Podcast: KI im Handel mit Achim Himmelreich

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Achim Himmelreich in unserem ersten deutschen Podcast über Offline-Cookies, Kinderkrankheiten und Shopping-Butler

Achim Himmelreich, Capgemini

KI setzt vor allem da an, wo es eine Interaktion zwischen einem Unternehmen und einem Kunden kommt. Ein großer Teil der Anwendungsfälle ist daher momentan im Handel zu finden. Im ganzen Handel? Nein, tatsächlich zunächst online, aber auch Läden versuchen, Online-Features offline zu bringen.

Digitalisierung von Läden öffnet Türen für KI

Jeder kennt die Shopping-Empfehlungen auf Amazon. Kann das auch offline funktionieren? Wer online einkauft, hinterlässt mit jedem Klick eine Spur von Daten, jede Google-Suche nach Gartenmöbeln verrät, wer wir sind und was wir brauchen. Die Anwendung von KI im Handel setzt genau hier an: Mithilfe der gespeicherten Daten können Händler eine Analyse des Einkaufsverhaltens erstellen und bestimmte Muster erkennen. Als Resultat erhalten Sie personalisierte Produktempfehlungen, die genau auf Ihre Bedürfnisse ausgelegt sind. Quasi ein persönlicher Butler, der Ihnen die Suche erleichtert, indem er gleich passende Empfehlungen zusammen sucht. Man könnte auch sagen, dass die gute, alte Tante Emma zurück kommt, aber als KI.

Was Online bereits langsam zur Normalität gehört, ist offline noch wenig tauglich. Der Einsatz von KI in Shops steht derzeit noch ganz am Anfang. Grund dafür sind insbesondere Herausforderungen, wie technische Restriktionen der Shops, Altsysteme und schlechter Empfang in den Läden. Aber auch hier geht die Entwicklung immer mehr zu einer Digitalisierung der Shops. Online-Features, die der Kunde bei vielen Händlern gewohnt ist, sollen zukünftig auch in das Offline-Einkaufserlebnis übernommen werden.

Effiziente Lösungen für die Supply Chain: Wenn das Grillfleisch im Supermarkt vergriffen ist

Gutes Wetter und die Leute kaufen mehr Grillfleisch? Muss der Handel rechtzeitig wissen. Die Supply Chain stellt für den Handel eine der wichtigsten, aber auch eine der kostspieligsten Bereiche dar. Gleichzeitig liegen hier auch die größten Einsparungspotentiale der Branche – laut Studie immerhin sieben Prozent. Die oftmals sehr komplexen Muster bei Lieferungen, bietet für KI einen perfekten Spielplatz, um all ihr Können zu zeigen. Anwendungsfälle zeigen, dass KI in der Supply Chain extrem effizient eingesetzt werden kann. Sie könnte auch helfen, das Problem der auf Bürgersteigen parkenenden Paketlieferanten zu lösen- wichtig wenn wir den Prognosen glauben, dass der Onlinehandel in den kommenden Jahren je um rund zehn Prozent wachsen soll.

Augen auf China: Europa ist beim Shopping nicht First-Mover, sondern Follower

Ergebnisse der Capgemini-Studie „Building the Retail Superstar: How unleashing AI across functions offers a multi-billion dollar opportunity”, zeigen jedoch, dass gerade einmal 30 Prozent der Top Handelsunternehmen KI tatsächlich einsetzen. Grund dafür können zwei Punkte sein: Zum Einen die mentale Herausforderung, die mit dem Einsatz von KI einher geht. So muss zunächst der Wille da sein überhaupt mit künstlicher Intelligenz zu arbeiten und sie effizient anzuwenden. Die zweite Herausforderung für Händler ist es ihre Hausaufgaben gewissenhaft zu machen. So müssen sie die Customer Journey ihrer Kunden oder Zielgruppe kennen, um Probleme oder ineffiziente Strukturen erkenne zu können. Die Kernfrage sollte hier lauten: Wo kann ich KI am effizientesten einsetzen?

Ein weiteres Problem beim Einsatz von KI ist die zu breite Anwendung von Anfang an. Viele Unternehmen vergessen worauf es ankommt und starten gleich groß durch. Dabei ist es wichtig zunächst klein zu beginnen und zum Beispiel ein Use-Case in einer Pilotfiliale zu implementieren. Nachträgliches Feedback hilft dabei Fehler zu beheben und eine Umsetzung erfolgreich zu machen.

KI-Kinderkrankheiten: Keine Lego-Empfehlungen mehr nach Weihnachten, bitte

Von ein bis zwei Touchpoints können erfolgreiche Modelle dann ausgerollt werden. Werden diese Punkte beachtet, gibt es für KI große Potentiale im Handel. Ich glaube, wenn man mal zehn Jahre in die Zukunft denkt das alles ziemlich revolutionär ist. Das Modell des Handels wird durch KI komplett umgestellt: Einwurfsendungen, Öffnungszeiten und Holschuld des Kunden sind überholt. Zukünftig wird der Händler auf den Kunden zugehen müssen, um ihm die besten und passendesten Produkte anzubieten. Bevor ich den Frühling bewusst wahrnehme und die Baumärkte nach neuen Gartenmöbeln abgrase, wird künftig mein persönlicher Butler das Angebot schon mal auf meine Vorlieben prüfen und mir die Teakholzmöbel bei Obi empfehlen. Oder doch lieber Amazon? Wir werden sehen…

Mehr zum Thema KI im Handel finden Sie auch in meinem Point of View hier und in unserer Studie zum Thema Sprachassistenten.

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