Disruption im Risikokapitalmarkt?!

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Die Blockchain Technologie wird im Risikokapitalmarkt für eine Optimierung von Prozessen sorgen und zu strategischen Neuausrichtungen führen. Risikokapitalunternehmen sollten die Blockchain und ihre zugehörigen Technologien als Chance sehen ihre sechs größten allgemeinen Pain Points zu lösen.

Die Menschheit wurde in den letzten Jahrzehnten von mehreren technologischen Revolutionen erfasst, sodass bekannte Persönlichkeiten aus der Technologiebranche, wie Ryan Allis (CEO von HIVE), unsere Zeit als „Innovationszeitalter“ beschreiben. In diesem Innovationszeitalter ist eine der aktuellsten Technologien die Bitcoin basierte Distributed Ledger Technology (DLT), welche auch Blockchain-Technologie genannt wird.

Der Einfluss der Blockchain Technologie und dessen zugehörige Technologien auf dem Risikokapitalmarkt

Unter anderem ermöglicht die Blockchain-Technologie einen digitalen und dezentralisierten Informations- sowie Giralgeldaustausch zwischen zwei, sich unbekannten, Personen oder Institutionen. Eine der vielen dahinterliegenden Intentionen ist es, vermittelnde Institutionen, wie Banken in der Finanzwelt, überflüssig zu machen. Auch der Risikokapitalmarkt bleibt durch die DLT-basierten Security Token Offerings (STO) und Initial Coin Offerings (ICO) nicht unberührt. Ähnlich wie bei einem Initial Public Offering (IPO), versucht ein Startup mit einem STO oder ICO Geld von verschiedenen Investoren einzusammeln, welche einen digitalen Token als Gegenleistung für ihr Investment erhalten. Dieser Token kann dann an spezifischen Börsen gehandelt werden.

Das faszinierende hieran ist, dass ICOs bereits im Jahr 2017 global rund $5.5 Billionen eingesammelt hatten, obwohl es diese Investmentform erst seit 2016 gibt. Auch wenn dieser Betrag lediglich rund 3,5% aller konventionellen Frühstadien-Investitionen im gleichen Zeitraum entspricht, ist er wegweisend für die aktuellen Veränderungen im Risikokapitalmarkt.

Die sechs größten Pain Points der Risikokapitalgeber

Besonders starken Einfluss hat die Blockchain Technologie und ihre zugehörigen Technologien, wie Smart Contracts, ICO und STOs auf die Probleme der Risikokapitalgeber.

Bei der Betrachtung des Risikokapitalmarktes zeigen sich sechs Schlüsselherausforderungen:

  1. Der Investitionsprozess ist im Hinblick auf die Due Diligence, die auch Notargebühren beinhaltet, für die Risikokapitalunternehmen sehr kostspielig
  2. Die lange Kapitalbindung bei Investitionen stellt für die Risikokapitalgesellschaften ein Problem dar. Dieses Problem kann derzeit beispielsweise durch einen späteren Ausstieg im Rahmen eines IPO oder einer Desinvestition gelöst werden
  3. Einigen Risikokapitalgesellschaften in Deutschland fehlt die finanzielle Fähigkeit in eine große Anzahl an Startups zu investieren
  4. Ein Principal-Agent-Problem besteht zwischen dem Investor (VC-Gesellschaft) und dem Startup, da das Startup andere Ziele sowie mehr Zugang zu Informationen hat als der Risikokapitalgeber. Des Weiteren ist das geistige Eigentum des Startups durch das Principal-Agent-Problem und den Investor angreifbar
  5. Die Bestimmung der Lebensfähigkeit und des Erfolges eines Startups stellt Risikokapitalgesellschaften vor das sogenannte Sortierungsproblem
  6. Die Unsicherheit über die Entwicklung der Investmentmöglichkeiten im Zusammenhang mit Blockchain Startups wächst bei Risikokapitalfirmen. Dies ist teilweise auf den Erfolg von ICOs zurückzuführen. ICOs bieten Startups die Möglichkeit Geld zu beschaffen ohne dass dabei auf Eigenkapital verzichtet werden muss, Investoren einen Platz im Management erhalten oder initial ein Monetarisierungsplan vorzuweisen ist

Quo vadis Risikokapitalmarkt?

Durch den beginnenden Einfluss der Blockchain-Technologie auf den Risikokapitalmarkt ergeben sich in Zukunft mehrere spannende und unerforschte Fragestellungen. Diese Lücken betreffen nicht nur das Potential der Blockchain-Technologie auf die Geschäftsmodelle der Risikokapitalgeber und den Markt an sich, sondern auch wie diese Unternehmen das Potenzial für sich nutzen könnten. Interessant ist auch herauszufinden, ob Risikokapitalgesellschaften, die sich tagtäglich mit Startups sowie der Revolution und Evolution anderer Industrien auseinandersetzen, besser auf eine Revolution im eigenen Markt vorbereitet wären als Old-Economy Player.


 

Vielen Dank an den Co-Autor: Sebastian Heierhoff.

 

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