Enterprise Architecture Management als Accelerator in Business und IT Transformationen

Publish date:

In unserer Digital Architecture Management Studie 2019 wurde analysiert, wie Experten Enterprise Architecture Management als Instrument in Business und IT Transformationen einschätzen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich führende Unternehmen bewusst sind, dass Architekturmanagement ein großes Potential hat, Innovationen und Business Model Transformationen nachhaltig umzusetzen. Aber welche Erfolgsfaktoren gilt es tatsächlich zu beachten, damit Enterprise Architekten das volle Potential ihrer interdisziplinären Unternehmensfunktion ausschöpfen?

Capgemini Invent führte dieses Jahr eine globale Marktstudie durch, um herauszufinden, wie Experten Enterprise Architecture Management (EAM) als Enabler in Business und IT Transformationen einsetzen und wahrnehmen. Die Studie konzentrierte sich auf internationale Unternehmen aus verschiedenen Branchen und 89% der vertretenen Unternehmen haben mindestens 1.000 Beschäftigte, von denen 47% mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Während 67% der Befragten angaben, dass EAM bereits eine etablierte Funktion ist, gab nur jeder dritte Entscheidungsträger an, dass Enterprise Architekten aktiv an aktuellen Digitalisierungsprojekten beteiligt sind. Mehr als ein Drittel der befragten Business Akteure gaben an, dass sie die Funktion des Architekturmanagements noch nicht als eine wertstiftende Geschäftsfähigkeit wahrnehmen, die Innovationen befähigt und die Erschaffung digitaler Geschäftsmodelle vorantreibt. Daraus ergibt sich die Frage, warum die Wahrnehmung des Wertbeitrages von Architekturmanagement noch immer so gering ist. Wie können Enterprise Architekten endlich veraltete Prozesse ablegen und tatsächlich Transformationsprojekte unterstützen und beschleunigen? Wie kann der Wandel befähigt werden, sich als Enterprise Architekt nicht nur auf die Umsetzung von IT Strategien zu fokussieren, sondern das Business proaktiv in Digitalen Transformationen zu beraten? Architekturmanagement muss agiler werden, neue Kompetenzen entwickeln und sich auf Aktivitäten in Transformationsprojekten fokussieren, die ergebnisorientiert und wertstiftend sind.

Erfolgsfaktor 1 – Die Business Architektur grundlegend verstehen

Wie mehrfach von digitalen Pionieren hervorgehoben – es geht darum die eigenen Kunden, Stakeholder Bedürfnisse und das Business Model zu verstehen. Enterprise Architekten müssen bestehende Prozesse und aktuelle Pain Points auf Business Seite kennen und beratend dem Business zur Seite stehen. Und viel mehr geht es darum die Auswirkungen neuer Geschäftsmodelle und digitaler Dienste und Produkte auf die Unternehmensarchitektur zu antizipieren und in verständliche, innovative Lösungen übersetzten zu können. Es geht auch darum, den Mehrwert von Architektur Management transparent zu machen und zu kommunizieren. Nur wenn das Business davon überzeugt ist, dass ohne Architektur Management keine nachhaltigen Technologielösungen umgesetzt werden können, werden Architekten aktiv in Projekte eingebunden, um Entscheidungsvorlagen bereitzustellen und Lösungsarchitekturen zu definieren. Ein solcher Mentalitätswandel wird einerseits Transformationsprozesse beschleunigen, aber auch zu nachhaltigen Technologieentscheidungen führen, die im Einklang mit der Business und IT Strategie stehen.

Erfolgsfaktor 2 – Agile Prinzipien und Minimum Viable Solution Architectures

Agilität und die Entwicklung flexibler Lösungsarchitekturen ist der Schlüssel, um Innovationszyklen zu verkürzen und nicht von Wettbewerbern und neuen Marktteilnehmern verdrängt zu werden. Daher müssen sich Enterprise Architekten auf die schnelle Bereitstellung von Architecture Blueprints konzentrieren, um Veränderungen in der IT Landschaft transparent zu machen. Hierfür sind agile Arbeitsweisen in selbstorganisierten Teams unerlässlich. „Minimum Viable Solution Architectures“ müssen in kürzester Zeit definiert und visualisiert werden und über den gesamten Transformationsprozess hinweg an bestimmten Quality Gates bewertet und ggf. adjustiert werden. Zudem muss Architekturarbeit mit einem klaren Fokus auf Projektziele erfolgen, welche durch Architekturverträge definiert und auf Basis ausgewählter KPIs gemessen wird.

