Zombie-Unternehmen bedrohen die Wirtschaft und gefährden das Geschäftsmodell vieler Banken

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In Filmen ernähren sich Zombies von Fleisch und Blut unschuldiger Opfer. In der Finanzwelt halten günstige Kredite (bei niedrigen Zinsen und guter Konjunktur) Zombie-Unternehmen am Leben, die normalerweise längst Insolvenz hätten anmelden müssen. Zombie-Unternehmen haben Produktivitätsprobleme und sind nicht wettbewerbsfähig. Ihr Betriebsergebnis wäre, an normalen Maßstäben gemessen, zu niedrig, um den Zinsaufwand zu decken.

Nach Überzeugung der OECD ist eine bewusst durchgeführte “Auslese“ notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu verbessern. Andererseits müssten sich die Banken bereits heute für den nächsten Abschwung wappnen, entschlossener sparen und ihre Prozesse weiterentwickeln – dazu gehört ggf. auch die Auslagerung von Aktivitäten.
Sorgen bereitet Raimund Roeseler, der für die Aufsicht über die Kreditinstitute zuständige BaFin-Direktor, auch die laxe Kreditvergabe vieler Institute: „Wir stellen fest, dass sich die Standards lockern. Das gilt vor allem für Unternehmenskredite.“ Sollte sich in den kommenden Jahren die Konjunktur abschwächen, deshalb mehr Kredite ausfallen und gleichzeitig die Zinsen nochmals sinken (wieviel Spielraum haben wir noch nach unten?), rechnet die Bafin mit einer wachsenden Zahl von Schieflagen bei Banken.

Aber auch steigende Zinsen schweben wie ein Damoklesschwert über den Bankensektor: Die Kombination „niedrige Zinsen“ und „solide Konjunktur“ führen zur Zeit zu weniger Unternehmenspleiten (langfristiger Durchschnitt ca. 2 % im Vergleich von zur Zeit < 0,5%). Diese vermeintlich „gute“ Entwicklung wirft ihre Schatten voraus. Wir haben sog. Zombie-Unternehmen gezüchtet! Die anhaltende Niedrigzinsphase, das billige Geld, hält die Zombie-Unternehmen künstlich am Leben. „Eine von einem Zinsanstieg ausgelöste Pleitewelle dämpft dabei die konjunkturelle Entwicklung und kann in die Rezession führen“, schreiben DZ Bank-Analysten. Auch könnte die Pleitewelle in einem EU-Land die restlichen EU-Mitgliedstaaten anstecken und die gesamte Welt erfassen. Auslöser könnten wieder einmal die Banken sein, die durch zu viele faule Kredite in Schieflage geraten.

Unsere These: Schon ein moderater Zinsanstieg kombiniert mit einem langsamen aber anhaltenden Konjunkturabschwung gefährdet das Geschäftsmodell vieler Banken. Einige Indizien:

1. Es gibt weniger Unternehmenspleiten als langfristig erwartet: Der Konjunkturabschwung naht – Zombie-Unternehmen werden von vielen Banken nicht vollumfänglich identifiziert

2. Firmenkredite sind extrem billig: Die Niedrigzinsen könnten angeschlagene Unternehmen dazu verleiten, über ihren Verhältnissen zu leben – also höhere Verpflichtungen (Schulden) einzugehen, als sie eigentlich stemmen können.

3. Kurzfristkredite nehmen einen immer höheren Anteil an: Die Unternehmen, die sich eher kurzfristig (bis 1 Jahr) finanzieren, sind anfälliger für potenzielle Zinsänderungen und können ihre (Anschluss-)Kredite im Zweifel nicht bedienen, als solche, die langfristige Finanzierungsverträge eingegangen sind.

4. In den Bankbilanzen „schlummern“ viele faule Kredite: Jeder zehnte Firmenkundenkredit in den Portfolien europäischer Banken wird nur unzureichend bedient.
Käme es zu einer kurzfristigen Zinserhöhung, träfe es vor allem die Firmen, Banken und Staaten in Südeuropa – Länder, deren Finanzsektor immer wieder unter Druck gerät. Steigende Zinsen und eine abkühlende Konjunktur treiben die Zombie-Unternehmen in die längst überfällige Insolvenz. Sie destabilisieren auch Europas Banken und Staaten. Zur Zeit werden die Zombie-Unternehmen am Leben gehalten. „Vor allem Banken, die sich selbst in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, scheuen die endgültigen Abschreibungen von Forderungen aus Krediten an solche Unternehmen“, so die DZ-Experten. Laufende Kredite werden immer wieder verlängert.

Gute Gründe, das Firmenkundenportfolio zu analysieren. Fokus Point unserer Services:

1. Identifikation der sogenannten Zombie-Unternehmen

2. Durchführung einer Auswirkungsanalyse der Zombie-Unternehmen auf die Strategische Planung

a. Risikoanalyse – Makrofaktoren als Treiber für Bilanz- und GuV-Prognosen (1-5 Jahre)
b. Statement Kreditabteilung – Entscheidung bzgl. Watchlist und/oder Intensivbearbeitung
c. Marktanalyse hins. der Akquisition von Neugeschäft (inkl. Prolongation) – Identifikation neuer Märkte (Branchen/ Einzelunternehmen) und Optimierung des Bestandsgeschäfts

3. Restrukturierung des Firmenkundenportfolios

a. „Anpassung“ Firmenkunden- und Kreditrisikostrategie inkl. Credit Risk Appetite Framework
b. Ggf. Intensivbetreuung sog. Zombie-Unternehmen
c. “Umbau (im Zeitablauf)” Firmenkundenportfolio (Branchen, Einzelunternehmen) – Portfolio- & Account-Planung
d. Umsetzung von a., b., und c. in der Strategische Planung

4. Efficiency Improvement Program – Firmenkundengeschäft inkl. Digitalisierung Firmenkundengeschäft

Wir haben ein Portfolio deutscher Mittelstandsunternehmen mit Umsätzen von EUR 100 Mio. bis EUR 1 Mrd. analysiert. Im Rahmen des Basisszenarios „Economist-Outlook“ erhöht sich die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit des Portfolios innerhalb des strategischen Planungszeitraums von 5 Jahren relativ um ca. 10%. Bei 15% der Unternehmen springt der Zombie-Indikator „Zinsaufwand > EBIT“ an. Die Anzahl der sog. Zombie-Unternehmen steigt im Szenario „gemäßigter Zinsanstieg/Konjunkturabschwung“ um 30%. …

Wer jetzt handelt, kann ggf. Schlimmeres vermeiden!

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