Kundenzentrierte Ansätze und Geschäftsmodelle gelingen durch clevere Kooperationen zwischen Versicherern und InsurTechs

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Es ist gerade einmal etwas mehr als drei Jahre her, dass ein Buzzword in die Versicherungsbranche in Deutschland Einzug erhielt: Der Begriff der InsurTechs. Mit anderen Worten, die StartUp Branche hat den Versicherungsmarkt für sich entdeckt.

InsurTechs konzentrieren sich komplett auf die Kundenbedürfnisse. Alleine oder in Kooperation.

Der Anspruch von InsurTechs lautet, neue kundenzentrierte Ansätze oder gar komplett neue Geschäftsmodelle an den Markt zu bringen. Wichtig ist ihnen hierbei der Versicherungsbezug („Insur“) und die Umsetzung durch neue Technologien („Tech“).

Entwickelt wurden zahlreiche neue Ideen zumeist jenseits regulatorischer Besonderheiten, die im Versicherungsmarkt gelten. Die traditionelle Versicherungsbranche reagierte mit Zurückhaltung. Der natürliche Impuls der meist jungen Gründer brachte die erste und medienwirksame Welle ins Rollen: „dann machen wir es alleine und disruptieren die Branche.“

Diese Welle hielt bekanntermaßen nur kurz an und die Erfolge waren überschaubar. Fehlender Endkundenzugang und fehlendes Verständnis für die Verwaltung und den Vertrieb von komplexen, erklärungsbedürftigen Produkten sind nur zwei Erklärungsansätze die zur zweiten und nach wie vor anhaltenden Welle im InsurTech Markt geführt hat: „wir kooperieren mit Versicherern und erobern den Markt gemeinsam.“

Aufbau komplementärer Stärken als mühsame Alternative

Zunächst erscheint dieser Ansatz nachvollziehbar. Es sind die komplementären Stärken, die in ihrer Ergänzung, die sich verändernden Kundenbedürfnisse optimal abdecken können.

Versicherungsunternehmen punkten durch ihre Solvabilität und Sicherheit, aufgebaute Marke sowie bestehende Serviceeinheiten und Vertriebsstrukturen mit etabliertem Enkundenzugang. InsurTechs hingehen zeichnen sich durch hohe Agilität und konsequente Endkundenorientierung im Prozess- und UX-Design aus. Durch eine Kooperation können die unterschiedlichen Stärken zusammengeführt werden, welche in einer gegenseitigen Wettbewerbssituation jeweils mühsam aufgebaut werden müsste.

Der Ansatz der Kooperation verliert allerdings in dem Moment an Bedeutung, wenn Versicherer oder InsurTechs es schaffen, die Stärken des jeweils anderen dauerhaft selbst aufzubauen.

Der Aufbau einer vertrauensvollen Marke, einem nachhaltigen Zugang zum Endkunden und die Ausstrahlung von Sicherheit erfordern erhebliche Finanzmittel und Durchhaltevermögen seitens der InsurTechs. Denn gerade Vertrauen, Sicherheit und Nachhaltigkeit sind wichtige Entscheidungskriterien beim Abschluss von Versicherungsprodukten.

Der Aufbau erforderlicher InsurTech Fähigkeiten erscheint für Versicherer hingegen zunächst einfacher. Jedoch muss es dem Versicherer gelingen, bestehende Denkmuster und Strukturen aufzubrechen, um sich konsequent auf den Endkunden zu fokussieren und agile Arbeitsmethoden einzuführen. Diese Herausforderungen umgehen zahlreiche Versicherer derzeit mit dem Aufbau von dynamischen Organisationsstrukturen neben der eigentlichen Kernorganisation. Dies sind beispielsweise neu aufgebaute Innovation-Labs, ausgegründete „Schnellboote“ und Beteiligungen an branchenweiten InsurTech-Hubs und Initiativen.

Capgemini-Invent:_Einzelne Stärken

Am Ende geht es nur um den Mehrwert für den Kunden

Die Verzahnung der traditionellen und neu aufgebauten Organisationsstrukturen ist in den meisten Fällen noch nicht beantwortet, was mittelfristig für die Akzeptanz im Haus und einer Skalierung von Innovationen unerlässlich ist.

In aller Regel sind Versicherer mit ihrer Solvabilität in einer Position der Stärke im Vergleich zu InsurTechs. Lösen Versicherer die oben skizzierten Herausforderungen wird sich die Branche die Frage stellen, ob InsurTechs für das Geschäftsmodell der Versicherer mittel- und langfristig erforderlich sind.

Diese Frage stellt sich nicht für InsurTechs, die einen dauerhaften und einzigartigen Mehrwert für den Kunden bieten. Gleichzeitig ist es wichtig, sich flexibel in die Wertschöpfungskette der Versicherer einbinden lassen. Für den Kunden entsteht dadurch ein einzigartiges, nahtloses Kundenerlebnis und die Grenzen zwischen InsurTech oder traditionellem Versicherer wird es in dieser Form nicht mehr geben.

Sind Sie auf der Suche nach kundenzentrierten Ansätzen und Geschäftsmodellen?

Unser Ansatz von Capgemini Invent zielt darauf ab, Kooperationspartner und Endkunden von Anfang an im Innovationsprozess einzubinden, von der ersten Ideation bis zur konzeptionellen Gestaltung der Endprodukte und Services. Wir bieten die Möglichkeit, Kunden digital und in Echtzeit in repräsentativer Fallzahl einzubinden, direkt Lösungen zu erproben, und Plattformen zur dauerhaften Kundeninteraktion aufzubauen.

Weitere Informationen zu unserem neuen Serviceangebot für kundenzentrierte Geschäftsmodelle finden Sie hier.

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