Wie Unternehmen IoT-Cloud-Plattformen nutzen können, um ihre IoT-Strategie technisch umzusetzen

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Immer mehr große Software-Anbieter entwickeln IoT-Plattformen, um Kunden auf ihrem Weg zur Vernetzung ihrer Objekte im Internet der Dinge zu unterstützen – aber was genau bieten diese überhaupt?

Herausforderungen bei der Realisierung von IoT-Use Cases

Mit dem Internet der Dinge entwickeln sich neue Use Cases für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Predictive Maintenance, Connected Logistics oder das Smart Health Monitoring sind dabei nur einige der fortschrittlichen Anwendungsfälle. Doch die Einführung dieser neuen Technologien erfordert Know-How, welches in vielen Unternehmen nicht vorhanden ist. Dabei erkennen viele Unternehmen zwar die Potentiale, verstehen jedoch nicht, welcher Umfang an notwendigen Aktivitäten sich dahinter verbirgt. So verzögern sich Projekte abermals, da erst Inhouse-Expertise aufgebaut werden muss. Folglich besteht die Gefahr bei der Eigenentwicklung der Use Case-Lösungen zu langsam zu sein und in einem volatilen Markt nicht mithalten zu können. Abhilfe schaffen IoT Plattformen, welche es ermöglichen die IoT-Strategie schnell und effizient umzusetzen, indem Geräte mit Personen und Prozessen verbunden und konkrete Anwendungsfälle mit geringem entwicklungstechnischem Aufwand umgesetzt werden können.

Wie IoT-Plattformen durch fünf Kernfunktionen Mehrwert schaffen

Die IoT-Plattformen dienen als Kommunikationstool zwischen der IoT-Hardware-Objekten und den IoT-Apps. Sie vereinen Connectivity, Security und Analytics in einer zentralen Software, welche den Kern einer jeden IoT-Lösung abbildet. Diverse große Software-Hersteller bieten solche Plattformen bereits an. Die Produkte stellen dabei eine Kombination aus unterschiedlichen Funktionsbausteinen dar.

Dabei lassen sich aus meiner Sicht fünf erforderliche Kernfunktionen erkennen, welche bei der effektiven Implementierung der IoT-Anwendungsfälle für Unternehmen von Bedeutung sind:

Abbildung 1: IoT-Platform-Capabilities

Das Vernetzen von Objekten und angrenzenden Systemen gewährt Echtzeittransparenz und ermöglicht das Optimieren des operativen Betriebs. Durch die Unterstützung unterschiedlicher Connectivity-Technologien wie Bluetooth, WiFi und 5G können jegliche Objekte eines Unternehmens über die Plattform vernetzt werden. Die IoT-Plattform bietet den heterogenen Geräten wie Fertigungsmaschinen, logistischen Transportsystemen, Gabelstaplern und Containern eine gemeinsame Umgebung zum Datenaustausch. Außerdem können angrenzende Programme wie ERP-, MES- oder Cloud-Systeme verbunden werden, um zusätzliche Prozessdaten in das Informationsgeflecht zu integrieren und Skalierbarkeit durch Cloud-Technologien zu erzielen.

Bei der riesigen Anzahl an Geräten im Netzwerk bieten die Plattformen über die Funktion der Verwaltung von Objekten Möglichkeiten zur Überwachung, Steuerung und Prüfung von verbundenen Geräten aus der Ferne. Der Einsatz von Cloud-Services zur Nutzung von infrastrukturellen Ressourcen, wie z.B. Speicherkapazitäten und Rechenleistung, ermöglicht dabei erst die Verwaltung und Verarbeitung dieser riesigen Datenmengen. Über die Plattform kann außerdem der Zugang zu Daten mittels verschiedener Zugriffsrechte verwaltet werden. So kann entschieden werden, welche Objekte, Apps oder Endnutzer im Unternehmen zu welcher Zeit und aus welchem Grund auf Objekte und ihre Daten zugreifen können.

