Application Management: Wie Sie bei aller Komplexität die Kontrolle behalten

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Wenn die Anzahl der anwendungsbezogenen Tickets steigt, sollten IT-Verantwortliche aufhorchen. Denn es könnte das erste Anzeichen dafür sein, dass die Softwarelandschaft außer Kontrolle gerät.

Alfred Aue, Capgemini

So viele Vorteile die Digitalisierung auch bietet, IT-Verantwortliche stellt sie vor viele Herausforderungen. Im Rahmen der IT-Trends-Studie 2019 bestätigten fast 82 Prozent der befragten CIOs, dass die Komplexität der IT-Landschaft steigt. Damit wird der reibungslose Betrieb der IT immer schwieriger.

 

 

Gute Gründe für steigende Komplexität

  1. Immer mehr digital abgewickelte Prozesse und die Einbindung von Maschinen und Sensoren erfordern zusätzliche Anwendungen, dementsprechend steigt ihre Anzahl permanent.
  2. In den letzten Jahren wurden neue Technologien wie beispielsweise Cloud oder Big Data implementiert, der nächste Schritt ist die Einführung künstlicher Intelligenz. Ihre Integration und ihr Betrieb erfordern zusätzliches Know-how.
  3. Robotic Process Automation bietet die Möglichkeit, Prozesse über die Anwendungsoberflächen zu verknüpfen anstatt über die üblichen Schnittstellen. Häufig nutzen Fachabteilungen dieses Verfahren, so dass die IT schnell den Überblick darüber verliert, welches System mit welchem anderen verknüpft ist.
  4. Bei vielen Anwendungen werden die Release-Zyklen kürzer. Die höhere Änderungsrate kann sich negativ auf die Stabilität der IT-Landschaft auswirken.

All das erhöht das Risiko, dass einzelne Anwendungen oder eben das Zusammenspiel der IT-Landschaft außer Kontrolle gerät. Damit es gar nicht so weit kommt, sollten IT-Verantwortliche die Anzahl der Fehler-Tickets pro Mitarbeiter mit Priorität beobachten. Bei stabilen Anwendungen liegt sie im Bereich von ein oder zwei pro Jahr. Werden es mehr als sechs oder gar 12, sollte dringend gehandelt werden.

Maßnahme 1: Standardisieren und Konsolidieren

Niemand hört es gern, aber Standardisierung und Konsolidierung sind die Mittel der Wahl, um die Komplexität zu reduzieren. Das gilt zum einen für Anwendungen: Von Zeit zu Zeit sollte geprüft werden, welche Funktionalitäten von mehreren Systemen ausgeführt werden. Eine von beiden oder mehreren kann man eventuell ablösen und einige Funktionalitäten in ein anderes System überführen. Vorzugsweise sollten natürlich die älteren aussortiert werden. Standardisierung und Konsolidierung gilt aber auch für die eingesetzten Technologien. Je mehr Sprachen und Plattformen im Einsatz sind, desto mehr Wissen muss die IT-Organisation vorhalten und desto komplexer wird es. Auch die Anzahl der Entwicklungstools sollte von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand gestellt werden, auch wenn sich Entwickler ungern in ihren Möglichkeiten begrenzen lassen. Am Ende führt aber kein Weg daran vorbei, Standards zu definieren und dafür zu sorgen, dass sie eingehalten werden.

Maßnahme 2: Architektur erneuern

Mittelfristig kommen Unternehmen mit hohen Fehlerraten nicht daran vorbei, an ihrer IT-Architektur zu arbeiten und sie zu modernisieren. Sie sollten insbesondere die großen monolithischen Systeme in kleinere Einheiten zerlegen und entkoppeln, damit sie sich einfacher handhaben lassen. Der Wechsel in die Cloud ist eine gute Gelegenheit, die Architektur auf den Prüfstand zu stellen und vor allem fehleranfällige Anwendungen zu modernisieren. Sich jetzt darum zu kümmern ist umso wichtiger, da die Anzahl neuer Anwendungen und Technologien in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Schon jetzt erhalten wir immer mehr Anfragen von Unternehmen, bei denen die Anzahl der anwendungsbezogenen Tickets stark steigt. Wenn auch Sie dazu gehören und nicht die Kontrolle verlieren möchten, sprechen Sie mich gerne an.

 

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