Integration der Gesamtbanksteuerungs-Architektur – „wenn nicht jetzt, wann dann?“

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Eine erfolgreiche Integration der Gesamtbanksteuerungs-Architektur ist unumgänglich. Wie dies geschehen kann erfahren Sie in diesem Blog-Artikel.

Die vergessenen Probleme der Gesamtbanksteuerung

Das konjunkturelle Hoch lässt den Bankensektor in nahezu altem Glanz erstrahlen. Die strukturellen Problemfelder der Gesamtbanksteuerung bleiben – obwohl durch den starken externen Impuls oberflächlich kaschiert – im Grunde weiterhin bestehen.
Denn in der Vergangenheit wurden die unterschiedlichen Einzelanforderungen zwar häufig schnell und zweckdienlich umgesetzt, der Blick für das große Ganze wurde jedoch oft außer Acht gelassen.

Ohne Blick nach links und rechts an allen Architektur-Prinzipien vorbei

Oft arbeiten Projektteams noch unter der Annahme, dass sie jegliche Entscheidungen alleine treffen können (z.B. in Hinsicht auf Technologieeinsatz, Implementierung von Funktionen und Informationsobjekten, Dokumentationsstandards). Der prüfende Blick auf die Passgenauigkeit innerhalb der Gesamtarchitektur erfolgt entweder halbherzig, zu spät oder entfällt schlicht ganz.

Inkonsistente Integration der einzelnen Systeme, mehrfach implementierte Funktionen, die über die Dauer voneinander abweichende Ergebnisse liefern und die redundante Speicherung von identischen Daten sind nur wenige Beispiele für die daraus resultierende, unzulängliche Gesamtbanksteuerungs-Architektur.

Abbildung 1: Status-Quo – Rechnungswesen, Risikomanagment, Meldewesen und Banksteuerung/Controlling als Silos

Never change a running system? – Nicht in diesem Fall

Auch wenn sich der Status-Quo in der Organisation auf den ersten Blick eingespielt hat, steht das Gesamtkonstrukt auf tönernen Füßen: Fehlende Transparenz, Ineffizienz und Doppelungen in Prozessen/Funktionen können auf längere Sicht die Steuerung des operativen Geschäfts und das Schritthalten mit dem regulatorischen Umfeld gefährden.

Die Integration der Gesamtbanksteuerungs-Architektur wird damit unumgänglich:

  • Integration der Sicht auf Risiko und Rendite zur langfristigen Sicherung der Erlöse.
  • Errichtung einer qualitativ hochwertigen und konsistenten Datenbasis zwischen Risk und Finance zur Abdeckung künftiger regulatorischen Anforderungen.
  • Etablierung schlanker Strukturen zum Vermeiden wertfreier Projekt- und Betriebskosten.

Wo ansetzen? – Organisation, Prozesse, Technologie

Die Transformation des bestehenden Operating Models führt über drei wesentliche Stoßrichtungen:

(1) Organisation und Governance

Die Integration der Verantwortlichkeiten ist einer der Schlüsselfaktoren zur Integration der Gesamtbanksteuerungs-Architektur – beispielhaft sind die beiden folgenden Bereiche zu nennen:

  • Der Enterprise Architect ist zentral in der Gesamtorganisation zu positionieren (nicht nur IT-Organisation!), um Strategie und fachliche Anforderungen mit den Architektur-Prinzipien und der Umsetzung zusammenzuführen.
  • Ein Chief Data Officer ist zu etablieren, um Datenstrategie, -gewinnung und -verarbeitung innerhalb der Gesamtorganisation zu institutionalisieren sowie die Datenintegration bereichsübergreifend voranzutreiben.

Wesentliche Make-or-Buy-Entscheidungen sollten nicht in den einzelnen Silos getroffen werden, sondern aus gesamthafter Sicht auf Basis einer integrierten Gesamtbanksteuerungs-Architektur.

(2) Prozesse und Methoden

Der Weg zur Integration der bereits bestehenden Geschäftsprozesse und Methoden führt über:

  • Die Schaffung funktionsübergreifend einheitlicher Prozesse der Datensammlung zur Sicherstellung der Datenqualität und des Datenmanagements.
  • Die Identifikation und Konsolidierung gemeinsam nutzbarer Methoden (z.B. im Rahmen der Monatsendverarbeitung).

Transparenz und Standardisierung ermöglichen es Inkonsistenzen laufend zu reduzieren und Automatisierungen weiterzuverfolgen.

(3) Technologie

Hand in Hand mit der Integration von Prozessen und Methoden geht die Harmonisierung der eingesetzten Technologien zur Reduktion der Komplexität in der IT-Landschaft.

  • In den Systemen abgebildete integrierte Prozesse sowie vereinheitlichte Funktionen und konsistente Daten ermöglichen die Ablösung von IDV, Insel- und Alt-Systemen. Dies senkt Kosten (Betrieb, Wartung, Entwicklung), erhöht die Qualität der Datenverarbeitung und ist wesentliche Voraussetzung für die weitere Digitalisierung des Bankgeschäfts.
  • Der Einsatz eines zentralen Datawarehouses samt integriertem Datenmodell und Master Data Management (als Single Source of Truth) bietet eine konsistente Basis für neue regulatorische oder auch ad-hoc Anforderungen des Managements.

Nur durch das konsequente Verfolgen der drei Stoßrichtungen können Rechnungswesen, Risikomanagement, Meldewesen und Banksteuerung/Controlling auch langfristig bieten, was die Stakeholder implizit sowie Regulatoren explizit künftig noch stärker fordern werden: Höhere Steuerungsfähigkeit und Transparenz sowie höhere Agilität und Flexibilität bei entsprechender Effizienz.

Abbildung 2: Zielbild – Integrierte Gesamtbanksteuerungs-Architektur

Wo beginnen? – Ihre Situation entscheidet

Entwickeln Sie noch wild drauf los oder haben Sie die langfristigen Ziele zur Integration Ihrer Risiko- und Finanz-Architektur bereits im Blick? Sitzt Ihr Enterprise Architect noch im Elfenbeinturm? Begeben Sie sich immer wieder aufs Neue auf die Suche nach der „Golden Source“?

So unterschiedlich wie die möglichen Ausgangssituationen, so unterschiedlich sind auch die konkreten, notwendigen Ansätze zum Vorgehen. Bei Ihrer individuellen Transformation können wir Sie mit unseren Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten bzw. Programmen strategisch und operativ begleiten – wir erarbeiten mit Ihnen den Weg zu Ihrer neuen Gesamtbanksteuerungs-Architektur.

Dieser Artikel wurde zusammen mit Markus Filkorn geschrieben.

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