Augmented & Virtual Reality programmieren: Capgemini-Experte im Interview

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Sie interessieren sich für das Programmieren von Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Anwendungen? Erfahren Sie, wie Colin Weitmann und seine Kollegen innovative Lösungen für Industriekunden erstellen.

Softwarearchitekt Colin Weitmann ist mit seinem Team bei Capgemini für Augmented- und Virtual-Reality-Engineering zuständig. Schon während seines Studiums der Medieninformatik an der Hochschule Karlsruhe knüpfte Colin erste Kontakte zu Capgemini – zuerst als Praktikant, später als Werkstudent.

Nach seiner Abschlussarbeit über die HoloLens von Microsoft treibt er bei Capgemini seit einem Jahr die Abteilung für AR und VR mit voran. Das internationale Team umfasst heute 15 Mitarbeiter und hat bereits zahlreiche Lösungen für Kunden erstellt.

Im Interview berichtet Colin über Potenziale und Anwendungsfälle der Technologien, was seine Arbeit so spannend macht und welche Voraussetzungen neue Teammitglieder mitbringen sollten.

Colin, wenn ein Capgemini-Kunde ein Projekt mit AR- oder VR-Technologie umsetzen will, landet er bei dir. Wie kam es dazu, dass du in dem Bereich Spezialist geworden bist und das Thema jetzt bei Capgemini vorantreibst?

Ich habe mich schon während des Studiums mit dem Thema befasst und viel Potenzial darin gesehen, speziell im Hinblick auf den Automotive-Sektor. Ich war überzeugt, dass sich Augmented-Reality-Technologie auch bei unseren Großkunden verkaufen lassen müsste.

So habe ich bei meinem Berufseinstieg bei Capgemini die Chance bekommen, Expertise für AR- und VR-Technologie aufzubauen. Unser mittlerweile 15-köpfiges Team umfasst 3D-Artists, Entwickler, Business Analysten und Projektmanager, die alle mit den Spezifika von AR- und VR-Design und -Entwicklung vertraut sind, oder die ich ausgebildet habe. Ich selbst arbeite hauptsächlich als Softwarearchitekt, wirke aber als Ideengeber auch in Angebotsprozessen mit.

Das Vorschussvertrauen, das Capgemini uns gewährte, hat sich gelohnt: Das Kundeninteresse ist vorhanden, wir setzen viele Use-Cases um. Mit einem passenden Konzept bekommt man bei Capgemini die Freiheit, seine Ideen voranzutreiben und zu verwirklichen.

AR- und VR-Technologie klingt für viele ja immer noch etwas nach Science-Fiction. Welche konkreten Anwendungsgebiete gibt es in der Wirtschaft?

AR- und VR-Technologie kommt besonders da zum Einsatz, wo es um physisch greifbare Produkte geht.

Ein gutes Beispiel ist der Konstruktionsprozess in der Automotive-Industrie. Hier wird meist mit CAD-Programmen an zweidimensionalen Bildschirmen gearbeitet, obwohl das Endprodukt dreidimensional ist. Das ist problematisch, weil sich der menschliche Konstrukteur ein zweidimensional auf einem Bildschirm angezeigtes Objekt, z. B. einen Zylinderkopf, dreidimensional vorstellen muss.

Hat der Konstrukteur aber eine 3D-Brille und ein geeignetes Programm zur Verfügung, kann er den Zylinderkopf so betrachten und bearbeiten, als ob er tatsächlich vor ihm stehen würde. Das ist eine gewaltige Erleichterung. Und wie gesagt: Im Prinzip lässt sich das für alle Branchen umsetzen, die physische Produkte herstellen.

Hast du einige Projektbeispiele aus dem Capgemini-Umfeld? Woran arbeitet ihr?

Wir haben zum Beispiel ein Augmented-Reality-Training für die Bedienung von Laborautomaten, die Gen-Analysen machen, entwickelt. Wenn ein Mitarbeiter die Kamera seines iPads auf einen solchen Automaten richtet, wird ihm durch unsere AR-Lösung anschaulich erklärt, wie das Gerät funktioniert.

