Handel von Cyber Monday bis Black Friday 2018: Don’t fear the Hype

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Die Strategie entscheidet, ob Händler in der Cyber Week Gewinn machen

Achim Himmelreich,
Capgemini

“Was haben Halloween und Black Friday gemeinsam?” fragte ich jüngst einen Händler im Angesicht seiner geplanten Sonderaktionen. „Sie haben etwa zur gleichen Zeit Traktion in Deutschland gefunden.“ Fakt ist: Der Black Friday wird bei vielen wohl ähnlich stark zelebriert. Händler übertrumpfen sich mit Angeboten und Specials. Fakt ist: Der Black Friday findet 2018 wieder im Land der Schnäppchenjäger nicht nur statt, er wird zelebriert. Auf https://www.black-friday.de läuft der Countdown mit Newsletter-Angeboten, Amazon ruft gleich eine ganze Cyberwoche aus und MediaMarkt zieht mit dem Redfriday nach. Die einen freut es, die anderen beobachten es mit Sorge. Ist noch ein Sale zwischen Sommer- und Winterschlussverkauf eine gute Idee?

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Vom Shopping-Wochenende zur Onlineschlacht: Omnichannel in Reinform

Man kann kritisieren, dass die Cyber Week den guten alten Schlußverkauf in den Schatten stellt und Halloween St. Martin schlägt, wenn es um Hype und Vorfreude geht. Inzwischen hat sich jedoch herumgesprochen, dass dies keine Amerikanisierung ist, allenfalls eine Re-Europäisierung: Die Iren haben Halloween in die USA exportiert und nun kommt es eben zu uns zurück. Ebenso beim Black Friday, für den die Amerikaner das europäische Erntedankfest mit Truthahn und Rabattschlachten garnieren. Und die Kommerzialisierung trägt enorme Früchte: Der Cyber Monday führte allein in den USA letztes Jahr zu Abverkäufen von 2,7 Mrd. $. Überhaupt können wir langsam den Unterschied zwischen Black Friday und Cyber Monday nicht mehr genau feststellen, denn der als Brick and Mortar Event gestartete Freitag und der folgende Montag fließen, was Online und Offline Sales angeht, so in einander über, dass eine Trennung kaum noch Sinn ergibt. An diesen verrückten Handelstagen scheint das Omnichannel-Paradigma schon Wirklichkeit geworden zu sein.

Die Strategie entscheidet, ob Händler am Black Friday Gewinn machen

Die entscheidende Frage ist, ob diese Tage für den Handel wirklich so eine überragende Bedeutung haben oder ob die großen Umsatzzahlen nur mit einem Verlust an Marge erkauft werden können. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie Händler und Hersteller die Tage strukturieren. Und hier geht es tatsächlich um Geld, viel Geld. Studenten der Volkswirtschaft lernen das im ersten Semester unter dem Stichwort Preiselastitität, die Logik dahinter ist einfach: Senke ich den Preis um X Prozent, dann kaufen Y Prozent mehr mein Produkt. Ob sich das letztendlich lohnt, hängt von den konkreten Zahlen und meiner Marge ab, aber man kann es ausrechnen. So träumten Ökonomen immer schon von einem Optimum, indem sie von jedem einzelnen Kunden den maximalen Preis einfordern, den er bereit ist zu zahlen. Genau das steckt ja hinter der Preis-Absatz-Funktion: Manche Menschen sind eben bereit für dasselbe Produkt mehr zu bezahlen als andere. Aber diese Kurve ist nur Träumerei, denn in der Realität war es bisher unmöglich, individuelle Preise einzu

https://www.capgemini.com/de-de/news/studie-verbraucher-wollen-menschenaehnliche-kuenstliche-intelligenz-ohne-menschliches-aussehen/
Studie: Verbraucher wollen menschenähnliche Künstliche Intelligenz ohne menschliches Aussehen

fordern.

Individual pricing: Jeder bekommt, was er sich verdient

Ein Blick auf Black Friday und Cyber Monday zeigt, wir sind auf dem Weg dorthin! Wenn man sich die Komplexität der Angebote anschaut und was man als Konsument auf sich nehmen muss, beispielsweise in Form von Coupons und Spielen, um verschiedene Levels und damit neue Angebote und Preisvorteile zu erreichen, ist das nichts anderes als der Versuch, individuelle Preisausgabebereitschaften zu identifizieren – vielleicht nicht 100 Prozent individuell, aber doch sehr granular für winzige Zielgruppen. Sozialforscher sehen in der Analyse der beiden Tage sogar die Chance, Erkenntnisse über die sozialpolitische Entwicklung zu bekommen – nach der Logik, je mehr Preisdifferenzen mich unnötig Zeit kosten, desto besser geht es mir und vice versa.

Mehr unter: https://www.capgemini.com/de-de/news/studie-verbraucher-wollen-menschenaehnliche-kuenstliche-intelligenz-ohne-menschliches-aussehen/

Der Tag, an dem Künstliche Intelligenz im Handel Einzug fand

In Anbetracht der großen Anzahl von Produkten und Zielgruppen handelt es sich aber um eine hyperkomplexe Fragestellung, dessen Optimierung immer nur theoretisch möglich war – bis jetzt. Denn 2018 wird der erste große Einsatz von Artificial Intelligence (AI) bei Black Friday und Cyber Monday sein – der Platzhirsch Amazon, der eben auch ein AI Leader ist, prescht hier voran. Mit AI ist es möglich, die Komplexität der gesamten Lage (Anzahl Angebote & Zielgruppen, individuelle Präferenzen, kontextueller Bezug…) schrittweise in den Griffs zu bekommen. Auch im Handel gilt AI als künftige strategische Kernkompetenz – dazu bald mehr. Aber nur mit neuen Tools können wir erste Schritte machen, um die Komplexität zu meistern. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir in zehn Jahren über den Cyber Monday 2018 als den Tag sprechen, an dem AI in den Handel kam. Und die Ökonomen des 19. Jahrhunderts werden frohlocken, wenn sie endlich die erfolgreiche Anwendung ihrer Theorie „aus himmlischer Ferne“ beobachten können.

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