Wenn Innovation den Fortschritt ausbremst

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Die Probleme von Unternehmen mit Big-Data-Technologien haben laut der IT-Trends-Studie in den letzten 12 Monaten zugenommen. Eine Ursache sind die vielen neuen Tools auf dem Markt.

Fabian Schladitz, Capgemini

Die Fachabteilung möchte sie gerne nutzen, aber der IT-Abteilung fehlen das Integrations-Know-how und das Expertenwissen für die Anwendung. Was können CIOs tun, um Stillstand zu vermeiden und der Fachabteilung trotzdem die Big-Data-Technologien zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen?

Seit einiger Zeit kommen permanent neue Big-Data-Tools auf den Markt. Viele von ihnen suggerieren Anwendern, auch in der Fachabteilung, dass sie so einfach zu bedienen sind, dass jedermann mit ihrer Hilfe Data Scientist werden kann. Ob solche Versprechen immer stimmen oder nicht, sei dahingestellt, Tatsache ist, dass sie nur funktionieren können, wenn sie in die IT-Landschaft integriert werden. Dabei geht es natürlich um die Einbindung der entsprechenden Datenquellen. Es geht aber auch um die Zugriffsrechte, ein Thema, das angesichts der neuen Datenschutzgrundverordnung nicht vernachlässigt werden darf. Darüber hinaus müssen die Lösungen auch auditierbar sein und sich der Aufwand für Integration, Anpassung und eventuelle Weiterentwicklung in Grenzen halten.

CIOs müssen also einen Weg finden, um einerseits die Compliance-Vorgaben und Standards zu Gunsten angemessener Kosten einzuhalten und andererseits der Fachseite jene Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie benötigt. Anderenfalls riskieren sie die Zementierung einer Schatten-IT, die sich vollkommen ihrer Kontrolle entzieht.

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Technologie-Radar gibt Orientierung

Ein Ausweg aus dem Dilemma ist das bewusste Management solcher Technologien mit Hilfe eines Technologie-Radars. Angelehnt an die Darstellung von Objekten auf einem Radarschirm werden dort alle im Unternehmen genutzten oder potenziell interessanten Technologien eingetragen. Je besser sie integriert sind, desto näher werden sie am Zentrum des Kreises platziert. Technologien, die in Zukunft interessant werden könnten, werden am äußersten Rand eingetragen.

Alles dazwischen ist nur teilweise integriert. Der CIO könnte Fachabteilungen ihre Nutzung erlauben, aber Einschränkungen definieren. Er könnte beispielsweise die zu analysierenden Daten eingrenzen oder die Interaktion mit anderen Systemen. Wenn die Fachabteilungen diese Technologien nach der „Probezeit“ immer noch sehr nützlich finden, könnten sie, komplett integriert und in das Standard-Repertoire des Unternehmens aufgenommen werden.

Aktion ist besser als Reaktion

Um nicht von zeitkritischen Anfragen zu neuen Tools überrollt zu werden, kann es sich lohnen, verschiedene Technologien und Tools am äußersten Rand grob zu evaluieren, bevor sie nachgefragt werden. Dann weiß man schon, wie gut sie sich für bestimmte Aufgaben eignen, wie viel Aufwand die Integration mit sich bringt beziehungsweise ob sie überhaupt möglich ist, bevor die Fachabteilung nachfragt. Und im besten Fall kann man ihr dann bereits eine Alternative nennen, deren Integration machbar ist. Und ganz nebenbei festigt die IT ihre Rolle als Technologieberater fürs eigene Unternehmen.

Damit der rasante Fortschritt im Bereich Daten-Technologien also nicht zum Stillstand führt, müssen CIOs aktiv werden. Sie sollten sich neue Tools anschauen, bevor sich die Fachabteilung auf eine Technologie festlegt. Dann können sie noch beratend in den Prozess eingreifen und stehen am Ende nicht vor der Entscheidung, entweder viel Geld für jede Integration auszugeben oder die Nutzung des Tools aus Compliance- oder Sicherheitsgründen zu verweigern.

Sind Sie auch mit solchen Problemen konfrontiert? Wie gehen Sie damit um?

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