Unser größtes Projekt im Moment ist eine große Trainingssoftware für einen bekannten Automobilhersteller. Es geht darum, den Mitarbeitern beizubringen, wie sie Instrumententafeln montieren. Eine Virtual-Reality-Anwendung ist hier viel flexibler und zeitsparender, als die 1:1 Beratung durch einen menschlichen Trainer. Das System, das wir dafür entwickelt haben, ist dreistufig.

  • Im ersten Schritt setzt der Mitarbeiter eine VR-Brille auf, scannt das Dashboard auf dem Montagegestell und bekommt die Montage dann Schritt für Schritt durch Erklärungen und Animation vorgeführt.
  • Im zweiten Schritt führt der Mitarbeiter die Montageschritte selbst virtuell durch. Die Einbausituation wird dafür vollständig simuliert. Der Mitarbeiter muss die genaue Einbaureihenfolge beachten und die korrekten Positionen wählen. Dabei bekommt er virtuell Hilfe und Feedback.
  • Der dritte Schritt ist die „Prüfungsphase“. Hier muss der Mitarbeiter die Montage der Instrumententafel ohne Hilfe durchführen. Das Programm checkt, ob er alles richtig macht.

Was gefällt dir an deinem Job bzw.  der Entwicklung von Augmented-Reality-Anwendungen besonders?

An erster Stelle steht für mich die Möglichkeit, Neuland zu betreten. Ich habe keine Lust, etwas zu machen, was vor mir schon jemand genauso gemacht hat. Ich liebe die Herausforderung, etwas komplett Neues zu tun. Capgemini bietet mir diese Möglichkeit.

Dann ist da das hohe Maß an Abwechslung durch diese Form der Projektarbeit. Wir sind alle zwei, drei Monate mit etwas komplett Anderem beschäftigt. So wird die Arbeit nie langweilig. Und auch das hohe Innovationstempo im Bereich Augmented Reality und Virtual Reality selbst begeistert mich. Die Technik entwickelt sich rapide weiter. Das ist sehr spannend und erfordert, dass man ständig am Ball bleibt.

Welche Fähigkeiten muss ein Virtual-Reality-Engineer mitbringen?

Wir brauchen Generalisten. Das gilt für unsere 3D-Artists, die neben Kreativität auch technisches Know-how mitbringen müssen, genauso wir für unsere Entwickler.

Ein Entwickler sollte sich idealerweise schon mit AR und VR beschäftigt haben und eine der zwei Hauptentwicklungsumgebungen, Unity oder Unreal, kennen. Außerdem müssen sie in den entsprechenden Sprachen für Augmented und Virtual Reality programmieren können, meistens in C#.

Kenntnisse im Bereich Software-Architektur sind ebenfalls sehr wichtig, weil die Entwickler bei Capgemini von Anfang an viel Verantwortung übernehmen. Und auch im Hinblick darauf, dass viele Entwickler später in technische Führungsrollen aufsteigen, machen sich Software-Architektur-Kenntnisse bezahlt. Capgemini bietet in diesem Zusammenhang auch spezielle Weiterbildungen an.

Es ist also ein sehr vielseitiges Anforderungsprofil, das wir bei unseren Augmented- und Virtual-Reality-Engineers voraussetzen. Aber dafür arbeiten wir auch dann auch an Projekten, die wirklich Cutting Edge sind.

Vielen Dank für das Gespräch, Colin!

Unterstützen Sie das Team von Colin

Sie begeistern sich für AR- und VR-Technologie? Wenn Sie mit Unity und Unreal vertraut sind und vielleicht schon eigene Augmented- oder Virtual-Reality-Anwendungen programmiert haben, haben Sie beste Voraussetzung, um uns zu unterstützen.

Hier geht es zu unseren Stellenausschreibungen im Bereich Augmented/ Virtual Reality. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

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