SAP in die Public Cloud – Der Schlüssel einer jeden erfolgreichen Cloud-First-Strategie

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Hintergründe und Tipps zur praktischen Umsetzung.

Bernd Wachter, Capgemini

Die zunehmende Nutzung von Public Cloud im Enterprise Kontext ist unstrittig. Typische erste produktive Szenarien sind Workplace-nahe Anwendungen und hochinnovative Digitalisierungsprogramme. Später folgen oft BI- und Data-Analytics-Landschaften in die öffentliche Wolke. Schlüssel der Umsetzung einer umfassenden Cloud-First-Strategie ist jedoch die „Königsdisziplin“ der Cloud-Transformation: Das Verlagern von kompletten SAP-Umgebungen in die Cloud. SAP-Landschaften gelten noch immer als die Kronjuwelen im eigenen Rechenzentrum, läuft auf ihnen doch meist hochkritischer Workload wie die Produktionssteuerung oder alle unternehmensweiten Finanztransaktionen. Traditionell sind seit den R/3-Zeiten bis hin zu aktuellen SAP-Systemen sowohl  ERP- als auch BW-Systeme in einer Client-Server n-Tier Architektur realisiert.

Drei Chancen in der Public Cloud

Mit dem vom Hersteller SAP vorgebenden Wechsel hin zu S/4 HANA bis ins Jahr 2025 bieten sich für viele Unternehmen auch völlig neue Chancen bezüglich einer zukunftssicheren SAP-Infrastruktur in einer Public Cloud:

  1. Zukunftssichere Plattform mit einem automatischen Bezug von kommenden Innovationen und gleichzeitigem Einsatz von modernen SAP Infra-as-Code und DevOps-Modellen
  2. Realisierung von Cloud-typischen Vorteilen auch für den traditionellen SAP-Workload, beispielsweise flexibles Hinzu- und Abschalten von weiteren SAP-Instanzen je nach Geschäft und Lastverhalten durch agile und hochautomatisierte SAP-Landschaften
  3. Durchgängige Umsetzung von Public Cloud im Einklang mit der IT-Strategie und damit ein wesentlicher Baustein für eine zukünftige „Digital-friendly“ IT-Unternehmensarchitektur

Die technische Ausgestaltung von SAP-Systemen in der Cloud ist bereits fast immer uneingeschränkt möglich, so gibt es bereits heute neben virtuellen Systeme bis zur derzeitigen 4-TB-Hauptspeichergrenze auch die Möglichkeit zum SAP-zertifizierten Einsatz von physikalischen Servern bei allen großen Cloud-Anbietern. Die Realisierung des technischen Grob- und Feinkonzeptes erfolgt typischerweise nach den Erfahrungen von bewährten Vorgehensmodellen (good practices), der konsequenten Anwendung von modernen Cloud-native Architekturen und den entsprechenden Hinweisen des Cloud-Anbieters sowie SAP selbst.

Welche Plattform ist ideal?

Eine häufig gestellte Frage ist die Auswahl der richtigen Plattform. Hierbei sei kurz gesagt, dass seltener rein technische Spezifikationen entscheidend sind, als die Integration in den unternehmensweiten IT-Bebauungsplan sowie finanzielle Aspekte. Hierbei besteht übrigens bei Cloud-Architekturen ein starker kausaler Zusammenhang: Je mehr bei wenigen Cloud-Anbietern konsolidiert genutzt werden, desto günstiger werden die Gesamtkosten, nicht nur bei den Cloud-Services sondern auch bei weiteren Kostentreibern wie Netzanbindung und Storage Traffic. Maximale Flexibilität und Herstellerunabhängigkeit kosten auch bei Cloud!

