Vom Produzenten zum Dienstleister – aufstrebende Industrien bei Connected Services

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Unser Connected Services Benchmark untersucht den Einsatz von Connected Services im Bereich Manufacturing. Dieser Artikel zeigt auf wie den „Developers“ der Sprung zur Connected Services Mastery gelingt.

Aus unserem täglichen Leben als Konsument oder Arbeitnehmer sind digitale Services nicht mehr wegzudenken. Sie verändern unsere Bedürfnisse und unsere Anspruchshaltung an Funktionalität und Individualität. Dieser geänderten Nachfrage antworten Unternehmen aller Branchen zunehmend mit einer Anpassung ihrer Geschäftsmodelle. Besonders im produzierenden Gewerbe lässt sich ein Wandel vom klassischen Produzenten hin zum Dienstleister erkennen. Dazu verbinden die Unternehmen ihre physischen Produkte mit dem Internet, um so genannte Connected Services anbieten zu können.

Mit dem Angebot von Connected Services verändert sich häufig auch das Geschäftsmodell der Unternehmen. Statt wie bisher für das Produkt selbst zu zahlen, zahlen Kunden für dessen Nutzung oder Leistung im Rahmen von pay-per-use oder pay-per-output Modellen. Daraus folgt eine große Auswirkung auf die Unternehmenssteuerung, welcheein völlig neues Operating Model und Mind-set des Unternehmens erfordert. Dies stellt die Unternehmen oftmals vor große Herausforderungen und erschwert die Einführung von Connected Services.

In unserem zu Beginn des Jahres erschienenen Connected Services Benchmark erläutern wir, wie fortschrittlich Unternehmen hinsichtlich ihrers Connected Services-Angebotes sind. Dazu haben wir das Connected Services-Angebot von ca. 90 Unternehmen aus 12 produzierenden Industrien untersucht. Dabei zeigt sich, dass sich Unternehmen unterscheiden in dem WAS sie anbieten, und WIE sie es anbieten. Die Branchen lassen sich so vier Katgeorien zuordnen: Discoverers, Masters, Obeservers und Developers. Wir haben das Ergebnis in der Connected Services Maturity Matrix zusammengefasst.

Aufstrebende Connected Service Industrien „Developers“

Im letzten Teil unserer Blog-Reihe möchte ich nun fokussiert auf den Bereich der „Developers“ eingehen. Developers zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereits einem breiten Markt ihre Connected Services (WIE) anbieten. Allerdings stehen sie im Vergleich zu den „Masters“ in Sachen Innovation und Smartness ihres Connected Services-Angebotes zurück.

Abbildung 1: Connected Services Maturity Matrix - Fokus "Developers"
Abbildung 1: Connected Services Maturity Matrix – Fokus „Developers“

Als Ergebnis unseres Benchmarks zählen Unternehmen aus fünf Branchen vermehrt zu den „Developers“. Dazu gehören unter anderem die Unternehmen der Luft- und Raumfahrt-Branche. Die Key Player der Branche, wie Airbus und Boeing, bieten sehr ähnliche Connected Services rund um die Themen Flotten-Performance und Flottenwartung an. Dafür werden Flugzeuge mit Sensoren ausgestattet, um sie remote überwachen zu können. Die von den Sensoren erfassten Daten werden direkt an die Service Center und Techniker der Luftfahrtgesellschaften übertragen. Die Luftfahrtgesellschaften verwenden die erhaltenen Informationen dann u.a. zur Erstellung von Wartungsplänen oder zur Fehleridentifikation. Auch wenn das Service Offering in der Luft- und Raumfahrt noch relativ einfach ist, wird es vom Großteil der Luftfahrtgesellschaften bereits angenommen und genutzt.

Ein weiteres Beispiel der „Developers“ ist die Eisenbahnbau-Industrie. Sicherheitsaspekte und Vorteile im Verkehrsmanagement haben zu einem frühen Einsatz von „Connected“ Zügen und Infrastruktur, z.B. durch Lösungen von Alstom oder Hitachi, geführt. „Connected“ Züge bilden die Basis für automatisierte Zugkontrollen, autonome Verkehrsmanagementsysteme oder Predictive Maintenance von Zügen und Eisenbahninfrastruktur. Aufgrund regulatorischer Bestimmungen setzen die Eisenbahngesellschaften die von den Produzenten angebotenen Connected Services verstärkt ein und weisen eine hohe Adaptionsrate auf.

Ebenso zählt die Healthcare-Branche zu dieser Gruppe. Sie bietet Connected Services sowohl für den B2C- als auch den B2B-Markt. Im B2C-Markt ermöglichen „Connected“ medizinische Geräte Patienten ihren Gesundheitszustand digital auf dem Smartphone ohne manuelle Messungen zu kontrollieren, wie z.B. Insulinpumpen von Medtronic, welche autonom den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern messen. Jedoch halten Datenschutzbedenken Patienten davon ab, solche Angebote vollumfänglich zu nutzen. Im B2B-Bereich sind „Connected“-Medizingeräte großteils Standard. Sie ermöglichen die ständige Überwachung und Remote-Wartung der sehr teuren klinischen und Labogeräte von Herstellern wie z.B. Philips.

Der Weg zur Connected Services Mastery

Diese Beispiele zeigen, dass die Unternehmen der fünf „Developer“-Branchen Luft- und Raumfahrt, Eisenbahnbau, Bergbau und Bauwesen, Automatisierung und Robotics sowie die Hersteller von medizinischen Geräten keine Probleme mit der Verbreitung und der Akzeptanz ihres Connected Services-Angebots haben. Für sie besteht die Herausforderung darin, sich durch ihre Connected Services-Angebote von den jeweiligen Wettbewerbern durch Innovativität und Smartness zu unterscheiden und attraktive, neue Services auf dem Markt anzubieten.

Um auch in diesem Bereich nachzuziehen, können von den Connected Services „Masters“ folgende Stellhebel übernommen werden:

  • Tiefgreifendes Kundenverständnis: Das Design von Connected Service-Lösungen sollte auf einem tiefgehenden Verständnis der Anforderungen und Pain Points des Kunden basieren. Customer Co-Creation ist bei produzierenden Unternehmen nicht mehr nur in der Produktentwicklung relevant.
  • Fokus auf MVPs: In einem agilen Ansatz sollten Connected Services nahe am Kundenbedarf entwickelt und früh released und auf dem Markt getestet werden, um Kundenfeedback kontinuierlich aufnehmen und rechtzeitig umsetzen zu können.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie sich auch Ihr Unternehmen vom „Developer“ zum Connected Services „Master“ entwickeln kann, kommen Sie gerne auf uns zu.

Dieser Artikel wurde von Stephanie Göttche verfasst.

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