Cloud und Edge Computing – Ein Traumpaar?

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Zunehmender Datenverkehr stellt die Cloud vor Herausforderungen hinsichtlich Latenz, Netzwerkbandbreite und erhöhten Netzwerkkosten. Ist Edge Computing die Lösung?

Über die letzten zehn Jahre ist die Cloud für nahezu jede digitale Transformationsstrategie unverzichtbar geworden. Durch das zunehmende Wachstum des Internet der Dinge (IoT), steigt der Datenverkehr und die Cloud sieht sich mit Herausforderungen in Bezug auf Latenz, Netzwerkbandbreite und erhöhten Netzwerkkosten konfrontiert. Edge Computing wurde geboren, um sich diesen Herausforderungen anzunehmen…

Was ist Edge Computing?

Edge Computing ist eine aufstrebende Technologie, mit der Daten näher an ihrem Entstehungsort gespeichert und verarbeitet werden können. Dezentrale Rechenressourcen befinden sich entweder in einem Gerät oder in der Nähe von diesem in Form von Micro-Rechenzentren. Durch die lokale Verarbeitung von Daten, werden Latenzzeiten verkürzt und Netzwerküberlastungen verhindert. Folgende Anwendungsfälle verdeutlichen die Vorteile von Edge Computing für verschiedene Industrien.

Smart Cities basieren auf einem verzweigten Netzwerk von IoT-Sensoren, welche beispielsweise Daten zum Verkehrsverhalten oder der Luftqualität sammeln. Senden Sensoren Daten zur Verarbeitung weiterhin an eine zentrale Cloud, entstehen riesige Datenströme, welche schnell zur Überlastung von Netzwerken führen. Edge Computing vermindert die Belastung von Netzwerken erheblich, da nur Daten, welche eine komplexe Verarbeitung erfordern zur Cloud transferiert werden müssen.

Autonome Fahrzeuge, als Teil des vernetzten Ökosystems, sind ein weiterer zukunftsorientierter Anwendungsfall. Um ihre Umgebung besser verstehen zu können, sind autonome Autos mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet, wodurch sie jährlich bis zu 5100 Terabyte an Daten erzeugen. Edge Computing verbessert die Navigation auf Straßen, da Edge-Sensoren Daten verlässlich und in Echtzeit verarbeiten können, selbst wenn zeitweise keine Internetverbindung besteht.

Auch der Maschinenbau wird hiervon profitieren. Die unmittelbare Verarbeitung von Daten am Rand von Industrieanlagen, erleichtert eine vorausschauende Instandhaltung, vermindert Ausfallzeiten und minimiert den Energieverbrauch. Dies senkt Kosten und erhöht die Produktivität. Darüber hinaus, müssen Konnektivitätsprobleme nicht länger durch Investitionen in teure Infrastruktur überwunden werden. Denn Edge-Geräte operieren unabhängig von einer zentralisierten Cloud, auch auf Offshore-Ölplattformen oder fern abgelegenen Farmen.

Vorteile von Edge Computing auf den Punkt gebracht

Edge Computing ergänzt die Cloud und verbessert Konnektivität

Obwohl Edge Computing noch immer eine junge Technologie ist, gewinnt diese durch das Wachstum vernetzter Geräte an Relevanz. Um schnelle Einblicke in große Datenmengen zu erhalten, werden fortgeschrittene Analysen und KI-Lösungen entwickelt.

Führende Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google entwickeln „Cloud IoT Edge“–Lösungen, um die Nutzung von Edge Computing voranzutreiben.

  • Amazon erweitert AWS für lokale Datenverarbeitung und nutzt die Cloud für die Verwaltung, Analyse und Speicherung von Daten (AWS Greengrass)
  • Microsoft ermöglicht Cloud Analytics für Endgeräte und plant die Integration von KI-Anwendungen (Azure IoT Edge)
  • Google bringt Datenverarbeitung und maschinelles Lernen zu Edge-Geräten (Cloud IoT Edge)

Anbieter von IoT-Plattformen, die in Edge Computing investieren, sind unter anderem IBM, Siemens und Bosch. Hewlett Packard Enterprise, ein etablierter IoT-Hardwarehersteller, kombiniert traditionelle IT-Systeme mit Betriebstechnologien am Rand des Netzwerks. Hierdurch können Daten in abgelegenen Gebieten ohne Anbindung an eine Cloud verarbeitet werden.

NVIDIA, ein führender Anbieter von KI-Chips, ermöglicht KI-Computing für Edge-Geräte und Foghorn, ein Anbieter von Edge-Software, bietet „Edge-Intelligence“ –Lösungen für IoT.

Anbieter drahtloser Kommunikationsinfrastruktur wie Crown Castle oder Vertical Bridge erweitern ihre Infrastruktur durch den Einsatz von Mikro-Datenzentren an Mobilfunkmasten oder Routern.

Obwohl Edge Computing zahlreiche spannende Lösungen bietet, wo traditionelles Cloud-Computing an seine Grenzen stößt, bleibt die Cloud für die Speicherung und komplexe Verarbeitung von Daten nach wie vor relevant. In unserer zunehmend vernetzten Welt, kann Edge Computing also als eine großartige Ergänzung zur Cloud betrachtet werden.

Gerne können Sie mich jederzeit mit Ihren Fragen zu Cloud, IoT und Edge Computing kontaktieren. Ich freue mich auf die Diskussion.

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