Bei der Umsetzung einer Transformation von SAP in die Cloud sind viele Dinge zu beachten. Typische Fehler lassen sich durch gutes Planen von vornherein verhindern und tragen so zu einem schnellen Gesamterfolg bei. Im Folgenden werden drei typische Erfolgsfaktoren kurz umschrieben:

Starte klein & schnell mit einem Entwicklungssystem

Umsetzung eines ersten, tatsächlich benötigten neuen SAP-Entwicklungs-Systems auf der neuen Public-Cloud-Plattform. So lassen sich die meist langen SAP-Planungszyklen vermeiden und alle Beteiligten „lernen“ an diesem System mit der tatsächlichen Umsetzung. Entscheidend sind hierbei zwei Punkte: Erstens sollte es ein tatsächlich benötigtes System sein, so entsteht der notwendige Impuls für eine produktionsnahe Umsetzung. Zweitens ist ein Entwicklungssystem empfehlenswert, so sind die Auswirkungen und möglichen Fehler nicht gleich in der Produktion. Alle wichtigen technischen und nicht-technischen Aspekte werden an diesem einen System initial geplant, diskutiert und mit allen Beteiligten umgesetzt, von der Netzanbindung über Cloud Security bis hin zum Umgang mit IT-Compliance relevanten Daten in der Cloud. Fehler sind bewusst erlaubt, entscheidend ist eine schnelle Umsetzung bis zur Übergabe des Entwicklungssystem. Idealtypisch gilt ein Zeitraum von der Anforderung bis zur abschließenden Übergabe von vier bis sechs Wochen. Ein Zeitraum, der im traditionellen SAP-Architektur-Ansatz meist als völlig unmöglich galt, jedoch unter richtiger Nutzung der Vorteile hochautomatisierter Hyperscale Cloud Plattformen schnell Realität wird!

Das KISS-Prinzip

Entscheidend ist die maximale Anwendung des „Keep it smart and simple“- Prinzips in allen Aspekten der SAP-Transformation in Richtung Cloud. Das heißt, dass soweit möglich alle Standards von Herstellern und Service Providern 1:1 genutzt werden sollten. Denn diese sind bereits bei vielen Kunden erprobt und werden meist durch ein globales Team kontinuierlich weiter verbessert und weisen daher minimale Fehler bei maximalen Vorteilen auf. Im Übrigen ist das oft gehörte Argument des Vendor-Lock-Ins hier nicht zutreffend, eine hochautomatisierte SAP-Cloud-Infrastruktur ist bei richtigem Architekturansatz genau durch die konsequente Ende-zu-Ende-Automatisierung leichter auszutauschen.

Die Zeiten, in denen jede große Firma mit verschiedenen internen IT-Abteilungen unabhängig voneinander eigene Standards entwickelt hat, funktioniert auch in der SAP-Cloud-Welt einfach nicht mehr!

Change the big elephant

Man kann es nicht oft genug betonen, die wesentlichen Herausforderungen bei einer Cloud-Transformation liegen meist nicht in der Technologie, sondern in der Akzeptanz und den Verhaltensmustern der daran beteiligten Menschen. Dies ist insbesondere bei SAP der Fall, sind doch hier oftmals sehr wertvolle Erfahrungen quer durch viele traditionelle Abteilungen wie Storage, Netzwerk, Server und SAP-Basis verteilt. Wichtig ist das frühzeitige Erkennen von möglichen Vorbehalten und das Ansprechen von notwendigen Veränderungen, um in die neue Welt zu kommen. Eine hoch standardisierte und automatisierte SAP-Plattform wird völlig anders im Design und im Betrieb aussehen als bisher und wird auch die Aufgaben und Tätigkeitsfelder des IT-Personals grundlegend verändern. Hier möglichst viele Beteiligte mit den entsprechenden Erfahrungen auf diese Reise mitzunehmen, muss von Anfang an eine der zentralen Management-Aufgaben sein.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Einführung von SAP S/4 HANA eine wunderbare Option bietet, um auch die traditionelle SAP-Welt auf einer hochautomatisierten, zukunftssicheren Plattform zu betreiben. Technisch und aus Compliance-Sicht steht dem  heute fast  nichts mehr im Wege. Aus einer IT-Unternehmensstrategie heraus betrachtet sind die traditionellen SAP-Systeme vieler Unternehmen der Schlüssel auf der Reise in Richtung DevOps und Cloud. Sind erstmals auch produktive SAP-Systeme erfolgreich in der Wolke, gibt es meist keine großen Herausforderungen mehr in der Transformation hin zu einer „digital-friendly “ Unternehmens-IT.

Weitere Informationen gibt es  hier:

https://www.capgemini.com/service/cloud-services/capgemini-cloud-platform/

https://www.capgemini.com/service/cloud-services/sap-migrations-to-the-aws-cloud/

https://www.capgemini.com/service/migrate-sap-applications-to-microsoft-azure/

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