Integrierte Plattformen: Wie Industrieversicherer Effizienz ins Underwriting bringen

Publish date:

Risikoprüfer bei Industrieversicherern kämpfen mit fragmentierten Prozessen und Systembrüchen. Integrierte Plattformen würden ihnen ein qualifizierteres und umfassenderes Risk Assessment in kürzerer Zeit ermöglichen.

Risikobewertung auf ungesicherten Wegen

Nikolaos Stakoulas, Capgemini

Der Underwriter in der Industrieversicherungssparte entwickelt Versicherungen für jeden Kunden passgenau. Bis heute geht er dabei erstaunlich traditionell und nach historisch gewachsenen Individualprozessen vor. Kopfmonopole sind daher keine Seltenheit. Denn die Tätigkeiten sind komplex und durch Systembrüche in zahlreiche Einzelschritte fragmentiert; Teilprozesse müssen manuell erledigt werden und selbstentwickelte Excel-Kalkulationtools gehören zum Standard. Die Risikokalkulation ist in dieser Art unzeitgemäß aufwendig und anfällig für Fehler.

 

Datenquellen werden einzeln angezapft

Wenn der Risikoprüfer ein zu versicherndes Risiko einschätzt und eine passende Versicherungslösung für den Kunden entwickelt, benötigt er einen 360°-Blick auf die Risikosituation: Er stimmt sich mit dem Makler hinsichtlich der Kundenbedürfnisse ab, bezieht die individuellen Kunden- und Spartenrisiken in die Risikobegutachtung ein und beachtet die Zeichnungs- und Annahmerichtlinien seines Versicherungshauses sowie die Guidelines zum Risikoappetit. Dazu braucht er Informationen aus zahlreichen internen und externen Quellen wie Bestands-, Schadens- oder Finance-Datenbanken – mit jeweils anderen Zugangsdaten.

Darüber hinaus behält der Underwriter im Risikomanagement das Gesamtportfolio im Blick, denn höhere Einzelfall-Risiken sind im Portfoliomanagement kollektiv auszugleichen. Auch die Bestandsverträge des jeweiligen Kunden und die Schadenhistorie kalkuliert er in die Ausgestaltung der Vertragskonditionen mit ein. Weitere interne Schnittstellen nutzt er, um Folgeprozesse im Backoffice – etwa die Ausstellung der Versicherungspolice – sowie im Finance-Bereich anzustoßen. Diese große Anzahl der Schnittstellen und Einzelprozesse führt zu erheblichen Ineffizienzen.

Intelligenter Underwriting-Workflow

Die digitale Transformation hat das Tätigkeitsfeld des Industrie-Underwriters bisher kaum erreicht, kann die Handlungs- und Prozessmuster hier aber grundlegend verbessern. Ideal in Sachen Effizienz wäre die Implementierung einer vollumfänglich integrierten Underwriting-Plattform mit künstlicher Intelligenz: KI kann bei der Risikoberechnung unterstützen, Data Science die Risikoeinschätzung erleichtern, und einfache Standardaufgaben können automatisiert werden. Systemisch integrierte Workflow-Systeme stoßen Folgeprozesse im Backoffice automatisch an.

Vorreiterschaft lohnt sich

Mit End-to-End-Prozessen ermöglichen Versicherer ihren Risikoprüfern, bei der Risiko- und Portfolioanalyse qualifizierter und agiler vorzugehen – und damit ein umfassenderes Risk Assessment in kürzerer Zeit. Im überschaubaren Markt der Industrieversicherung können sich Versicherer mit effizienten Arbeitsprozessen noch gut als Vorreiter positionieren. Das hilft ihnen nicht nur, Prozess- und Kosteneffizienzen zu heben und bessere versicherungstechnische Ergebnisse zu erzielen; sie können dadurch auch leichter hochqualifizierte Underwriter an sich binden und neue Talente gewinnen.

Haben Sie bereits eine integrierte Arbeitsumgebung oder läuft auch bei Ihnen noch auf Trampelpfaden, was ein zügiger Workflow sein könnte? Lassen Sie uns gern persönlich dazu sprechen.

Einen ausführlichen Artikel zur integrierten Underwriting-Workbench finden Sie in der Print-Ausgabe der Versicherungswirtschaft von Dezember 2019 ab Seite 86.

 

cookies.

Mit dem Fortsetzen des Besuchs dieser Website akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.

Für mehr Informationen und zur Änderungen der Cookie-Einstellungen auf Ihrem Computer, lesen Sie bitte Privacy Policy.

Schließen

Cookie Information schließen