Autonomes Fahren: Vorfreude und Sicherheitsbedenken liegen eng beieinander

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Unsere Studie zeigt: Selbstfahrende Autos sind die Zukunft mit mehr Komfort und Zeit bei einer geringeren Umweltbelastung. Aber sind die Deutschen auch bereit für die neue Mobilität?

Dr. Rainer Mehl, Capgemini

Autohersteller fragen sich gerade: Was wollen Kunden vom autonomen Auto, was fehlt ihnen? Wir haben sie gefragt. Kontakte knüpfen, Unterhaltungsangebote wahrnehmen, arbeiten oder einfach nur die Reise genießen – autonomes Fahren macht vieles möglich.

Begeisterung für autonomes Fahren wächst

Unsere Studie „The Autonomous Car. A Consumer Perspective“ ergab, dass jeder zweite Verbraucher in den nächsten fünf Jahren tatsächlich in ein selbstfahrendes Auto einsteigen möchte. In zehn Jahren ziehen sogar 62 Prozent der befragten Verbraucher ein selbstfahrendes Auto einem traditionellen Fahrzeug vor. Die Art und Weise wie Mobilität wahrgenommen wird, wandelt sich gerade entscheidend. So glauben die Verbraucher, dass autonome Fahrzeuge im täglichen Leben zukünftig eine größere Rolle spielen werden, eine Rolle, die über das eigentliche Fahren hinaus gehen wird. Fast die Hälfte der Befragten wäre zum Beispiel damit einverstanden, dass selbstfahrende Autos für sie Besorgungen machen.

Sicherheitsbedenken trüben Vorfreude

Trotz der überwiegend positiven Resonanz äußern aber auch 73 Prozent der Verbraucher Bedenken, insbesondere wenn es um die Sicherheit des Fahrzeuges geht. Automobilunternehmen müssen die Erwartungen und Ängste ihrer zukünftigen Kunden berücksichtigen, wenn sie autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Das Wettrennen um eine Vorreiterposition hat schon begonnen. Dabei konkurrieren neue Marktteilnehmer, die Automotive originär nicht in ihrer DNA hatten, wie zum Beispiel die Google-Schwester Waymo oder Apple mit den etablierten Herstellern. BMW und Daimler setzen auf strategische Kooperationen und haben kürzlich einen Vertrag über die langfristige Zusammenarbeit für das autonome Fahren abgeschlossen.

Vier Empfehlungen für die autonome Zukunft

Um den Weg in eine autonome Zukunft zu beschleunigen, haben wir für Automobilunternehmen vier konkrete Handlungsempfehlungen identifiziert:

  1. Den Kunden auf dem Laufenden halten. Die Rolle des Autos verändert sich – von einem reinen Transportmittel zu einem persönlichen Assistenten. Verbraucher erwarten Transparenz in Bezug auf die Möglichkeiten und Limitationen der neuen Technologie.
  2. Erwartungen verstehen und steuern. Verbraucher haben bereits konkrete Erwartungen an selbstfahrende Autos. Nutzen Sie die Chance, diese Erwartungen in Ihren Designprozess zu integrieren, anstatt an den Kundenanforderungen vorbei zu entwickeln. Dabei ist insbesondere wichtig, Sicherheitsbedenken der Kunden zu begegnen, am besten indem in die Sicherheit der Fahrzeuge investiert und dies auch kommuniziert wird.
  3. Ein Ökosystem von Dienstleistungen errichten. Verbraucher erwarten ein breites Spektrum an Services und Produkten im selbstfahrenden Auto. Um diese Angebote zukünftig zur Verfügung zu stellen und in neue Geschäftsmöglichkeiten umzuwandeln, bieten sich Kooperationen mit neuen Technologie-, Content- und Handelsakteuren an, um so ein umfassendes Ökosystem von Dienstleistungen zu schaffen.
  4. Kompetenz in relevanter Software entscheidet und ist aufzubauen. Das autonome Fahren wird die industriell geprägte Branche grundlegend verändern. Umfassende Softwarekompetenzen und digitale Fähigkeiten sind unerlässlich, wenn Sie in dem neuen Marktumfeld bestehen wollen. Neben der Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter umfasst dies auch die Entwicklung neuer Partnerschaften, damit technologische Kompetenzen und die Beherrschung von digitalen Tools über verschiedene Geschäftsfunktionen hinweg sichergestellt sind.

Kompetenzen aufbauen

Automobilunternehmen haben jetzt die Chance, Kundenerwartungen zu entwickeln und ein maßgeschneidertes, personalisiertes Fahrerlebnis in den autonomen Autos der Zukunft zu schaffen – sofern sie rechtzeitig die nötigen Kompetenzen entwickeln. Neben den Veränderungen auf Unternehmensseite bleibt zudem spannend zu beobachten, welche Konsequenzen für Städte und deren Infrastruktur sich abzeichnen werden.

Welche Hürden sehen Sie auf dem Weg zur „Smart Mobility“ mit selbstfahrenden Autos?

Sie wollen mehr über die Kundenperspektive zum Thema autonomes Fahren wissen? Laden Sie hier die Ergebnisse unserer Studie herunter und erfahren Sie mehr über unsere Beratungsdienstleistungen für die Automobilbranche.

 

Abbildung: Empfehlungen für eine selbstfahrende Zukunft

 

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