IT-Architektur: 5 Beispiele für Mut zur Innovation

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Rückblick auf die Diskussionen zum Thema Innovation beim Architekturforum

Tim Lüecke
Tim Lüecke, Capgemini

Vielversprechende Innovationen gibt es in der IT-Architektur bekanntlich viele: von Microservices über  event-basierte Architekturen bis zur Künstlichen Intelligenz. Auf unserem 11. Kundenforum Architektur am 08.11.2018 in Hamburg ging es um die Frage, wie sich Innovationen erfolgreich umsetzen lassen? Meines Erachtens ist es vor allem der Mut neue Wege zu gehen – Schritt für Schritt wenn nötig – ohne sich von potenziellen Risiken und Widerständen im Vorfeld abschrecken zu lassen. Aus der regen Diskussion unter den Teilnehmern habe ich fünf Beispiele mitgenommen, wo sich mutiges Vorgehen ausgezahlt hat, um Innovationen umzusetzen.

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Neue Architekturen in die Praxis umzusetzen

Ein internationaler Logistikkonzern stand vor der Herausforderung, ein operatives System möglichst beliebig horizontal und vertikal skalieren zu können. Das neue System sollte dazu von Grund auf in einzelne Self Contained Systems aufgeteilt und parallel entwickelt werden. Das Team bewies Mut, mit einer verteilten Architektur zu beginnen und darüber hinaus jedes eigenständige System als vollständiges Vertikal, einschließlich grafischer Nutzeroberfläche (GUI) zu entwickeln. Der Erfolg: Man vermied so ein mögliches Wirrwarr von Abhängigkeiten, die ein Monolith typischerweise aufweist.

Umsetzungen mit Consumer Driven Contracts absichern

Für mich erfordert die Umsetzung einer Microservice-Architektur vor allem Mut, weil die Gesamtfunktionalität trotzdem sichergestellt werden muss. Denn die Vielzahl der integrierten Services müssen in operativen Systemen zusammen das gewünschte Ergebnis liefern. Bei einem Finanzdienstleister machte ein Architekt gute Erfahrungen mit Consumer Driven Contracts (CDC) , um die richtige Integration der Services sicherzustellen. Als sehr nützliches Nebenergebnis konnte mit Hilfe der Contracts eine Dokumentation der Servicelandschaft erstellt werden. Ergänzende Maßnahmen zum CDC sind allerdings ratsam, um ein funktionierendes Zusammenspiel der Microservices zu gewährleisten.

Organisatorische Herausforderungen zu meistern

Auch organisatorische Rahmenbedingungen neu zu gestalten kann Mut erfordern, da alte Mauern eingerissen werden müssen.  Dies geschieht unter anderem durch Microservices und Self Contained Systems, wo selbstverantwortliche Produkt-Teams den Wandel vorantreiben. Ein anderes Beispiel liefert ein technischer Projektleiter aus dem öffentlichen Bereich. Er musste eine Vielzahl Beteiligter bei einem wichtigen Schnittstellenthema zusammenzubringen und die Abstimmungen über Vorgehen und Scope vorantreiben. Um agil vorgehen zu können, wurden neue organisatorische Wege beschritten.

Gemeinsame Visionen als Leitplanke

Wieviel Freiheit gibt man als Enterprise Architekt den einzelnen Entwicklungsteams? Diese Frage ist für mich gerade in Zeiten von Microservice- und SCS-Architekturen von entscheidender Bedeutung. Den einzelnen Teams vollständige Freiheit zu lassen, scheint mir eine zu einfache Antwort zu sein. Ich sehe dann das Risiko, nach einigen Jahren eine schwer zu wartende Anwendungslandschaft verantworten zu müssen. Beindruckend war die Antwort eines Logistik-Architekten: In seinem Unternehmen besitzen die Teams hohe Freiheitsgrade, um schnell und flexibel agieren zu können, die “Architektur passiert einfach“. Entscheidend ist hier der Mut eine gemeinsame Vision zu setzen, die die notwendigen Leitplanken schafft, um mit Projektbeteiligung der Architekten zukunftsweisende Wege zu etablieren.

Fazit der Diskussionsrunde: Innovationen groß denken, sinnvoll handeln

In der Diskussionsrunde unseres Architektenforums ging es vor allem darum, wie Unternehmen Rahmenbedingungen generell gestalten müssen, um Innovationen voranzutreiben. Auf die Frage „Welches Ziel verfolgen Sie mit Innovationen vorrangig in Ihrem Unternehmen“ antwortete eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer mit „inkrementellen Verbesserungen“. Das Schritt-für-Schritt-Prinzip wurde deutlich häufiger als disruptive Ideen – oft als Einhörner bezeichnet – oder sonstige Ziele genannt. Das Prinzip mag weniger spannend erscheinen, doch kristallisierte sich weitgehend die einhellige Meinung heraus, dass inkrementelle Verbesserungen der Auftakt für große Ideen sind, die es in der heutigen disruptiven Welt braucht.

Mit wie viel Mut gestalten Sie Innovation in ihrem Unternehmen? Verfolgen Sie ähnliche innovative Ansätze und wie steuern Sie solche Vorhaben? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung zu dem Thema, diskutieren Sie mir mir auf LinkedIn.

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