Augmented und Virtual Reality: Warum wir so selten von erfolgreichen Ansätzen hören

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Wer Augmented und Virtual Reality erfolgreich einsetzen will, braucht eine klare Strategie zur Integration, welche den gesamten Wertschöpfungsprozess berücksichtigt. Hier der Auftakt zu unserer neuen Blogserie.

Daniel Zimmermann,
Capgemini Invent

Augmented und Virtual Reality (AR, VR) sind Buzzwords, aber zugleich weit mehr als das: Sie sind ideale Werkzeuge, um die Flut komplexer Daten und Informationen in eine intuitiv verständliche Form zu bringen und in den entsprechenden (Arbeits)kontext einfließen zu lassen. Ob digitaler Zwilling, Industrie 4.0 oder IoT – die Visualisierung bietet viele Vorteile, um Prozesse zu optimieren und Menschen bei ihren Tätigkeiten zu unterstützen. Das zeigt auch unsere aktuelle Studie „AR and VR in Operations“, in der 82 Prozent der Unternehmen angeben von der Einführung zu profitieren und 84 Prozent davon ausgehen, dass die Technologien spätestens in fünf Jahren zum Standard zählen.

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Dennoch hören wir noch selten von erfolgreich eingeführten AR/VR-Lösungen entlang der Wertschöpfungskette in Unternehmen. Woran liegt das? Schaut man auf Projekte und Initiativen zur Nutzung von Augmented Reality und Virtual Reality, scheint der wesentliche Grund schnell gefunden: viel zu oft werden sie noch isoliert aus einem fachlichen wie organisatorischen Silo heraus betrachtet und umgesetzt.

Als Folge entsteht ein Wildwuchs individueller Lösungen im Unternehmen, die zwar trotz ihres begrenzten Horizonts als Demonstratoren und Proof of Concepts durchaus innerhalb ihrer eng umrissenen Aufgabenstellung erfolgreich sein können. Sie sind jedoch nicht geeignet für eine Industrialisierung im Rahmen eines wertschöpfenden Prozesses, da die Anbindung an etablierte Product-Lifecycle- und Product-Data-Management Systeme (PLM, PDM) und somit die Voraussetzung für Standarisierung und Skalierbarkeit fehlt.

Herausforderung für Unternehmen: Innovative Produkt- und Kundenlebenszyklen

Die internen Herausforderungen hinsichtlich des Produktlebenszyklus bestehen darin, fortlaufend Produktivitätssteigerungen durch Produktoptimierungen zu gewährleisten. Zugleich sollen neue Formen der Zusammenarbeit und grundsätzliche Innovation im Unternehmen darauf einzahlen.

Eine erfolgskritische und vom Produktlebenszyklus her gedachte Anforderung ist es, zu gewährleisten, dass Änderungen oder Revisionen an Produktdefinitionen oder -strukturen automatisiert und ohne projektbasierten oder manuellen Aufwand vorgenommen werden können. Eine umfassende, in den Produktionsprozess integrierte AR/VR Lösung muss genau dazu in der Lage sein.

Die Realität sieht heute dagegen so aus, dass Daten und Informationen erst aufwändig manuell aufbereitet werden müssen, um sie für AR/VR Anwendungen nutzbar zu machen. Eine frühzeitige Berücksichtigung im Sinne einer automatisierten Anbindung an das PLM beziehungsweise PDM würde helfen, dies zu vermeiden.

Kundenlebenszyklen werden im Gegensatz zu Produktlebenszyklen von außen getrieben. Für Kunden müssen von Unternehmen daher neue, zielgerichtete Interaktionen und Erlebnisse geschaffen werden, die der Veränderung Rechnung tragen, wie Kunden mit Produkten interagieren.

Eine erfolgreiche Strategie zur Nutzung von Augmented und Virtual Reality im Unternehmen muss beides, die intern getriebenen Produkt-  sowie die extern getriebenen Kundenlebenszyklen berücksichtigen und sich an ihnen ausrichten.

Unternehmen sollten daher bereits im Vorfeld strukturiert vorgehen, um Einsatzszenarios für AR und VR zu identifizieren, die nicht punktuell, sondern entlang des gesamten Produkt- und Kundenlebenszyklus erfolgsversprechend sind. Proof of Concepts sollten deshalb zielgerichtet implementiert werden, wobei eine folgende Validierung die Skalierbarkeit und das konkrete Potenzial für den vollständigen Zyklus ermittelt.

Praxisbeispiele und Hürden im nächsten Beitrag

Die Ausrichtung an Produkt- und Kundenlebenszyklen ist entscheidend für den erfolgreichen Einsatz von AR/VR. In folgenden Blog-Beiträgen werden wir dies jeweils an den  Bereichen Sales, Operations und Services veranschaulichen und konkrete Lösungen aufzeigen. Neben den spezifischen Anknüpfungspunkten werden wir dabei auch die Ergonomie von AR/VR-Anwendungen als limitierenden Faktor betrachten und wie sich diese Faktoren beheben lassen.

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