhaltigkeit von Produkten und der Produktion, sowie regulatorische Anforderungen zu beachten.
  • Neue Technologien entstehen rasant. Um diese erfolgreich im Unternehmen einzusetzen und den Wertbeitrag zu maximieren, bedarf es einem umfassenden Kompetenzaufbau sowie ganzheitlicher Implementierungs- und Skalierungsansätze.

Die intelligente Industrie muss einen Beitrag leisten, um diesen Anforderungen gerecht zu werden: Sie kennzeichnet sich durch das Verschmelzen der physischen Welt mit der digitalen Welt, durch die Zusammenführung der Informationstechnologie (IT) und der Operationalen Technologie (OT) entlang der gesamten Wertschöpfungskette und durch die verstärkte Nutzung von Daten, damit Maschinen, Systeme und Mitarbeiter die richtigen Entscheidungen schneller treffen können.

Intelligente Industrie
Fertigungsindustrie im Wandel: Das Spannungsfeld in dem Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen.

Status quo der Fertigungsindustrie

Aber wo stehen die verarbeitenden Unternehmen heute? Werfen wir, anhand des Beispiels der Smart Factory, gemeinsam einen Blick auf den aktuellen Stand der Digitalisierung in der Fertigungsindustrie. Seit 2017 sehe ich einen starken Anstieg von digitalen Initiativen. Jedoch haben Unternehmen meist Schwierigkeiten, diese Initiativen aus dem Pilotstatus zu heben und über die gesamte Organisation zu skalieren. 60 Prozent der Fertigungsunternehmen geben an, dass sie bei der Skalierung von Smart-Factory-Initiativen erheblichen Herausforderungen begegnen. Weiter bezeichnen nur 14 Prozent der Organisationen ihre bestehenden Initiativen als erfolgreich. So die Ergebnisse unserer Studie “Smart Factories @ Scale”, für die über 1.000 Führungskräfte von Industrieunternehmen in 13 Ländern befragt wurden. 

Sechs Herausforderungen bei der Skalierung von digitalen Initiativen

Um digitale Transformationsprojekte, z. B. in der Produktion, erfolgreich durchzuführen, müssen die folgenden Herausforderungen angegangen werden. Dies belegen die Capgemini-Studien “Smart Factories @ Scale”, „How automotive organizations can maximize the smart factory potential” und “Unlocking the business value of IoT in operations”:

  1. Vision: Unternehmen fehlt es häufig an einer klaren, ganzheitlichen Vision und einer umsetzbaren Roadmap für die digitale Transformation. Gerade einmal 26 Prozent der Unternehmen geben an, eine übergreifende Vision und einen Implementierungsplan für ihre Smart-Factory-Initiativen zu haben.
  2. Governance: Die IT- und OT-Verantwortung innerhalb von Unternehmen ist organisatorisch häufig voneinander getrennt, obwohl beide Disziplinen fachlich immer mehr miteinander verschmelzen. Damit digitale Projekte erfolgreich abgewickelt werden können, bedarf es neuer Organisations- und Governancestrukturen. Jedoch haben nur 37 Prozent der Unternehmen ihr Governancemodell an die neuen Verhältnisse angepasst.
  3. Daten: Die Generierung von Daten liefert noch keinen Nutzen. Erst durch ihre intelligente Verknüpfung und Bearbeitung wird ein Mehrwert im Unternehmen geschaffen. 60 Prozent der Unternehmen besitzen noch keine ausreichende Datenqualität oder -governance, um sich einen Vorteil daraus zu verschaffen.
  4. Technologiereife: Unternehmen besitzen häufig eine historisch gewachsene, heterogene Produktionslandschaft. Ein Großteil der Infrastruktur in diesem Bereich basiert auf alten Technologien und erhöht z.B. den Aufwand für Konnektivität und Sensorüberwachung. In über 66 Prozent der Produktionslinien sind keine der neueren, innovativen Technologien implementiert.
  5. Cybersicherheit: Durch das Internet der Dinge werden Cybersicherheit und Datenschutz aufgrund steigender Datenmengen und vernetzter Maschinen und Dinge zur elementaren Herausforderung. 62 Prozent der Organisationen sehen sich mit diesem Problem bei der Industrial Internet of Things (IIoT)-Implementierung konfrontiert.
  6. Mitarbeiterentwicklung: Durch die zahlreichen technologischen und digitalen Neuerungen verändern sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter. 49 Prozent der Unternehmen fehlt es an cross-funktionalen Kompetenzen im Bereich Engineering und Manufacturing.

Den Weg zur intelligenten Industrie gestalten

Die intelligente Industrie wird Unternehmen helfen flexibler, leistungsfähiger und umweltfreundlicher zu werden. Wie Sie die angesprochenen Herausforderungen meistern können, erfahren Sie in meinem nächsten Blogbeitrag. Dabei werde ich auf Erfolgsfaktoren eingehen, um eine nachhaltige Umsetzung und Skalierung digitaler Initiativen sicherzustellen.

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