CEBIT 2018 – Eine Messe feiert ihr Comeback (+Bildstrecke)

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Die CEBIT feierte ihr Comeback. Ob gelungen oder nicht, darüber lässt sich streiten. Fest steht, sie soll wohl bleiben – und das ist gut so, denn eines kann sie immer noch gut: komplexe Cases zeigen.

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Moderner, frischer und mit mehr Farbe. So sollte das neue Kleid der CEBIT aussehen. Nicht zuletzt, um eine neue (jüngere) Generation anzulocken. Ob dieses Experiment geglückt ist, darüber gehen die Meinungen nun auseinander. Die Presse bleibt verhalten, die Organisatoren freuen sich. Am Ende bleibt das Bild diffus. Einer vermisst den Fokus, der andere den USP. Der Dritte lobt den Mut und der Vierte fand die Organisation ganz gut. Aber wie man es dreht und wendet: Ein Kassenschlager war es nicht, die Besucherzahlen (nochmal minus 40 Prozent) sprechen ihre Sprache.

Nichtdestotrotz gab es genug Gründe, hinzugehen. Einer davon: Die CEBIT zeigt eindrücklich, wie verschiedene Technologien (auch von verschiedenen Herstellern) am besten zusammenspielen. Denn erst aus ihrer kreativen Kombination entstehen wirklich neue, relevante Ideen. Oftmals sind diese Schnittpunkte aber sehr komplex und nicht so leicht zugänglich. Hier kann eine CEBIT punkten und Einblick in die Innovationsschmieden unserer Zeit geben – egal von welcher Marke. Diese Erkenntnis konnten auch wir aus den Gesprächen und Fragen an unseren Partnerständen bei SAP, Salesforce und IBM ableiten. Wie baut man eine moderne State-of-the-Art-Multichannel-Lösung für den Handel unter Zuhilfenahme einer KI-Lösung in der Cloud? Wo liegt die technologische Speerspitze für einen ganzheitlichen digitalen Kundenservice? Wie optimieren neuronale Netzwerke mit Deep-Learning-Systemen die visuelle Qualitätsprüfung in großen Fertigungshallen? Es sind Fragen, die Entscheider heute bewegen und die nur durch direkte und interaktive Demonstration von Cases zufriedenstellende Antworten finden. Die Exposees der Messe, sie sind zwar nicht zwingend neu und auch nicht mehr exklusiv, aber sie erfordern etwas mehr Raum und Fläche als ein Desktop und ein multimediales Produktdatenblatt zuhause bieten können.

Capgemini @ CEBIT: Ein starkes Band zu unseren Partnern

Es war also auch für uns eine erfolgreiche Woche. Wir konnten über alle unsere Partnerpräsenzen bei IBM, SAP und Salesforce hinweg unsere Demos vorführen, viele Gespräche mit Kunden führen und Interesse für unsere Kompetenzen wecken, so der Eindruck von Bernhard Hinderer, Director Business Development. Auch das starke Band mit unseren Partnern haben wir demonstriert.

 

An unseren Ständen war es durchweg lebendig und munter, während hier zum Beispiel am Stand bei SAP die Großattraktion Riesenrad im Hintergrund unermüdlich seine Runde drehte.

 

Auch über mangelndes Interesse an unseren SAP-Lösungen konnten wir uns nicht beschweren. Eine davon im Detail schildert Karl-Heinz Krug im folgenden Video. Die individuelle Haushaltsplanung realisiert in der Hybriden Architektur mit S/4HANA. Hier gehts zum Video.

Wir konnten die ganze Woche über gute Gespräche führen, aber große Deals passieren schon lange nicht mehr auf Messen allein. Dafür hat sich das Informationsmonopol der Megamessen für neue Technologien, Gagdets und Games zu sehr abgetragen,“ kommentiert Detlev Sandel, Senior Director IT Innovations, der die Woche über an unserem Partnerstand bei der SAP auf den Beinen war. In Zeiten von digitaler Kommunikation und Social Media sind die Informationsströme divers und multimedial. Ein Bild könne man sich auch vom heimischen Schreibtisch aus machen. Auch Neuheiten warten immer weniger auf Messen, um vorgestellt zu werden. „Aber dort wo Cases komplex werden und unterschiedliche Technologien zusammenbringen, braucht es handfestes Anschauungsmaterial. Dafür scheint die CEBIT immer noch eine gute Umgebung zu sein.“ Gerade das Zusammenspiel unterschiedlicher, sehr komplexer Technik ist hier gut sichtbar und wir können Infolücken schließen. Zum Beispiel beim Thema Blockchain und ihrem revolutionären Potenzial auf die Supply Chain – minutiöse Taktung, automatisierte Echtzeit-Abrechnung an Farmer, akkurateste Fehlerlokalisation, verlässliche Lebensmittelsicherheit, volle Transparenz für den Endverbraucher. Dieses Szenario demonstriert man am verständlichsten noch vis-à-vis.

Auch Hannes Glindemann, verantwortlich für strategische Allianzen bei Capgemini, ist der Meinung, dass sich „die CEBIT sogar zu einer Systemintegrator-Messe entwickeln kann. In Zeiten, in denen Unternehmen ganz genau wissen wollen, welche Potentiale sie aus den neuen Technologien der Hersteller heben können, sind Berater und Integratoren besonders gefragt. Sie begleiten Unternehmen auf dem Weg der Prozessoptimierung durch die Digitalisierung – objektiv und herstellerneutral, aber mit breiter Expertise und der besonderen Fähigkeit existente Lösungen individuell weiterzuentwickeln.

Aufklärungsarbeit ist auch im Fall künstliche Intelligenz noch zu leisten. Hier hat die Diskussion zwar an Reife gewonnen, aber die Implementierung geht nur peu-à-peu in kleinen Projekten voran. Schuld daran ist einerseits der Vertrauensmangel, andererseits die bisher geringen Erfahrungswerte. Gerade die industriell geprägte deutsche Industrie bleibt ihrem zögerlichen Image treu.

Beispiele aus der Welt der kognitiven KI haben die Kollegen am Partnerstand bei IBM gezeigt. Hier ging es um das Potenzial von künstlicher Intelligenz für das digitale Manufacturing – im Gepäck ein IoT-Szenario direkt aus dem IBM Watson IoT Center in München. Diese kognitive visuelle Inspektionslösung ermöglicht völlig neue Anwendungszenarien für die optische Qualitätskontrolle auf Basis neuronaler Netze. Verarbeitet sind IBMs Visual Insights Lösung und angepasste maschinelle Lernmodelle. Der Arm unseres Robots stand die ganze Messewoche über nicht mehr still. Neben visuellen Anwendungsfällen wird auch die Nutzung von Sprache und Spracherkennung immer relevanter: Im d!talk zeigte Achim Himmelreich anhand der Ergebnissen einer aktuellen Studie, wieso Sprachassistenten und Conversational Commerce das Next Big Thing für den Handel werden.

Wohin des Weges?

Wie und ob sich die CEBIT in Zukunft erfolgreich entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Eine neue Methode statt altem Schema war sicher ein wichtiger Schritt, um das Überleben zu sichern, kommt für Austeller aber vielleicht zu plötzlich. Sie werden wohl noch einige Zeit brauchen, um sich auf den neuen Charakter einzustellen und ihre Messepräsenzen entsprechend farbig zu gestalten. Der Termin für 2019 steht jedenfalls. Es wird wieder Juni, ein Jahr ab jetzt – vielleicht Zeit, sich erste Gedanken zu machen.

Capgemini auf der CEBIT in Bildern:

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