Drei Mythen zu Künstlicher Intelligenz im Kontext der Cybersecurity – Wie sich dennoch Chancen für das Management ergeben

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Es werden große Erwartungen in die künstliche Intelligenz in der Cybersecurity gesetzt, welche sich bei genauerer Betrachtung aber als Mythen darstellen. Im unternehmerischen Umfeld bedarf es genauer Betrachtungen, wie Künstliche Intelligenz einen Mehrwert in der Cybersecurity schaffen kann.

In kaum einen IT-Trend wird so viel Hoffnung gesetzt wie in Künstliche Intelligenz (KI). Besonders im Kontext der Cybersecurity sind die Erwartungen hoch, wenn es um das Erkennen und Behandeln von IT-Sicherheitsvorfällen unterschiedlichster Arten und Ausprägungen geht und übertriebene Erwartungen werden propagiert. Die aktuellen Möglichkeiten von KI sind jedoch nicht allumfassend, sondern müssen zielgerichtet unter Einsatz des entsprechenden Know-hows implementiert werden.

In diesem Beitrag möchte ich drei Mythen beschreiben, die in der Diskussion zum Thema Künstliche Intelligenz oftmals aufkommen und auf einem falschen Grundverständnis basieren. Die effiziente Einführung von KI in der Cybersecurity ist aber dennoch möglich, bedarf jedoch der richtigen Entscheidungen.

 

Mythos 1: Künstliche Intelligenz kann vollständig unabhängig und ohne äußere Unterstützung agieren und die IT-Sicherheit erhöhen

Die grundsätzliche Eigenschaft von intelligenten IT-Systemen ist das automatische Erlernen von Regeln und der Selbstadaption an ein gegebenes Umfeld. Für konkrete Anwendungsfälle sind jedoch jeweils speziell angepasste Implementierungen notwendig. Weiterhin können besonders im Bereich der IT-Sicherheit notwendige Abschätzungen zur potentiellen Risikobereitschaft und konkrete fachliche Anforderungen nicht durch Künstliche Intelligenz getroffen werden.

Für die effiziente Einführung von KI-Lösungen bedarf es einer dedizierten Analyse der fachlichen Anforderungen und der korrekten Auswahl von Tool-Anbietern. Hierzu wird besonders für die Einführung von KI-Lösungen Expertenwissen benötigt.

 

Mythos 2: Künstliche Intelligenz ersetzt menschliche Kompetenzen in der Cybersecurity

Die Hoffnung ist, dass KI-Lösungen durch technische Spezialisierungen menschliche Entscheidungen ersetzen können. Jedoch scheitert es bereits an einer autonomen Orchestrierung von automatisierten Tools um die Abdeckung fachlicher und IT-Anforderungen zu gewährleisten.

Es zeigt sich, dass im Zuge von Automatisierungen der korrekte Aufbau von Management- und Organisationsstrukturen essentieller denn je ist. Um das KI-Potential zielgerichtet ausschöpfen zu können, müssen sich die notwendigen Kompetenzen in der Organisationsstruktur sowie dem Wissen der Mitarbeiter widerspiegeln. Nur so können Analysen oder Ergebnisse von intelligenten Systemen nachvollziehbar in die Aufgaben der Cybersecurity integriert werden.

 

Mythos 3: Mit Künstlicher Intelligenz werden sämtliche Sicherheitsvorfälle erkannt und angemessene Gegenmaßnahmen automatisch eingeleitet

Bietet Künstliche Intelligenz viel Potential in der Analyse großer Datenmengen und der Detektion von Auffälligkeiten, so müssen diese weiterhin durch menschliche Akteure bewertet und plausibilisiert werden. Eine weitreichende Übergabe von Handlungskompetenzen an Künstliche Intelligenz werden wir in naher Zukunft nicht erleben. Hier steht weiterhin die passende Ausbildung von Mitarbeitern und die Vermittlung von entsprechenden Kompetenzen im Vordergrund. Nur so können die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz effizient genutzt werden.

Es zeigt sich, dass Künstliche Intelligenz ein enormes Potential in der Automatisierung und der Unterstützung bisheriger Aufgaben der Cybersecurity besitzt, viele Hoffnungen und Erwartungen an Künstliche Intelligenz jedoch übertrieben sind. Sie unterstützt in der Analyse und Aufbereitung großer Datenmengen, jedoch sind geschultes, menschliche Know-how und die fachliche Expertise weiterhin notwendig um den effizienten Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bereich der Cybersecurity zu gewährleisten.

Weicht Ihre Einschätzung Künstlicher Intelligenz und ihrer Einsatzmöglichkeiten hiervon ab? Diskutieren Sie gerne mit mir über die Zukunft der Cybersecurity!


Vielen Dank an den Co-Autor Stephan Schlagkamp.

 

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