Transformation braucht Innovation: Wo mitspielen, wie gewinnen?

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Wer sich nicht bewegt, der wird bewegt und zwar nach unten. Laut Gartner wird jedes vierte Unternehmen seine aktuelle Marktposition verlieren, weil digitale Kompetenzen fehlen.

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Das MIT geht noch weiter und prophezeit, dass bereits bis 2025 40 Prozent der heutigen Fortune 500 von der Bildfläche verschwunden sein werden. Eine schaurige Vorstellung, aber die Geschichte kennt solche Fälle: Gestandene Unternehmen wie Kodak (USA), Quelle (Deutschland) und Nokia (Finnland) litten unter Krisen oder erlebten Totalausfälle.

Heute erkennen die meisten die Bedeutung der Digitalisierung. Die Radikalität, Tiefe und Intensität mit der sie das Thema begreifen, variiert nach Sektoren und mit der Individualität einzelner Unternehmen. Die Modernisierung von Geschäftsmodellen hingegen steht bei allen ganz oben auf der Liste. Fast alle fragen sich: Worin überführen wir unser Geschäftsmodell, sodass wir einerseits digitaler werden, andererseits damit Geld verdienen? Für keinen fällt die Antwort einfach so vom Himmel. Aber: „der beste Weg, deine Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu erschaffen“ – Wusste schon Abraham Lincoln.

Innovationsmanagement (IM) rückt bei Unternehmen also immer mehr in den Fokus. Hier beobachte ich zwei Phasen:

  • Wo spiele ich mit?
  • Wie gewinne ich das Spiel?

Innovation braucht Teamgeist

Für Antworten auf diese Fragen folgen Unternehmen den Trends des Marktes und erforschen gleichzeitig fortschrittliche Technologien. Das Business prüft, welche Technologien die erkannten Trends am besten stützen und ob vorhandene Technologien vielleicht bereits ausreichen. Auf dieser Basis kann ein Unternehmen entscheiden, welche Trend-Technologie-Kombination es weiter verfolgen möchte. Die Leute im Geschäftsportfoliomanagement extrahieren die Kernelemente aus bestehenden Strategien und unterstützen bei der Priorisierung von Innovationen und ihrem jeweiligen Umfang. Das geht nur, wenn Business und IT eng zusammenarbeiten.

Die Entscheidung für den einen richtigen Spielplatz ist keine leichte. Schließlich braucht es innovative Lösungen sowohl beim Optimieren des Kerngeschäfts als auch beim Erschließen neuer Betätigungsfelder. Besonders schwierig ist es wenn beides gemeinsam in derselben Organisation umgesetzt werden soll: Neue Geschäftsmodelle auf Basis neuer Technologien bringen in der Regel weder hohe unmittelbare Umsätze, noch gehören sie zum Kerngeschäft des Unternehmens.

Es gibt daher verschiedene Wege, diesen Konflikt zu lösen. In einem Unternehmen mit einem hohen Reifegrad ist es sinnvoll, ein Innovationsmanagement-Team aufzubauen oder bestehende Teams in diese Richtung hin zu stärken. Sollte weder das eine noch das andere möglich sein, habe ich hier ein paar alternative Lösungsansätze:

Der Ansatz

Das Beispiel

Neue Unit für das Digital Business (entweder intern oder als Spin-Off) Daimler, moovel
Partnerschaften als externe Denkfabrik BMW, Startup Garage
Zukauf kleiner innovativer Unternehmen Daimler, myTaxi

Frischer Wind durch Kooperationen mit Startups

Dazu ein paar Details: moovel ist eine App, die dem Kunden ein ganzheitliches Mobilitätserlebnis bietet, ins Leben gerufen vom Autohersteller Daimler. Die Idee dahinter: Den Kunden von Tür zu Tür begleiten und dabei eine Vielfalt an urbanen Transportmitteln anbieten, zB. der Mietwagen über car2go, das Taxi über myTaxi, oder aber die öffentlichen Verkehrsmittel. Diese Dienste kann der Kunde auch miteinander kombinieren. Damit das alles flüssig läuft, benötigt Daimler ganz andere Prozesse als zuvor. Bislang fertigte das Unternehmen Fahrzeuge und belieferte Händler. Mit moovel ist Daimler direkt mit dem Endkunden im Dialog und liefert nun Software. Die Produkte sind erst einmal nicht miteinander vergleichbar und hätten womöglich nicht zur Markenwahrnehmung von .

Aus meiner Sicht war es daher durchaus sinnvoll, ein neues Unternehmen mit eigener Philosophie und Strategie zu gründen und über diesen Weg mit moovel eine eigenstehende Marke aufzubauen. Auf diese Weise realisiert Daimler ihre Innovation moovel über die Integration mehrerer Unternehmen. Nun gehören neben moovel auch car2go und myTaxi zu Daimler, wobei moovel für die zentrale Serviceplattform für eine Vielzahl an Mobilitätsdienstleistungen steht.

BMW geht mit der Startup Garage noch einen anderen Weg. Ziel ist es, die Innovationsfähigkeit der BMW Group zu stärken und zu beschleunigen. Da Startups neue Technologie oftmals gut beherrschen oder mit frischen Ideen an Probleme herantreten, bergen sie ein besonders großes Potenzial für Innovation. BMW konzentriert sich auf Technologien und Lösungen, die besonders zur Wertschöpfung in der Automobilindustrie  beitragen, so z.B. Machine Learning für das autonome Fahren und die Vermeidung von Unfällen oder E-Mobilität zur verbesserten Wirkungsdauer von Batterien und reduzierter Schadstoffemissionen.

Um die Technologien so schnell wie möglich in das Fahrzeug zu bekommen, arbeiten die Startups sehr eng mit den Ingenieuren von BMW zusammen. BMW gewinnt dadurch einerseits Geschwindigkeit und ist anderseits weniger abhängig von dem einen guten Thema. Zeitnahes Kundenfeedback durch ein agiles Vorgehen macht recht schnell deutlich, welche Technologie am Markt ankommen und wird und welche nicht.

Wichtig in allen Fällen ist aber, dass die IT des Konzerns die Ideen des Business unterstützt, da die neuen digitalen Services mit dem Kernprodukt des Konzerns interagieren sollten. Der Austausch und Dialog ist daher grundlegend und über gemeinsame Schnittstellen und Daten letztlich sogar unumgänglich.

Sind Sie bereits ähnlichen Situationen begegnet und arbeiten mit Startups oder Neugründungen des eigenen Unternehmens zur Verwirklichung ihrer Digitalvisionen zusammen? Unterstützen Sie Spin-Offs dieser Art?

Dann schreiben Sie mir!

Wie Sie ein entsprechendes Innovationsmanagement aufbauen können, erkläre ich in meinem nächsten Blogbeitrag.

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