Digitalisierung: Erfolg hat ein Rezept

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Die digitale Transformation geht jedes Unternehmen anders an und ist damit mehr oder weniger erfolgreich. Die Vorreiter verfolgen offenbar eine ganz bestimmte Strategie.

Thomas Heimann, Capgemini

Vielleicht kennen Sie auch solche Menschen, die scheinbar jedes Projekt, egal um was es dabei geht, zum Erfolg bringen. Sicher, sie erleben auch Rückschläge und es läuft nicht immer alles rund, aber unterm Strich ist ihre Bilanz beeindruckend. Dieses Phänomen gibt es auch bei Unternehmen. Die IT-Trends-Studie 2019 hat das wieder einmal bestätigt: Unternehmen, die erfolgreich digitalisieren, halten sich an bestimmte Grundsätze.

Daten sind das A und O

Das zeigt sich beispielsweise, wenn man die Bedeutung einzelner Maßnahmen für den Erfolg der Digitalisierung vergleicht. Erfolgreiche Digitalisierer messen vielen Maßnahmen generell einen höheren Stellenwert bei und kümmern sich dementsprechend wahrscheinlich auch intensiver darum, dass sie umgesetzt werden. Das heißt, sie nehmen die Digitalisierung einfach ernster als andere. Besonders groß ist die Diskrepanz bei der Bedeutung der Vernetzung der eigenen Daten. Demgegenüber halten sie bimodale Infrastrukturen und Teams oder die Zusammenarbeit mit Start-ups und Akquisitionen für weniger wichtig als einige ihrer Kollegen.

Die tiefergehende Analyse zeigt, dass die Release-Zyklen erfolgreicher Digitalisierer im Vergleich bereits deutlich kürzer und ihre Ziele in diesem Bereich ambitionierter sind. Wie fast alle Studienteilnehmer haben zwar auch sie Probleme mit der steigenden Komplexität der IT-Landschaft, aber weniger gravierend als andere Organisationen. Sie scheinen den Umbau ihrer IT-Landschaft von Anfang an gut geplant zu haben, so dass sie aufgrund der höheren Standardisierung jetzt deutlich stärker automatisieren können.

Akquisitionen und Outsourcing sind auch keine Lösung

Unternehmen, die ihren eigenen Erfolg bei der Digitalisierung als gering einstufen,  unterschätzen offenbar, wie wichtig der Ausbau der Datenanalyse und der eigenen Software-Entwicklungskapazitäten für den Erfolg ist. Darüber hinaus messen sie Akquisitionen zu viel Gewicht bei.

Diese Unternehmen haben auch die mit Abstand längsten Release-Zyklen. Im Gegenzug klagen sie am wenigsten über eine komplexer werdende IT-Landschaft. Das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass sie bislang deutlich weniger daran verändert haben als andere Unternehmen und dementsprechend die Probleme geringer sind. Als Rezept gegen steigende Komplexität setzen sie mehr als erfolgreiche Unternehmen auf Outsourcing.

Chaotische Transformation erhöht den Arbeitsaufwand

Die dritte Gruppe, die sich weder als erfolgreich noch als erfolglos bezeichnet, steckt offenbar in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der allerdings nicht ideal geplant ist. Denn sie haben im Vergleich die größten Probleme mit ihrer zunehmend komplexer werdenden IT-Landschaft und kompensieren sie mehr als andere Unternehmen mit der Einstellung neuer Mitarbeiter, Überstunden und Reorganisationen.

Darüber hinaus unterschätzen sie, wie wichtig die Vernetzung ihrer Daten für den Erfolg der Digitalisierung ist. Sie überschätzen die Bedeutung bimodal aufgestellter Infrastrukturen und IT-Teams sowie den Wert, den die Zusammenarbeit mit Start-ups hat.

Capgemini: Ergebnisse der IT-Trends-Studie

Digitalisierung kann man nicht kaufen

Das Geheimnis des Erfolgs ist also offenbar eine Kombination aus mehreren Faktoren:

  1. der Verbesserung der Datenanalyse und -vernetzung
  2. der vorausschauenden Planung des Transformationsprozesses, um Ressourcen-Engpässe zu vermeiden
  3. der Standardisierung der Infrastruktur, um Komplexität zu reduzieren, Release-Zyklen verkürzen und automatisieren zu können

Außerdem sollten sich Unternehmen bei der Digitalisierung in erster Linie auf ihre eigenen Ideen und Prozesse konzentrieren. Externe Unterstützung der Transformation ist zwar sinnvoll, die Daten zeigen aber, dass es mit einer Kooperation mit einem Start-up oder der Akquisition eines digitalen Unternehmens nicht getan ist. Denn neben allen technischen Veränderungen geht es auch um einen Kulturwandel, der von innen heraus angestoßen werden muss.

In welchem Bereich haben Sie die größten Probleme? Und welche Maßnahmen haben Ihr Unternehmen am meisten vorangebracht? Ich freue mich auf eine interessante Diskussion.

 

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