Erfolgsfaktor 3 – Digitale Enterprise Architecture Fähigkeiten aufbauen

Die Anpassung an neue Technologien, Innovationsprozesse und agile Arbeitsweisen erfordert neue Rollen und Fähigkeiten, damit die EA Funktion zu einem wirklichen Business Berater und Wegweiser in Transformationsinitiativen wird. Wir sahen, wie Enterprise Architecture Abteilungen aufgebaut wurden, aber aufgrund unzureichender Technologie und Business Fähigkeiten und einer hohen Resistenz gegen Veränderungen scheiterten. Daher müssen Unternehmen sicherstellen, dass die Besetzung ihrer EA Units aus neuen digitalen Rollen und Fähigkeiten besteht…

  • Digital Enterprise Architekten, die für die gesamte Unternehmensarchitektur eines Unternehmens verantwortlich sind und die Architekturvision in Übereinstimmung mit der digitalen Geschäftsstrategie definieren, um den Geschäftserfolg zu maximieren und zeitgleich IT-Effizienz sicherzustellen
  • Business Architecture Experten, welche die Geschäfts- und Kundenbedürfnisse sowie die Auswirkungen neuer digitaler Produkte und Dienstleistungen auf die zugrunde liegenden Prozesse verstehen
  • Technologie Architekten, mit der Fähigkeit Business Use Cases in IT-Zielarchitekturen zu übersetzen und
  • Solution Architekten, die sicherstellen müssen, dass ausgewählte und implementierte Technologien die Geschäftserwartungen erfüllen und die notwendige digitale Customer und User Experience bieten.

Unternehmen müssen erkennen, dass sich die Rollen des Architecture Managements ändern müssen, um die EAM-Fähigkeit in Übereinstimmung mit dem technologischen Fortschritt und neuen Kundengewohnheiten zu entwickeln.

Erfolgsfaktor 4 – Nutzung von Referenzmodellen für Transparenz und Skalierbarkeit

Unternehmen müssen einen strukturierten Ansatz finden, wie sie mit der zunehmenden Komplexität bimodaler IT-Landschaften begegnen können. Lösungsarchitekturen müssen modularer und flexibler werden sowie in bestehende Informationssystem-, Daten- und Infrastrukturarchitekturen integrierbar sein. Hier kommen Referenzarchitekturen ins Spiel. Diese dienen dazu, einerseits das Design von Architecture Blueprints zu beschleunigen, andererseits einen strukturierten Ansatz zu etablieren und Transparenz über komplexe IT Landschaften sicherzustellen. Zudem unterstützten Referenzmodelle bei der Identifizierung von Architecture White Spots und der Bestimmung notwendiger Business und IT Fähigkeiten.

Nehmen wir einmal die Einführung von AI Technologien im Bankenwesen als Beispiel: Unter Verwendung bankspezifischer Referenzarchitekturen kann ein Unternehmen systematisch diejenigen Geschäftsfähigkeiten identifizieren, die von der Implementierung eines Chatbots betroffen sind und sich im Zuge dessen verändern. Es gilt von der Business Architektur bis hin zur Infrastrukturebene notwendige Technologien und IT Anwendungen zu bestimmen. Ziel ist es allerdings nicht, die gesamte Zielarchitektur bereits zu Beginn von Transformationsprojekten zu detaillieren. Enterprise Architekten müssen sich darauf fokussieren, den erforderlichen Architekturentwurf in Form von „Minimum Viable Solution Architectures“ bereitzustellen, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern und die Auswirkungen neuer Technologien transparent zu machen. Über die gesamte Projektlaufzeit hinweg werden die Zielarchitekturen kontinuierlich verfeinert, angepasst und als Template für die Skalierung digitaler Services im gesamten Unternehmen verwendet.

Wenn Sie mehr über Enterprise Architecture Management und seine Potenziale im Rahmen digitaler Transformationen erfahren möchten, finden Sie hier unsere Services, Artikel und Customer Success Stories.

Vielen Dank an Dennis Hell für die Unterstützung bei der Erstellung des Blogartikels.

Weitere Posts

Agile IT

Agile Security: Wie kann Cybersecurity Agilität und Innovationen unterstützen?

Sebastian Heierhoff
Date icon Dezember 11, 2019

Immer mehr Organisationen wenden agile Methoden an oder sind gar vollständig agil...

Capgemini Invent

Value-adding Business & Transformation Services heben Shared Services auf die nächste Stufe

Tobias Unger
Date icon Dezember 5, 2019

Stellen Sie sich vor, Shared Service Organisationen werden zu Innovationstreibern und...

cookies.

Mit dem Fortsetzen des Besuchs dieser Website akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.

Für mehr Informationen und zur Änderungen der Cookie-Einstellungen auf Ihrem Computer, lesen Sie bitte Privacy Policy.

Schließen

Cookie Information schließen