Die Ergebnisse aus der Analyse und Auswertung von Datensätzen dienen der Prognose von Ereignissen, der Entscheidungsfindung, der Einsteuerung von Aktionen sowie der Optimierung von Prozessen. Auf den Plattformen werden den Unternehmen zahlreiche Funktionen zur Analyse angeboten. Daten, aus unterschiedlichen Geräten stammend, können in Echtzeit auf Abhängigkeiten und Muster untersucht und in nutzbare Erkenntnisse umgewandelt werden. Die Resultate können dann in beliebigen Visualisierungsmöglichkeiten dem Endnutzer ausgegeben werden und ermöglichen die Überwachung von relevanten Informationen in Echtzeit aus der Ferne.

Eine der wichtigsten Funktionen ist die Fähigkeit Use-Cases über das Entwickeln und Betreiben von Applikationen zu implementieren. Viele bestehende IoT-Plattformen bieten den Unternehmen ein Angebot an Standard-Services für unterschiedliche Branchen, welche bereits einige klassische Anwendungsfälle abdecken. Die Unternehmen müssen lediglich die Applikation auf den eigenen Anwendungsfall konfigurieren. Zudem wird eine Entwicklungsumgebung im Sinne des Platform-as-a-Service (PaaS) angeboten, auf welcher externe Drittanbieter aber auch Unternehmen selbst die Möglichkeit haben durch eine Auswahl an Entwicklungstools und -methoden, eigene Use-Cases zu entwickeln. Die intelligenten Dienstleistungen können wiederum auf einem digitalem Marketplace über die Plattform als Software-as-a-Service (SaaS) weiteren Unternehmen angebotenen werden.

Bei der Realisierung von IoT-Use-Cases spielt außerdem das Thema Sicherheit eine große Rolle. Da auf der Plattform unternehmenssensible Informationen ausgetauscht werden, gilt es Sicherheit zu gewährleisten und die Informationen über Verschlüsselungstechnologien und einem abgesicherten Datentransfer zu schützen. Außerdem können sich Hacker durch Angriffe Zugriff auf die verbundenen Geräte im Netzwerk verschaffen und diese steuern, was im schlimmsten Fall zu Schäden an den Maschinen oder Personenschäden führen kann. Solche Sicherheitslücken werden ebenfalls durch die Security-Komponenten der IoT-Plattform abgefangen.

Was bedeutet das für die Unternehmen?

Das Potenzial des Internet der Dinge ist für die Nutzer massiv. Betriebe können nicht nur Einsparungen und Optimierungen durch intelligente Automatisierung und Steuerung erreichen – vielmehr können neue Produktkonzepte durch Informationsauswertung generiert als auch die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit einfacher gestaltet werden. Inmitten der IoT-Strategie und Use-Cases stehen die Plattformen, mit welchen sich die Prozesse schnell digitalisieren lassen. Dabei ist der größte Nutzen die verkürzte Time-to-Market. Statt durch viele große Investitionen zeitaufwendig Inhouse-Expertise aufzubauen, können die IoT-Systeme als zentrale Schlüsseltechnologie in unterschiedlichen Dimensionen genutzt werden. Unternehmen müssen nicht entwicklungstechnisch aktiv werden und verringern ihre Total Costs of Ownership. Zusätzlich versprechen die Plattform-Anbieter Cybersecurity, da sie sich bereits ausgiebig damit befassen, umfangreichen Schutz der Data-Centern und beim Data-Handling zu gewährleisten. Außerdem profitieren Unternehmen vom Plattform-Ökosystem, bestehend aus Partnern und Entwicklern, welche Innovation vorantreiben. Wir empfehlen deshalb, diese zahlreichen Vorteile bereits frühzeitig zu nutzen und ihre Anwendungsszenarien mithilfe der passenden IoT-Plattform erfolgreich zu digitalisieren.

Vielen Dank an die Co-Autorinnen Bianca Koschmieder und Abnet Nuwayu.

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