8 Must Haves für den Umstieg auf native Cloud-Ansätze

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Cloud-native hat viele Vorteile gegenüber traditionellen Ansätzen. Doch warum erfolgt der Umstieg bei vielen Unternehmen eher schleppend?

Gunnar Menzel, Capgemini

Auch heute noch betreiben viele Unternehmen große, traditionelle IT-Anwendungen. Diese wurden meist nach dem Wasserfallansatz entwickelt und sind hauptsächlich monolithisch und/oder als Client-Server-Modell konzipiert.1 In krassem Gegensatz dazu stehen Cloud-Native-Ansätze. Sie eignen sich besonders, um die digitale Agenda voranzutreiben.

Unsere Studie zum Thema „Cloud Native“  zeigt, dass sich die Anzahl an Unternehmen, die cloud-native Ansätze verwenden bis zum kommenden Jahr auf über 30 Prozent mehr als verdoppeln wird. Entsprechend sinkt die Menge „nicht-cloud-nativer“ IT-Landschaften von 85 auf 70 Prozent. Dieser Umstieg beinhaltet Herausforderungen, die eine strategische Vorgehensweise erfordern.

Der Unterschied: Cloud-native Anwendungen bieten maximale Flexibilität

Traditionelle Anwendungen wurden entworfen, entwickelt und gebaut, um von der internen IT-Organisation vor Ort betrieben, gehostet und verwaltet zu werden (Abbildung 1). Sie basieren zumeist auf einem monolithischen und/oder Client-Server Entwurf, gemäß dem Prinzip „One Size fits all“.2

Ganz anders die cloud-nativen Anwendungen: Sie sind spezifisch für die Ausführung auf Cloud- / As-a-Service-Infrastruktur und können sowohl on- als auch off-premise betrieben werden (Abbildung 1).

Ihr Anwendungsdesign setzt auf eine Microservices-Blueprint, die einem „superfeinen“ Ansatz folgt, bei dem „unabhängige Anwendungsdienste eine einzige Geschäftsfähigkeit in einer unabhängigen, lose verbundenen und in sich geschlossenen Weise bereitstellen“ [mehr dazu im Microservices Whitepaper]. Der entscheidende Vorteil: cloud-native Anwendungen sind zustandslos, technologieunabhängig und können in fast jedem Kontext eingesetzt werden.

Abbildung 1: Vergleich – Traditionelle und Cloud-native Applikationen

8 Voraussetzungen für den Umstieg auf cloud-native Anwendungen

Allerdings können bei der technischen und organisatorischen Umstellung auf „cloud-native“ erhebliche „Shift-Herausforderungen“ anfallen, etwa:

  • unzureichende Erfahrungen mit Microservices in der IT-Organisation
  • Fragestellungen hinsichtlich Cybersicherheit und Datenschutz
  • Auswirkungen auf langjährige Verträge mit Partnern
  • Kosteneffekte für die bestehende lokale Infrastruktur

Es lohnt daher genau hinzusehen, welche traditionellen Anwendungen geändert werden sollten und inwieweit Technologie, Sicherheit sowie kulturelle und kommerzielle Aspekte vom Wechsel zu cloud-native betroffen sind.

Wer folgende Punkte berücksichtigt, schafft die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wechsel und die Realisierung eines geschäftlichen Mehrwerts im Anschluss:

  1. Benefit Case: Der Wechsel zu cloud-native sollte einem Business und /oder Benefit Case folgen, denn der Wechsel zur Cloud bietet nicht immer harte finanzielle Vorteile.
  2. On-Premise-Basierte-IT: Eine erfolgreiche Cloud-Nutzung erfordert meist eine gut konzipierte private Cloud. IT-Unternehmen sollten daher ihre traditionelle IT in eine private Cloud umwandeln, um Selbstbereitstellung, dynamische Ressourcenskalierung sowie ein Chargeback-Modell für Geschäftsbereiche sicherzustellen.
  3. Public Cloud ist nicht gleich Public Cloud: Die Cloud-Anbieterauswahl sollte wie jede COTS-Auswahl (Commercial off the shelf) für kommerzielle Produkte Cloud-Anbieter haben unterschiedliche Merkmale in Bezug auf Service Level Agreements (SLA), Leistungskennzahlen (KPIs), Schnittstellen (APIs), Überwachung, Anzahl der DCs, Instance-Typen, unterstützte Betriebssysteme, Standards, einfache Migration, Dienstalter usw.
  4. Security: Stellen Sie sicher, dass Sie alle Aspekte abdecken, von der Benutzeridentifikation, Autorisierung und Authentifizierung bis hin zur Daten- und Netzwerkverschlüsselung,
  5. Netzwerk: Latenz- und Bandbreitenprobleme, Chatty-Anwendungen, Netzwerktopologie, Netzwerksicherheit, Erweiterung der lokalen Topologie auf die Cloud müssen berücksichtigt werden
  6. Daten- und Anwendungsintegration: Drosselung eingehender Abfragen, Datenverschiebung, Interdependenzen und Auswirkungen des Remote-Hosts könnten erforderlich sein
  7. Vendor Management, System, Release & Change Management: Konfigurationsmanagement, Patching, Kapazitätsplanung und -überwachung, Systemüberwachung etc. sollten die Cloud sowohl die traditionellen Umgebungen abdecken
  8. Die Mitarbeiter: Ein wesentlicher Wandel sollte nie ausschließlich als Technologiewandel begriffen werden. Er bedeutet immer auch einen Kulturwandel für Mitarbeiter. Hinzu kommen benötigte Kompetenzen, die mitunter nicht ausreichend vorhanden und schwer zu finden sind. Die Ergebnisse unserer aktuellen Studie1 verdeutlichen die Relevanz: Gefragt nach den fünf zentralen Herausforderungen beim Übergang vom traditionellen zu einem cloud-nativen Ansatz, ordneten CIOs und IT-Manager die Kultur und die notwendigen Fähigkeiten als die bedeutsamsten Aspekte ein:
Abbildung 2: Cloud native comes of age [1]

Fazit

IT ist der entscheidende Game Changer der Digitalisierung. Deshalb können Unternehmen in einer zunehmend digitalen Welt langfristig nur mit modernen digitalen Ansätzen überzeugen. Unternehmen, die weiterhin an ihren traditionellen IT-Landschaften festhalten, drohen zurückzubleiben.

Wer sich für den erfolgsversprechenden Weg entscheidet seine IT-Landschaft am cloud-nativen Paradigma auszurichten, muss aber einige Faktoren berücksichtigen – denn  es gibt kein „One Size fits all“:  für einige ist der vollständige Wandel zu cloud-nativen Anwendungen der richtige Weg. Für andere, die das traditionelle As-Is+ verlassen, ist ein gemischter Ansatz, bei dem die Cloud nur bei neuen Anwendungen zu Einsatz kommt, der richtige Weg. Um dies zu entscheiden und den richtigen Weg zu finden, bedarf es einer vorausschauenden Planung und einer detaillierten Bewertung von Personen, Prozessen und Technologie.

Weitere Informationen finden Sie in der Capgemini Cloud Platform Broschüre  https://www.capgemini.com/resources/capgemini-cloud-platform-brochure/, oder in unserem Cloud Native Report www.capgemini.com/cloudnative. Oder wenden Sie sich gerne direkt an mich.

Referenzen:
[1] www.capgemini.com/cloudnative

[2] Microservices in Cloud-based Infrastructure, Gunnar Menzel, Juni 2016, https://www.capgemini.com/resources/microservices-in-cloud-based-infrastructure

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